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Start-up Node Energy : Mit Mikronetzen Stromkosten sparen

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Setzen auf kleine Netze: Matthias Karger (links) und Lars Manuel Rinn, Gründer des Start-ups Node Energy Bild: Helmut Fricke

Das Start-up Node Energy will Unternehmen und Kommunen dazu motivieren, umweltfreundlich Geld zu verdienen. Sein Konzept der dezentralen Stromversorgung hat sich in Afrika bewährt.

          Spitzensport und Energiewirtschaft haben auf den ersten Blick nur wenige Berührungspunkte. Beide eint, dass man einen langen Atem, sehr viel Ausdauer und Hartnäckigkeit braucht, um erfolgreich zu sein. Bei Matthias Karger, Mitglied der deutschen Nationalmannschaft im Beachvolleyball und Start-up-Gründer, kommt man zwangsläufig auf diese Parallelen, zumal er mit 1,98 Meter Körpergröße kaum zu übersehen ist und er sehr durchtrainiert und entspannt wirkt, trotz 70-Stunden-Woche und Kleinkind zu Hause.

          Worum es bei seinem jungen Unternehmen Node Energy geht, veranschaulicht der 35 Jahre alte Karger mit einem Vergleich: Wer bei der komplizierten deutschen Steuergesetzgebung nicht mehr durchblickt, geht für die Steuererklärung am besten zum spezialisierten Steuerberater, um nicht zu viel zu bezahlen. „Der regulatorische Überbau des Energiemarktes ist mindestens genauso komplex und unübersichtlich geworden“, sagt Karger. Also geht ein kleiner Energieerzeuger zum Energieberater, der aber auch nicht immer alle Finessen kennt. Das Start-up, mit mittlerweile fünf Angestellten, hat eine Software entwickelt, die eine Kombination aus Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz für den Energiesektor bietet. Selbst mehrere Energieberater zusammen könnten so effektiv nicht arbeiten, davon sind die Gründer überzeugt. Das spare Unternehmen Zeit und Geld.

          Kliniken, Industrieparks oder Kommunen als mögliche Kunden

          Wie im Sport verlässt er sich bei der Gründung seines Energie-Start-ups auf einen guten Partner. Das ist für ihn Lars Rinn, IT- und Energiewirtschafts-Fachmann. Ihn hatte der aus Friedrichshafen stammende Kaufmann Karger bei seiner ersten Gründung, der Grünstromvermarktungsfirma „Clean Energy Sourcing“, kennengelernt, die er mittlerweile an einen italienischen Konzern verkauft hat.

          Node Energy wirbt mit sogenannten Microgrids, also Mikronetzen, wie man sie sonst aus Entwicklungsländern in Asien oder Afrika kennt. Dort versorgen ein paar Solarmodule auf Hüttendächern mit einer entsprechenden Vernetzung in entlegenen Gegenden manchmal ein ganzes Dorf mit Strom. Zu den möglichen Kunden in Deutschland gehören aber keine Eigenheimbesitzer, sondern große Einkaufszentren, Kliniken, Industrieparks oder Kommunen, die mit Hilfe von Solaranlagen und Blockheizkraftwerken eigenen Strom erzeugen und ihn gewinnbringend verkaufen möchten. Eine Kommune, die das Schwimmbad mit der Wärme des eigenen Blockheizkraftwerks versorgt und den Rest als Strom ins Netz einspeist, könne auch gleich das Restaurant im Bad mit Strom versorgen, so die Überlegung.

          Nicht alternativer Klimaretter, sondern Kostenreduzierer

          „Unsere Kunden sind natürlich vor allem an monetären Vorteilen interessiert“, erläutert Karger. Deshalb kommt er nicht als alternativer Klimaretter im Ökolook daher, sondern als Kostenreduzierer im weißen Businesshemd. „Mich motiviert der schöne Nebeneffekt des Klimaschutzes aber schon sehr stark.“ Dezentrale Stromversorgung aus regenerativen Quellen fördere die Energiewende weg vom Atom- oder Kohlestrom. Er wünscht sich deshalb mehr Anreize, Strom möglichst da zu verbrauchen, wo er produziert wird.

          Zu den ersten Kunden des Systems in der Probephase gehören Landwirte im Allgäu und im Oldenburger Land. Im Spätsommer soll diese Phase abgeschlossen sein. Auch mit der Stadt Frankfurt und den Umlandkommunen haben die beiden Gründer Kontakt aufgenommen.

          Zahlreichen Gründerpreise gewonnen

          Ihr erstes richtiges Büro haben sie Anfang März im Techquartier im Frankfurter Pollux-Hochhaus bezogen. Zuvor hatten sie dort nur einzelne Schreibtische gemietet. Ein kleiner Schrank im neuen Büro dient als „Hall of Fame“: Dort stehen Pokale und Urkunden, die das im August 2016 gegründete Unternehmen bei zahlreichen Gründerpreisen bereits gewonnen hat: Science4Life, Venture Cup und Energy Cup sind darunter.

          Unterstützung haben die Jungunternehmer auch vom Climate-KIC-Programm der Europäischen Union und vom Start-up-Programm der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst&Young erhalten. Hauptinvestoren sind der Hightech-Gründerfonds und fünf private Investoren aus dem Rhein-Main-Gebiet.

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