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Eintracht-Spieler Mascarell : Auf dem Weg zum Neustart

Zurück zu alter Form: Eintracht-Profi Omar Mascarell (links) mit Athletik-Trainer Markus Murrer Bild: Jan Huebner

Omar Mascarell macht nach der Operation an seiner Achillessehne gute Fortschritte. Der Spanier möchte zum Beginn der Rückrunde wieder Eintracht-Mittelfeldmotor sein.

          Keiner hat in der zurückliegenden Saison soviel Farbe ins Spiel der Eintracht gebracht wie Omar Mascarell. 13 Gelbe Karten – das ist Mannschaftsrekord. Bei seinen absolvierten 28 Bundesligaspielen hat der 24 Jahre alte Spanier im Schnitt fast alle zwei Wochen eine Verwarnung erhalten. Als er am Donnerstag daran erinnert wurde, musste Mascarell fast lauthals lachen. Die Gelben Karten des Dauerläufers aus dem Mittelfeld sind das eine. Das andere ist seine Freude darüber, im Sommer 2016 die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

          „Bei Eintracht Frankfurt habe ich die beste Saison meines Lebens gespielt“, sagte er am Ende eines Vormittags, der für ihn besondere Bedeutung hatte. Nach einer ersten kurzen Stippvisite am Tag zuvor drehte der Rekonvaleszent Mascarell diesmal an der Seite von Athletiktrainer Markus Murrer fleißig Runde um Runde. Als er eine dreiviertel Stunde später den Übungsplatz verließ und das Gespräch mit den Journalisten suchte, gab es nur eine Gefühlslage: pure Freude. „Für mich ist es perfekt gelaufen“, sagte Mascarell. Natürlich wurde alles versucht, die Verletzung der Achillessehne ohne Operation behandeln zu können. „Doch letztlich gab es nur die eine Entscheidung, den Eingriff in Basel vornehmen zu lassen. Das war gut so“, sagte der Spanier, der sich – damals frei von Verletzungssorgen – vom Beginn seiner Verpflichtung an voll in die Sache Eintracht Frankfurt reinkniete, sofort Stammspieler wurde und sich in der Rückschau als jemanden bezeichnete, „der gerne Verantwortung übernimmt. Ich wollte schon immer den Ball haben.“

          Ein gesuchter Mitspieler

          Als Anspielstation vor der Abwehr war Mascarell tatsächlich ein gesuchter Mitspieler – und er will es wieder werden. „So schnell wie möglich.“ Doch das wird noch dauern. Wenn Mascarells Genesung auch weiterhin nach Plan verläuft, er „vollkommen schmerzfrei“ bleibt, wie er freudig betonte, und die Integration in das Mannschaftstraining wunschgemäß vonstatten geht, könnte der spanische Mittelfeldmotor spätestens zum Rückrundenstart am zweiten Januarwochenende 2018, dann in der Frankfurter Arena gegen den SC Freiburg, wieder im Wettkampfbetrieb am Ball sein.

          Bei der Dienstreise Ende April in den Mönchengladbacher Borussia-Park, wo die Eintracht im Elfmeterschießen den Einzug in das DFB-Pokalfinale schaffte, war Mascarell letztmalig in offizieller Mission mit seinen Mitspielern im Einsatz. Seine Probleme an der entzündeten Achillessehne nahmen seitdem zu, und im Juli wurde in Basel operiert. „In drei Wochen bin ich zum Check wieder dort“, sagte Mascarell. Stand heute dürfte es nur eine Formsache sein, denn der Spanier sieht sich „auf Kurs“. Zumal er „glücklich“ ist, „in diesem Verein zu sein“. Im Sommer bemühte sich der Bundesligarivale Hoffenheim um die Dienste des fleißigen Abräumers vor der Abwehr. Doch die Sache, die vor Mascarells Operation an Dynamik gewonnen hatte, zerschlug sich letztlich. Fakt ist: Bis Mitte 2019, so ist es vertraglich fixiert, hat sich der von Real Madrid nach Frankfurt gekommene Mascarell an die Eintracht gebunden.

          Dass er seinen Zeitplan auf dem Wege zu seinem Comeback meistern wird, steht für Mascarell außer Frage. „Es geht aber nur über harte Arbeit – jeden Tag. Die Ärzte haben mir gesagt, was ich tun muss. Ich weiß aber selber, dass ich neben der Arbeit auch viel schlafen und mich gut ernähren muss.“ Und den Kollegen die Daumen drücken. In der Bundesliga sieht der Spanier die Eintracht als derzeitigen Tabellenachten „auf einem guten Weg“. Auch das nächste Spiel, auswärts am 14. Oktober beim starken Aufsteiger Hannover 96, wird er am Fernseher verfolgen. Fehlen wird er an diesem Freitag, wenn die Eintracht ein Testspiel in Fulda absolviert. Gegner im Stadion Johannisau, der Spielstätte der Borussia, ist von 18 Uhr an der TSV Lehnerz. Der Tabellenführer der Hessenliga rechnet mit 4000 Zuschauern.

          Quelle: F.A.Z.

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