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Mainz 05 Neues Futter für die „gefräßige Maschine“

09.02.2007 ·  2,5 Millionen Euro zahlt die Versicherungsgruppe DBV-Winterthur pro Saison als Trikotsponsor von Mainz 05. Zum Saisonende läuft der Vertrag aus. Nun buhlt der Bundesligaklub um Sponsoren und setzt dabei auf den Sympathiefaktor.

Von Uwe Martin
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Wenn es ums große Geld geht, sind die Verhandlungspartner öffentlich nicht besonders gesprächig. Und weil es in der Fußball-Bundesliga fast überall ums große Geld geht, ist dies auch im Fall Mainz 05 so. Der Traditionsklub ist sportlich und finanziell eher am unteren Ende der Bewertungsskala zu finden, 2,5 Millionen Euro sind deshalb für Manager Christian Heidel und Marketingchef Klaus Drach ein nicht unerheblicher Betrag.

So viel zahlt die Versicherungsgruppe DBV-Winterthur mit Sitz in Wiesbaden derzeit pro Saison als Haupt- respektive Trikotsponsor. Zum Saisonende läuft der Vertrag aus, und in den vergangenen Tagen und Wochen gab es teilweise widersprüchliche Meldungen über den möglichen Fortbestand der Geschäftsbeziehung.

„Es ist nichts ab- oder zugesagt“

Die Sache gestaltet sich schwierig, weil die Vorstandsherren in Wiesbaden nicht mehr alleine entscheiden können, die französische Axa-Gruppe hat nämlich vor geraumer Zeit von der Credit Suisse die Schweizer Winterthur-Versicherung inklusive der deutschen Tochter übernommen. Was sich zuvor mit kurzen Dienstwegen über eine Rheinbrücke, in welche Richtung auch immer, erledigen ließ, erfordert nun auch die Einbindung von Köln. Dort ist die Axa-Zentrale angesiedelt. Und allerorten wird von „guten Gesprächen“ berichtet, nur ein Ergebnis gibt es bislang nicht. „Es ist nichts ab- oder zugesagt“, so Sven Jäger, Referent der Marketingabteilung von DBV-Winterthur. Die kolportierte Nachricht, wonach der Ausstieg nach drei Jahren zum 30. Juni 2007 bereits beschlossene Sache sei, dementiert er: „Das hat mich sehr gewundert. Davon ist mir nichts bekannt.“ Mainz 05 und DBV-Winterthur, das ist für beide Seiten eine durchaus lohnende Verbindung, nicht nur finanziell.

Der Imagetransfer dürfte eine große Rolle spielen, Mainz 05 macht weiterhin als sympathischster Erstligaklub Schlagzeilen, und Cheftrainer Jürgen Klopp ist sogar mit dem deutschen Fernsehpreis bedacht worden. Und aufgrund der regionalen Nähe sind Einladungen an Geschäftskunden zum Stadionbesuch leicht darstellbar. Zudem gehen für jedes Bundesliga-Heimspiel etwa 1000 Mitarbeiteranfragen bezüglich Gratiseintrittskarten ein. Jäger spricht von „Mitarbeitermotivation“ und „positiven Zahlen“, Drach von „freundschaftlicher Verbundenheit“. Zum Stand der Dinge in Sachen Vertragsverhandlung lässt sich Jäger nur wenig entlocken: „Die Entscheidung wird in den nächsten Wochen fallen.“

„Von klinisch tot zum Klassenverbleib“

Schon am Samstag im Heimspiel gegen den FC Energie Cottbus ist der Trikotpartner im Bruchwegstadion wieder im Tagesgeschäft aktiv. Verteilt an die Zuschauer werden dann 15.000 sogenannte „Lärmfächer“, die ein peitschendes Geräusch erzeugen. Aufgedruckt ist das Mainzer Leitmotiv der Rückrunde, „Mission possible 15“ sowie eine startende Rakete. Die Aktion dürfte ganz nach dem Geschmack von Klopp sein, der nach zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen die Fortschreibung der kollektiven Rettungstat „Von klinisch tot zum Klassenverbleib in nur fünf Monaten“ im Sinn hat.

Der aufblühende Patient Mainz 05 hat nur noch einen Punkt Rückstand zum ersten Nichtabstiegsplatz. „Wir wollen eine gefräßige Maschine bleiben“, sagt der Mainzer Trainer. „Ein richtig schöner Mainz-05-Tag“ soll es werden. So wie das letzte Heimspiel gegen Energie Cottbus, damals noch in Liga zwei. 0:1-Rückstand, letztlich 4:1 gewonnen, und am Ende standen nur mehr neun Cottbuser Profis auf dem Platz.

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