http://www.faz.net/-gzg-9fb39

Steinmeiers Kritik : Medien zeigen Deutschland zu negativ

  • Aktualisiert am

Negatives Bild von Deutschland: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier übt Kritik an den Medien. Bild: Helmut Fricke

Auf der Frankfurter Buchmesse beklagt Bundespräsident Steinmeier die negative Berichterstattung über Deutschland. Das Land sei durch die Medien in ein zu dunkles Licht gerückt worden.

          Angesichts der Bedrohungen durch den Populismus hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Medien vorgeworfen, die ein negatives Bild von Deutschland darzustellen. Die mediale Darstellung erwecke derzeit den Eindruck, als sei Deutschland schon nahezu von denen beherrscht, die die Demokratie zu Fall bringen wollten, sagte Steinmeier auf der Frankfurter Buchmesse. Es gebe „eine Normalität, über die wir eigentlich miteinander gar nicht reden“. Das gelte für Deutschland und ganz Europa.

          Steinmeier wies in einer Diskussion mit zwei Autoren aus Belgien und Kroatien darauf hin, dass Hunderttausende von Menschen ehrenamtlich oder als Kommunalpolitiker „täglich unspektakulär“ dafür sorgten, „dass Menschen in diesem Lande gerne leben“. Es gehe nicht darum, die „neue Faszination“ für das Autoritäre in vielen Ländern Europas schönzureden. Demokraten seien aber nicht wehrlos.

          Keine Angst vor der Kontroverse

          Steinmeier forderte, den verloren gegangenen Dialog in der Gesellschaft wiederaufzunehmen. „Wir müssen die Angst verlieren vor der Kontroverse.“ Der belgische Autor Stefan Hertmans sagte, Europa müsse sich wieder um eine positive Haltung bemühen und den Menschen Hoffnung geben. Populisten hätten außer Hetze und Hass keine Antwort auf die wichtigen Fragen.

          In Osteuropa habe das Misstrauen gegen die politischen Institutionen auch zu einem generellen Verlust an Respekt für die Kultur geführt, sagte die kroatische Autorin Ivana Sajko. Literatur könne den Menschen, die sich nicht mehr gehört fühlten, mit individuellen Geschichten eine Stimme verleihen.

          Weitere Themen

          Wer anderen eine Brücke baut

          Chinas Macht wächst : Wer anderen eine Brücke baut

          China weitet seinen Einfluss in Europa aus, durch Investitionen erzeugt das Land Abhängigkeiten. Das führt dazu, dass Kritik an Peking immer mehr verstummt – Europa hat kein Gegenmittel.

          Topmeldungen

          Vor dem Krieg: Botschafter François-Poncet im Februar 1936 mit Hermann Göring in Berlin

          FAZ Plus Artikel: Gefangene des NS-Regimes : Es gab bis zuletzt Champagner

          Mondäne Atmosphäre, erlesene Gesellschaft: André François-Poncet lebte mit Herzoginnen und Prinzessinnen in einem Luxushotel im Kleinwalsertal – auf Kosten des NS-Regimes. Doch der französische Botschafter war eine politische Geisel.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.