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Stefan Leppert schreibt über Gartenarbeit : Männer im Garten

Typisch männlich: Der Angriff gegen den Rasen wird vom Aufsitzmäher geführt. Bild: plainpicture/Gianna Schade

Er ist für das Grobe zuständig, sie für die Blumen, das Schöne. Bei der Gartenarbeit scheinen althergebrachte Rollenklischees bis heute zu gelten. „Alles Unsinn“, sagt Stefan Leppert.

          Den Ausschlag, auf die Suche nach gärtnernden Männern zu gehen, gab die feministische Frauenzeitschrift „Emma“. Als auch die getitelt habe, „Wie Frauen gärtnern“, wollte der Gärtner und Landschaftsarchitekt Stefan Leppert nicht länger still zusehen. Natürlich gebe es Unterschiede, „oder haben Sie schon einmal eine Frau auf einem Aufsitzmäher gesehen“? Doch die Einschätzung, dass der Mann nur Hecken schneiden könne, zum Austoben Geräte und Maschinen brauche, während für das Arrangieren von Pflanzen, das kreative Gestalten zarte Frauenhände nötig seien, die teilt Leppert nicht. Und läuft dagegen auch ein wenig Sturm, etwa mit seinem Buch „Sein Garten - wenn Männer Gärtner werden“. Mit seinem kleinen Geschlechterkampf ist Leppert nicht allein. Das Fürstliche Gartenfest in Eichenzell bei Fulda, das jetzt über Pfingsten im Park von Schloss Fasanerie stattfindet, hat das Sonderthema „Der Mann im Garten“ gewählt und bietet dazu etwa einen „Maskulinen Mustergarten“, Informationen über ein „männliches Kräuterbeet“ - und tatsächlich Aufsitzrasenmäherfahren an. Allerdings „für Kinder“, das heißt, für Jungen und Mädchen.

          Mechthild Harting

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Leppert gesteht zu, dass er durchaus Frauenspezifisches in den Gärten entdeckt hat. Er kenne jedenfalls keinen Mann, der derart leidenschaftlich dekoriere, wie es viele Frauen täten. Und auch den Hang, mit Blumentöpfen in allen Größenordnungen zu arbeiten, sei wohl eher weiblich. Aber Leppert warnt: „Es gibt immer wieder Ausnahmen.“ Eigentlich schrecken ihn die Kategorisierungen. Bei den Männern sieht er die Gefahr, dass ihnen häufig ausschließlich die groben Arbeiten zugeschrieben würden, „und dann machen sie auch nur das.“

          Meter für Meter vor sich hingärtnern

          Leppert hat sich deshalb auf die Suche gemacht und 25 idealtypisch gärtnernde Männer im deutschsprachigen Raum entdeckt. Das Spektrum reicht von einem, der gleich 10000 Quadratmeter gekauft hat, um einen Garten im großen Stil anzulegen, bis zu seinem eigenen Zahnarzt, der Leppert zufolge den Garten mit der gleichen Präzision bearbeitet wie die Gebisse seiner Patienten und für Rasen und Pflanzen sogar zur Nagelschere greift.

          Leppert räumt ein, ihm seien weitere geschlechtsspezifische Unterschiede aufgefallen. Fast alle Männer hätten ihren Garten zu einem Projekt erklärt und dazu entsprechenden Ideen entwickelt. Es gehe bei den Männern häufig nicht ohne theoretischen Überbau. Frauen dagegen würden „Meter für Meter vor sich hin gärtnern - ganz ohne große Konzeptidee“. Noch einen männlichen Tick glaubt Leppert entdeckt zu haben: Die Sammelleidenschaft. Ein Mann etwa habe inzwischen 155 Schneeglöckchen-Sorten und scheue keine Ausgaben, irgendwo auf der Welt weitere hinzuzukaufen. Ein anderer sei Pfingstrosen-Spezialist. Frauen hingegen hätten gern viele Sachen - aber von allem etwas.

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