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Schur und Bindewald : Frankfurt stellt Eintracht-Ikonen frei

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Alexander Schur (l) küsst Uwe Bindewald (r) beim gemeinsamen Abschiedsspiel der beiden Eintracht Frankfurt Spieler. Bild: image

Einst waren sie extrem beliebte für die Eintracht. Nach ihrer aktiven Karriere trainierten sie die Frankfurter U-19-Mannschaft. Jetzt trennt sich der Bundesligaverein von ihnen.

          Die siebte Saisonniederlage (0:1 beim SC Freiburg) im 15. Punktspiel war dann eine zu viel. Am Montag stellten die Verantwortlichen bei Eintracht Frankfurt für sich fest, dass das Abschneiden der U 19 in der A-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest für die Ansprüche des Klubs zu wenig ist. Und deshalb trennte sich die Eintracht elf Spieltage vor Rundenende von Coach Alexander Schur und dessen Trainerkollegen Uwe Bindewald. „Es ist eine besondere Freistellung, weil es Alexander Schur und Uwe Bindewald sind“, sagte Armin Kraaz, der Leiter des Leistungszentrums, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Beide sind wichtige Figuren im Eintracht-Gebilde und haben viel für den Verein und das Leistungszentrum getan. Beide sind menschlich phantastisch. Aber es geht jetzt um die Interessen des Leistungszentrums und der Eintracht.“ Neuer Trainer der U 19, die Tabellenvorletzter ist und im Abstiegskampf steckt, wird Frank Leicht, der bisher die B-Junioren in der Bundesliga Süd/Südwest betreute. Als Assistenztrainer bleibt Jan Fießer an seiner Seite.

          Die Entscheidung, in Zukunft auf die Dienste der Eintracht-Ikonen Schur und Bindewald trotz ihrer großen Verdienste zu verzichten, sei in enger Abstimmung mit Vereinspräsident Peter Fischer, Sportvorstand Fredi Bobic und dem Technischen Direktor Marco Pezzaiuoli getroffen worden, sagte Kraaz. „Wir haben es beiden nicht mehr zugetraut, den Turnaround zu schaffen. Für uns war jetzt der Zeitpunkt gekommen, etwas ändern zu müssen.“ Als Saisonziel hatten die Frankfurter aus gutem Grund einen Platz unter den besten sechs Mannschaften ausgegeben. „Wir sind der Meinung, dass wir einen ordentlichen Kader mit einer gewissen Qualität in dieser Saison zusammenhaben.“

          Von den zurückliegenden neun Spielen konnten die Eintracht-Talente jedoch nur eins gewinnen. Außerdem mussten sie sich im Saisonverlauf allen drei Aufsteigern geschlagen geben. „Wir sind bisher deutlich unter den Möglichkeiten geblieben“, kritisierte Kraaz. „Unsere tabellarische Lage ist besorgniserregend.“ Unter der Anleitung des ehemaligen Eintracht-Profis Schur, der seit 2007 verschiedene Nachwuchsmannschaften am Riederwald trainierte und mit der B-Jugend 2010 die deutsche Meisterschaft gewann, fehlte den A-Junioren in dieser Runde die Stabilität. Konkrete Gründe für den Misserfolg wollte Kraaz nicht benennen. „Es war ein schleichender Prozess. Es kamen auch einige Dinge zusammen.“ Die Trennung habe Schur, der einen Vertrag bis Saisonende hat und der in Frankfurt nie den Sprung zum Cheftrainer schaffte, „sehr professionell“ aufgenommen.

          Dessen Nachfolger Leicht verfügt im Frankfurter Nachwuchs über viel Erfahrung. Als die U 23 noch die zweite Vereinsmannschaft war, qualifizierte er sich mit ihr 2008 für die neue Regionalliga Süd. Rang drei in der darauffolgenden Saison war ein weiterer Erfolg für die Eintracht. In der Winterpause der Spielzeit 2009/2010 wechselte Leicht zum damaligen Drittliga-Verein SV Sandhausen. Von 2012 an heuerte er dann im Nachwuchsleistungszentrum von RB Leipzig an, bevor er im Mai 2017 zur Eintracht zurückkehrte. Leicht sei die „bestmögliche Wahl“, sagte Kraaz. „Er hat eine gute Handschrift als Trainer und ein klares Konzept.“ Die Verantwortlichen setzen darauf, dass es Leicht in den kommenden Wochen gelingt, eine Aufbruchstimmung in Reihen der U19 zu erzeugen.

          Im Leistungszentrum der Eintracht haben Schur und Bindewald nun erst mal keine Zukunft mehr. Aber es gebe „viele Möglichkeiten bei Eintracht Frankfurt“, sagte Kraaz. „Es sind zwei Persönlichkeiten, von denen wir bei der Eintracht nicht sehr viele haben.“ Der 46 Jahre alte Schur und ehemalige Eintracht-Kapitän absolvierte 252 Pflichtspiele für die Frankfurter, beim 49 Jahre alten Bindewald waren es 438 Partien.

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