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Meier operiert, Hradecky malad : Patient Eintracht

Bild: dpa

Meier erfolgreich operiert, spielerischer Schwächeanfall im Training, Hradecky klagt über Beschwerden am Rücken.

          Am Tag, an dem Alex Meier erfolgreich operiert worden ist, schien es so, als befände sich die ganze Mannschaft im Krankenstand. Wie Trainer Niko Kovac am Dienstag zu Beginn der Trainingswoche auch auf seine Spieler einredete, im Übungsspiel wirkten sie wie Patienten. Es krankte an den einfachsten Dingen: Ballannahme, Pass-Präzision und Laufbereitschaft: „Wenn ihr euch versteckt, gibt es keinen Fußball“, rief Kovac einmal erbost, nachdem er längere Zeit dem traurigen Treiben zugeschaut hatte – in der irrigen Hoffnung auf Selbstheilung. Und bis zum Ende der ausgiebigen Trainingsspiel-Einheit blieb das spielerische Niveau auch sehr überschaubar.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Nun, bis zum Heimspiel an diesem Samstag gegen den VfB Stuttgart sind es noch ein paar Tage, die Aussicht auf Besserung bleibt also. Aber die Stimmung am Dienstag war nicht gerade ausgelassen auf dem Platz: Kevin-Prince Boateng schien geistig abwesend, Branimir Hrgota bestätigte seinen Ruf als Chancentod, Simon Falette gelang nur in Ausnahmefällen ein sauberes Zuspiel, und Taleb Tawatha wurde an der linken Außenseite von seinen Mitspielern fast ganz vergessen. Und vom großen Rest fiel nur Luka Jovic häufiger mal positiv mit seiner Zielstrebigkeit vor dem gegnerischen Tor auf. Für das Niveau wäre das Mitwirken von Makoto Hasebe sicher nicht schlecht gewesen, aber der Japaner trainierte nur individuell – eine Vorsichtsmaßnahme. Mit 33 Jahren bedarf sein Körper einer gewissenhaften Belastungssteuerung. Auch Lukas Hradecky fehlte am Dienstagnachmittag, nachdem er am Vormittag noch mit Torwarttrainer Moppes Petz geübt hatte. Der finnische Nationaltorhüter klagte über Rückenbeschwerden. Petz rechnet allerdings nicht mit einer längeren Pause, sondern mit einer Rückkehr von Hradecky ins Trainingsprogramm an diesem Mittwoch. Der Keeper habe keine konkrete Verletzung erlitten, weder im Spiel bei RB Leipzig noch im Training, sondern habe lediglich über leichte Beschwerden geklagt.

          Nicht gerade prächtig ging es Meier nach der Operation, wie könnte es auch anders sein, frisch aus der Narkose erwacht. Aber der 34 Jahre alte Stürmer ist optimistisch, dass mit dem Eingriff seine Verletzungsmisere endlich beendet ist. Ein Nerv in der Ferse wurde freigelegt, der schon in der vergangenen Rückrunde eine längere Pause ausgelöst hatte und nun wieder Schmerzen verursachte. Ende Juni war Meier am rechten Sprunggelenk operiert worden, danach an Borreliose erkrankt. Sein letzter Startelfeinsatz datiert vom 18. Februar, seitdem reichte sein Gesundheitszustand lediglich dreimal für Kurzarbeit über sechs, zehn und 19 Minuten aus.

          Schon mit Meier begann das Sturmproblem der Eintracht um sich zu greifen, ohne ihn hat sich die Misere allerdings noch vergrößert. Seit jenem 0:2 mit Meier gegen den späteren Absteiger Ingolstadt gelangen der Eintracht in 18 Bundesligabegegnungen 15 Tore, in dieser Saison nur vier. Nicht einmal schaffte sie in dieser Spielzeit zwei Treffer in einem Spiel.

          Wenn die Frankfurter eine halbwegs erfolgreiche Saison spielen wollen, sollten sie mit der Lösung ihrer offensiven Schwierigkeiten nicht auf den langen Mittelstürmer warten. Der ehemalige Torschützenkönig der Bundesliga wird voraussichtlich noch eine Woche in Basel im Krankenhaus bleiben und dann in Frankfurt mit der Reha beginnen. Frühestens Ende November könnte Meier wieder fit genug für Kurzeinsätze sein.

          Quelle: F.A.Z.

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