Erstmals wird es beim Dresdner Kleinwort Frankfurt Marathon am 26. Oktober eine Sonderwertung für sportive Führungskräfte aus Unternehmen und Organisationen geben: den „Marathon Manager“. Für diese Kategorie können sich Teilnehmer anmelden (online bis 5. Oktober unter www.frankfurt-marathon.com), die als Führungskraft tätig sind, Unternehmer und Selbständige ebenso wie angestellte Manager.
Die Business Performance Academy (BPA) aus Heidelberg hat die Wertung kreiert. Die BPA schult Führungskräfte in 13 sogenannten Managementkompetenzen, „Aktiver Sport“ ist eine davon. Wie ein engagierter Sportler sich durch Ziele, Training und Engagement entwickele, müsse auch die Führungskraft an der eigenen Entwicklung arbeiten, um zu den Siegern zu gehören und andere Mitglieder des Teams zu fördern.
Sport macht das Gehirn effektiver
Unter diesem Gesichtspunkt biete der Marathonlauf Parallelen und Werte-Übereinstimmungen zum Führungsalltag. Für Männer und Frauen gibt es in der Manager-Kategorie gesonderte Wertungen. Für die Besten hat die BPA wertvolle Sachpreise ausgesetzt, unter anderem Reisen zum Dubai-Marathon für den schnellsten Mann und für die schnellste Frau. Rund dreihundert Meldungen sind bisher eingegangen. Bei den Männern ist der Banker Marco Diehl (Citigroup) mit seiner Bestzeit von 2:28:04 Stunden Favorit.
Ludwig Georg Braun, Vorstandsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG, ist Schirmherr der Initiative „Marathon Manager 2008“. „Eine Untersuchung der Universität Ulm von Professor Manfred Spitzer aus diesem Jahr zeigt: Sport macht das Gehirn effektiver. Vor allem die Bereiche Stimmung, Konzentrationsfähigkeit und visuell-räumliches Gedächtnis werden stark positiv beeinflusst“, sagt Braun. „Das sind auch Fähigkeiten, die ein Manager für seine Arbeit benötigt.“
„Das Fragezeichen ist endgültig verschwunden“
Und er sieht noch weitere Verbindungen von Sport und Wirtschaft. „Denken Sie an den Mannschaftssport und daran, welche Rolle der Trainer oder Coach in einem solchen Zusammenhang spielt - so agiert auch ein Manager für sein Team.“ Für den regelmäßigen (Marathon-)Läufer Braun - mit schon über fünfzig Starts auf der Langstrecke - sind Selbstdisziplin, Ausdauer, körperliche und geistige Fitness und Zielfokussiertheit im Beruf und im Sport gleichermaßen wichtig.
Er verweist dabei auf die Ulmer Forschungsergebnisse. Vor drei Jahren trug eine Pilotstudie noch ein Fragezeichen: „Macht Laufen schlau?“, fragten sich damals die Wissenschaftler der Universität Ulm. „Nach den kürzlich veröffentlichten Ergebnissen der Hauptstudie ist das Fragezeichen endgültig verschwunden“, sagt Professor Spitzer, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III sowie Leiter des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL).
Sechs Wochen Lauftraining - intensive Fortschritte
Sanna Stroth, inzwischen in Düsseldorf tätige frühere Wissenschaftlerin am ZNL, und Ralf Reinhardt, Dozent an der Akademie für Gesundheitsberufe des Uni-Klinikums Ulm, hatten die Studie geleitet. Beteiligt waren in der Anfangsphase mehr als 100 Probanden. 77 hielten bis zum Ende durch. „Wir konnten jetzt zum ersten Mal zeigen, dass ganz bestimmte geistige Leistungen direkt vom Sport profitieren“, sagt Spitzer.
Belegt worden sei vor allem, dass damit manche Reize schneller und effektiver verarbeitet werden. Stroth und Reinhardt zufolge bewirken schon sechs Wochen intensives Lauftraining deutliche Fortschritte. Die sportlich aktive Probandengruppe erzielte eine signifikante Verbesserung des räumlichen Vorstellungsvermögens. Noch bemerkenswerter, so die Autoren der Studie, sei, dass genetisch bedingte Nachteile beim Abbau des für die Gehirn-Leistungsfähigkeit so wichtigen Dopamin-Spiegels infolge geistiger Anstrengungen durch sportliche Aktivitäten ausgeglichen werden können.
„Nur Laufen reicht nicht“
Auch die EEG-Untersuchungen belegten einen eindeutigen Zusammenhang zwischen körperlicher Fitness und hirnelektrischen Prozessen. Sanna Stroth macht indes ebenfalls deutlich: „Das Potential des Gehirns lässt sich durch Ausdauertraining steigern, aber nur Laufen reicht auch nicht.“ Am Lernen führe kein Weg vorbei, auch nicht für Spitzenmanager.

