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Mainz-Profi Danny Latza : „Direkt da zu sein, war sicher nicht ganz einfach“

Danny Latza und die Rollenverteilung in Mainz: „Wenn wir sechs hinten dicht halten, dann können die vier Jungs vorne ihre Kreativität ausspielen“ Bild: dpa

Danny Latza war bei Mainz 05 einer der Gewinner der Vorrunde. Vor dem Rückrundenauftakt beim FC Ingolstadt spricht der Mittelfeldspieler über Umwege in der Karriere, Konkurrenzkampf auf seiner Position und die Ambitionen seines Klubs.

          Sie waren der Überraschungsgewinner der Vorrunde bei Mainz 05. Sie kamen vom VfL Bochum aus der Zweiten Bundesliga, jeder rechnete mit einem Lehrjahr und nun haben Sie 14 Einsätze auf dem Konto. Hatten Sie auf eine solche Bilanz gehofft?

          Als ich herkam, habe ich natürlich nicht gesagt: Schön, ich schaue gerne von außen zu. Ich wollte natürlich von Anfang an spielen, wusste aber auch, dass mit Julian Baumgartlinger und Fabian Frei zwei exzellente Spieler vor mir standen auf meiner Position auf der Sechs. Realistisch musste ich deshalb zufrieden sein, wenn ich ein paar Einsätze bekomme von der Bank und vielleicht den ein oder anderen Startelfeinsatz. Dass es so viel wurde, hat natürlich mit der Verletzung von Fabian zu tun. Das weiß ich schon.

          Ihre Chance kam nach sieben Minuten im Spiel gegen Hanover 96, als sich Frei seine Muskelverletzung zuzog. War es schwer, diese Chance zu nutzen?

          Direkt da zu sein, war sicher nicht ganz einfach. weil man sich irgendwie mit dem Gefühl auf die Bank setzt, dass man erst mal mindestens 45 Minuten zuschaut. Aber ich habe mich damals direkt gut gefühlt auf dem Feld, die Mannschaft hat mich direkt ins Spiel integriert. Dann kamen auch die ersten Bälle, wir gingen 2:0 in Führung. Das hat es mir sehr erleichtert.

          Danny Latza ist bereit: „Konkurrenzkampf ist gut, weil er wach hält“

          Sie waren früh sehr erfolgreich, Europameister mit der U19-Nationalmannschaft. Haben Sie danach die Wege der Mitspieler verfolgt?

          Natürlich: die Bender-Zwillinge, Zieler oder Diekmeier waren ganz schnell etabliert in der Bundesliga.

          Während auch die meisten der anderen Teamkameraden wie danach schnell Fuß gefasst haben in der Bundesliga, ging es für Sie weit nach unten bis in die Regionalliga in der U23 von Schalke 04. Hatten Sie den Glauben an die große Karriere verloren?  

          Man macht sich natürlich Gedanken, wie die Wege auseinander gegangen sind. Ich habe in Schalke mit 19 erstmals Bundesliga gespielt, kam dann aber nur noch zweimal zum Einsatz. Dann war ich viel verletzt, spielte nur noch Regionalliga und musste mich dann hoch kämpfen. Bei mir hat es halt nicht sollen sein auf dem direkten Weg. Ich bin einen Umweg gegangen über die Dritte Liga damals in Darmstadt, die Zweite Liga in Bochum und bin nun doch in der Bundesliga angekommen. Es hat sich ausgezahlt, dass ich dran geblieben bin.

          Mainz 05 bezeichnet sich gerne als Weiterbildungsverein. Trifft auf Sie eher zu, dass es der zweite Bildungsweg ist?

          Das kann man schon als zweiten Bildungsweg bezeichnen. Ich habe schon vorher gehört, dass Mainz 05 ein sehr geordneter, ruhiger Verein ist, bei dem man sich auf seine Arbeit konzentrieren kann. Hier wird einem auch die Zeit gegeben anzukommen. Da wird nicht nach drei Spielen gefragt, warum einer nicht einschlägt. In diesem tollen Umfeld mit tollen Mitspielern kann man performen. Der Verein ist ein bisschen anders als andere Klubs.

          Was zur Folge hat, dass Sie vor zwei Wochen bei Minusgraden auf 2700 Metern Höhe im Schnee zelten mussten bei einem etwas anderen Vorbereitungscamp in den Walliser Bergen…

          Das habe ich bei keiner vorherigen Station erlebt. Das Ganze war anstrengend und brauche ich jetzt nicht jede Woche, aber es war auch eine sehr schöne Sache, sehr gut für unseren Teamspirit. Wir konnten uns unterhalten, mal auf einer Hütte abends Zeit verbringen.

          Ausflug ins Wallis: „Der Verein ist ein bisschen anders als andere Klubs“

          Wie war das im Zelt?

          Ich war mit Leon Balogun, Fabian Frei und Christian Clemens in einem Zelt. Solange man im Schlafsack war, war das auch ganz kuschelig. Nur wenn man mal auf Toilette musste, war das eine Überwindungssache.

          Trainer Martin Schmidt hat der Mannschaft bei dem Ausflug in seine Heimat auch ein paar Familienmitglieder vorgestellt. Haben Sie das schon mal vorher erlebt?

          Nein. Wir haben seine sehr netten Schwestern kurz kennen gelernt. Dass der Trainer uns seine Familie vorstellt, das zeigt sicher auch, dass er uns verbunden ist.

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