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Kommentar Daumen drücken

06.04.2007 ·  25 Jahre wird es mindestens dauern, bis der FSV Mainz 05 den Kredit für das geplante Stadion abgetragen hat. Doch die Fans können sich freuen: Mit dem Stadion erhalten die „Nullfünfer“ die Chance, sportlich auf Dauer weiter oben mitzuspielen.

Von Markus Schug
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Wenn drei sich streiten, noch dazu über mehrere Monate hinweg, kann trotzdem etwas Brauchbares dabei herauskommen: im konkreten Fall ein neues Fußballstadion für bis zu 35.000 Zuschauer, das – und daran gab es zumindest links des Rheins nie einen ernsthaften Zweifel – selbstverständlich auf Mainzer Gemarkung stehen wird.

Die anfangs erwogene „Wiesbadener Lösung“ – dass der FSV Mainz 05 mit dem aller Voraussicht nach bald in die Zweite Liga aufsteigenden SV Wehen eine gemeinsam zu nutzende Arena auf der anderen Rheinseite bauen könnte –, war nicht mehr als ein von den „Nullfünfern“ bei stockendem Verhandlungsverlauf gern genutztes Druckmittel.

60 Millionen Euro teures Stadionprojekt

Bei dem von Stadt, Land und Verein nun vereinbarten Finanzierungskonzept überrascht zweierlei: zum einen, dass sich die Partner, die bis dahin nicht eben glimpflich miteinander umgegangen waren, bei ihrem Spitzentreffen am Gründonnerstag überhaupt auf ein Modell einigen konnten. Zum anderen, dass die mit mehr als einer halben Milliarde Euro verschuldete Stadt Mainz sich dazu hat überreden lassen, beim 60 Millionen Euro teuren Stadionprojekt den Bauherrn zu spielen. Das Land Rheinland-Pfalz hatte von Anfang an klargestellt, dass man keinen Profi-Fußballverein, sondern allenfalls die eigene Landeshauptstadt werde fördern können. Und der Fußballverein wollte partout keinen privaten Investor dabeihaben, der als Mitbesitzer den künftig zu erzielenden Gewinn schmälern würde.

Nur die Stadt respektive eine eigens dafür noch zu gründende städtische Gesellschaft haben Anspruch auf vergleichsweise günstige Kommunalkredite, die allein den Stadionbau in Mainz ermöglichen. In 25 bis 30 Jahren soll der aufzunehmende 32,5-Millionen- Euro-Kredit abgetragen sein – wenn Mainz 05 bis dahin in der Ersten oder wenigstens in der Zweiten Bundesliga eine Rolle spielt.

Kalkulierbares Risiko

Von einem kalkulierbaren finanziellen Risiko sprachen Innenminister Karl Peter Bruch und Oberbürgermeister Jens Beutel (beide SPD). Auch davon, dass sich die Mainzer Fußballer als wichtiger Image- und Wirtschaftsfaktor in der Region diese Unterstützung mit Steuergeldern verdient hätten.

Der Verein, der sich gelegentlich sehr laut über die Untätigkeit von Stadt und Land beklagt hatte, braucht sich wahrlich nicht zu beklagen: Mit dem neuen Stadion erhalten die „Nullfünfer“ die Chance, sportlich auf Dauer weiter oben mitzuspielen. Und die gerne auf der Haupttribüne Platz nehmenden Vertreter von Stadt und Land sollten dem Bundesligisten dabei aus gutem Grund die Daumen drücken.

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Jahrgang 1962, Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz.

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