21.08.2011 · Mainz 05 setzt auch im Spiel gegen Schalke 04 auf den Torinstinkt des Deutsch-Tunesiers Sami Allagui. Die Mannschaft trifft am Sonntag (15:30 Uhr) gleich auf zwei ehemalige Teamkameraden.
Während der abschließenden Dehnungsgymnastik im Freitagstraining kam Assistenztrainer Arno Michels zu Sami Allagui und plauderte eine Zeitlang mit dem Mainzer Stürmer. Der Gesprächsinhalt ist nicht bekannt, doch Michels dürfte durchaus lobende Worte für Allagui gefunden haben. Der Deutsch-Tunesier, in der vergangenen Saison mit fünf Toren bei zehn Einwechslungen bester Joker der Fußball-Bundesliga, hatte angekündigt, sich in seiner zweiten Spielzeit am Bruchweg noch mehr in den Vordergrund spielen zu wollen. Was ihm mit zwei fast komplett absolvierten Partien bislang durchaus geklungen ist. „Weniger Jokerrolle? Das ist schnell geredet. Aber im Moment handelt er auch danach“, sagt Thomas Tuchel, der Cheftrainer des FSV Mainz 05. „Sami füllt seinen Job so aus, wie ich mir das wünsche.“
Zum Saisonstart gegen Leverkusen traf Allagui zum 1:0, beim Mainzer Sieg in Freiburg musste er nach 81 Minuten nur aufgrund einer taktischen Umstellung vom Feld. „Er hat in der gesamten Athletik, bei Sprints und in der Tempohärte, in der Konstanz bei einfachen Dingen und bei der Behauptung von Bällen zugelegt“, sagt Tuchel über den 25 Jahre alten Angreifer. Was darauf hindeutet, dass Allagui auch im Heimspiel gegen den Pokalsieger Schalke 04 an diesem Sonntag (15.30 Uhr) in der Startelf stehen wird.
Rückkehrer Fuchs und Holtby
Schalke 04, das bedeutet auch, dass mit Lewis Holtby und Christian Fuchs zwei ehemalige 05-Profis für einen Arbeitstag in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt zurückkommen werden. Holtby war nach seiner Leihsaison in Mainz vertragsgemäß nach Gelsenkirchen zurückgekehrt, Linksverteidiger Fuchs hatte im Frühling für einigen Unmut gesorgt, als er seinen Vereinswechsel medial forcierte. Obwohl er laut Tuchel im Wort stand, in Mainz zu bleiben. Aber für den sportlich Verantwortlichen bleibt es dabei: Zur „Affäre“ Fuchs wird er sich nicht mehr äußern. Einmal hat er dies getan, vor Monaten schon, und es dabei als „letzten Gefallen“ deklariert, keine Details öffentlich zu machen. „Und es ist am besten, auch am Spieltag selbst damit sachlich umzugehen.“
Allagui geht davon aus, dass „in Mainz niemand schlecht empfangen wird“. Wenn er sich da mal nicht irrt. Der unvermittelte Trikottausch von Fuchs hatte im Fanlager für großen Unmut gesorgt, der Empfang in der neuen Mainzer Arena dürfte dementsprechend sein. Dass Schalke 04 am Donnerstag in der Europa League eine Blamage erlitten hat, ist für Mittelfeldspieler Elkin Soto kein Grund, das Team von Trainer Ralf Rangnick gering zu schätzen: „Sie haben in der Bundesliga 5:1 gegen den 1. FC Köln gewonnen. Damit ist alles gesagt.“