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Leichtathletik Frankfurt Marathon - anders herum in die "Gudd Stubb"

23.09.2003 ·  Es kommt allmählich Bewegung in den Frankfurt Marathon. Knapp fünf Wochen sind noch Zeit bis zum Startschuß, der am Sonntag, 26. Oktober, unter dem Messeturm in Frankfurt fallen wird.

Von Leonhard Kazda
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Es kommt allmählich Bewegung in den Frankfurt Marathon. Knapp fünf Wochen sind noch Zeit bis zum Startschuß, der am Sonntag, 26. Oktober, unter dem Messeturm in Frankfurt fallen wird. Am Laufklassiker, der seit 1981 - damals noch als Hoechst-Marathon - ausgetragen wird, hat sich vieles geändert. Am letzten Oktoberwochenende werden die rund 10000 Ausdauersportler über eine runderneuerte Strecke laufen. Nach den 42,195 Kilometern durch und um Frankfurt werden sie erstmals nicht unter dem Messeturm ins Ziel laufen, sondern in der Festhalle mit einer großen, bunten Show von den Veranstaltern und den Zuschauern begrüßt werden.

Ungewöhnlich schwere, wirtschaftliche Zeiten machen eben ungewöhnliche Maßnahmen notwendig. Das hat auch Marathon-Organisationschef Jo Schindler erkannt. Nicht zuletzt deshalb haben er und seine Mitarbeiter sich den Zieleinlauf in der Frankfurter "Gudd Stubb" ausgedacht. "Man muß versuchen, sich eine Alleinstellung auf dem Markt zu sichern", sagt Schindler. Und einen Zieleinlauf in einer Halle - das gebe es bei keinem anderen großen Stadtmarathon, so der Regensburger Schindler, der seit vergangenem Jahr für die Organisation des Laufes zuständig ist. Allem Anschein nach scheint das Streben nach Exklusivität Früchte zu tragen. In diesem Jahr haben sich so viele Läufer wie nie zuvor zu diesem frühen Zeitpunkt als Teilnehmer des Ausdauerspektakels am Main angemeldet. Mehr als 7000 wollen die Gesamtdistanz laufen, rund 900 wollen sich am Staffelmarathon, in diesem Jahr erstmals Teil des Eurocity Marathons, beteiligen. Auch ohne die Staffelläufer, unter denen auch die deutsche Rekordhalterin Uta Pippig sein wird, sei die Anzahl der Anmeldungen ein Rekord, die eine Steigerungsrate von mehr als zehn Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr biete, sagt Schindler. Grund für die gewachsene Nachfrage sei auch die aggressive Marketingstrategie, die er und seine Mitarbeiter in den vergangenen Monaten verfolgt hätten, so der Regensburger. Der Frankfurt Marathon war bei sowohl bei den großen, deutschen Stadtmarathons, als auch bei kleineren Veranstaltungen mit Informationsständen vertreten. Der Rest, sagt Schindler, werde durch Mund-zu-Mund-Propaganda erledigt.

Man merkt, wie bemüht die Organisatoren des Laufes sind, um dem Klassiker ein möglichst positives Umfeld zu verschaffen. Was nicht einfach ist, denn er Etat von 1,2 Millionen Euro ist auch jener des vergangenen Jahres und erlaubt keine Experimente. Vor allem bei der Verpflichtung der Läufer müssen konsequent Kompromisse gemacht werden. Diese Arbeit liegt seit ein paar Monaten in den Händen von Christoph Kopp, dem neuen Sportchef des Marathons. Angetreten war der "Ressortchef Topathleten", so Pressesprecher Uwe Martin, mit dem Anspruch, einen schnellen Läufer in Frankfurt aufzustellen, der es endlich schaffen soll, die "magische" Marke von 2:10 Stunden zu unterbieten. Wie schwer dieses Geschäft ist, verdeutlicht die Tatsache, daß just jener Kenianer, den die Frankfurter Marathon-Macher noch am Freitag per E-Mail als ihren Spitzenläufer angekündigt hatten, wenige Stunden später wegen einer "ernsten Verletzung" (Kopp) abgesagt hat. Simon Bor hätte eine Bestzeit von 2:07:55 Stunden zu bieten gehabt, eine Zeit, die er im vergangenen Oktober beim Amsterdam Marathon gelaufen ist. Der Markt der Läufer, die so spät in der Saison noch in der Lage sind, solche Zeiten zu präsentieren, ist nicht allzu groß. So bietet die Frankfurter Liste der schnellen Marathon-Männer eine Reihe Kenianer, die Zeiten zwischen 2:08 und 2:12 Stunden mitbringen. Daneben gehen zwei Russen an den Start: Leonid Schwetsow (2:09:16 Stunden) und Dimitri Kapitonow (2:10:32) "halten die europäische Flagge hoch", sagt Kopp. Deutsche Läufer, die in die Nähe der 2:10 Stunden laufen könnten, sind weit und breit nicht zu sehen. Der letzte Deutsche, der bei einem Stadtmarathon aufs Treppchen lief, war Sebastian Bürklein. Seine Zeit in Regensburg, wo er Anfang Juni Zweiter wurde: 2:20:11 Stunden. Ebenfalls noch nicht abgeschlossen sind die Verpflichtungsarbeiten bei den Marathon-Frauen. Kopp hätte gerne die EM-Zweite Luminita Zaituc und die Vorjahressiegerin, die Spanierin Maria Abel, am Start unter dem Hammering Man. Aber auch hier werden noch Verhandlungen geführt.

Für diejenigen, die die alten Frankfurter Rekordmarken unterbieten, könnten sich die Anstrengungen bezahlt machen. Neben den 12500 Euro Siegprämie, die es für die Siegerin und den Sieger gibt, werden schnelle Läufe zusätzlich entlohnt. Sollte es einem der Frankfurter Starter gelingen, schneller als 2:08:30 Stunden zu laufen, bekommt er zusätzlich 30000 Euro überwiesen. Bei den Frauen wird die gleiche Summe für eine Zeit unter 2:23:30 Stunden bezahlt. Viel Rückenwind, so sagen die Spötter, brauche es für solche Zeiten am Main. Aber auch daran haben die Veranstalter gedacht. Der Marathon wird in diesem Jahr anders herum gelaufen. Damit die Athleten den Wind auf der Zielgerade im Rücken haben.

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