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Staatstheater Wiesbaden : Laufenberg wird Intendant

Gab 1988 sein Regiedebüt in Frankfurt: Uwe Eric Laufenberg Bild: dpa

Uwe Eric Laufenberg soll nach Informationen der Rhein-Main-Zeitung Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden werden. Er folgt auf Manfred Beilharz.

          Uwe Eric Laufenberg soll Intendant des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden werden. Nach Informationen der Rhein-Main-Zeitung tritt der 51 Jahre alte Regisseur und Schauspieler im August 2014 die Nachfolge von Manfred Beilharz an. Laufenberg war Intendant der Kölner Oper, schied dort aber nach einem heftigen Streit mit den Kommunalpolitikern Ende August dieses Jahres aus.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Rechtsträger des an der Wiesbadener Wilhelmstraße gelegenen Fünf-Sparten-Hauses sind Stadt und Land. Die Entscheidung der Findungskommission geht darum in erster Linie auf das gemeinsame Votum der Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann und des Oberbürgermeisters Helmut Müller (beide CDU) zurück. Dem Vernehmen nach waren neben Laufenberg noch die Intendanten Bodo Busse aus Coburg sowie Markus Müller aus Oldenburg und Michael Schmitz-Aufterbeck aus Aachen in der engeren Wahl.

          Regiedebüt in Frankfurt

          Uwe Eric Laufenberg stammt aus Köln. Seine Ausbildung absolvierte er an der Folkwangschule in Essen. Das Rhein-Main-Gebiet ist ihm vertraut, seitdem er am Staatstheater Darmstadt sein erstes Engagement als Schauspieler bekam. 1988 gab Laufenberg sein Regiedebüt in Frankfurt. Fünf Jahre später wechselte er in die Leitung des Schauspielhauses Zürich. Danach wurde er Oberspielleiter des Berliner Maxim-Gorki-Theaters. Wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Intendanten kündigte Laufenberg nach rund drei Jahren. Als freier Regisseur wandte er sich in großen europäischen Häusern stärker der Oper zu, bis ihn 2004 das Hans-Otto-Theater in Potsdam verpflichtete.

          2009 trat der Kölner die Aufgabe in seiner Heimatstadt an. Weil das Opernhaus saniert wurde, musste Laufenberg mit seinen Stücken in provisorische Spielstätten ausweichen. Trotzdem bescheinigten ihm die Kritiker, für die auf 90 Prozent gestiegene Auslastung und den unübersehbaren Aufschwung des Hauses verantwortlich zu sein.

          Allerdings kam es zwischen dem Intendanten und den Kommunalpolitikern der rot-grünen Koalition immer wieder zu Konflikten. Als Ursachen galten nicht nur Laufenbergs ausgeprägtes Selbstbewusstsein, sondern auch die Ambitionen des Kulturdezernenten Georg Quander, dem ehemaligen Intendanten der Staatsoper Berlin. Hinzu kamen Sparauflagen des Stadtrates.

          Auf Vertragsverlängerung verzichtet

          Im Juni dieses Jahres sprach Laufenberg in einem Interview mit dem „Kölner Stadtanzeiger“ von einer „üblen Intrige“. Seine Gegner seien „zu blöd“ gewesen, seine fristlose Kündigung „wasserdicht hinzukriegen“. Eine Entschuldigung akzeptierte die Koalition nicht. Die gegen die Stimmen von CDU und FDP beschlossene Entlassung wurde im August zurückgenommen, der Vertrag „in beiderseitigem Einvernehmen“ aufgelöst.

          Beilharz hatte, wie berichtet, schon im März dieses Jahres in einem Brief an Kühne-Hörmann auf eine Verlängerung seines 2014 auslaufenden Vertrages verzichtet. Er will sich danach nur noch der internationalen Theaterarbeit widmen. Die Kunstministerin reagierte auf Beilharz’ Ankündigung mit der Einschätzung, dass Mitte 2014 „eine der erfolgreichsten und längsten Intendanzen in der jüngeren Geschichte des Staatstheater“ enden werde. Beilharz hat die Theaterbiennale „Neue Stücke aus Europa“ in der Landeshauptstadt etabliert. Die Gesamtauslastung des Staatstheaters lag in der Spielzeit 2011/2012 bei 79 Prozent.

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