http://www.faz.net/-gzg-8xprd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F+ Icon
F.A.Z. PLUS
abonnieren

Veröffentlicht: 11.05.2017, 13:13 Uhr

Eintracht Frankfurt Noch im ersten Lehrjahr: Blum saugt alles auf

Mit dem 1. FC Nürnberg zog er in der Relegation gegen die Eintracht den Kürzeren. In Frankfurt lernt Danny Blum weiter dazu: „Ich bin dankbar für jede Minute in der Bundesliga“, sagt er.

von
© dpa Von der Noris an den Main: „Wir versuchen immer, absoluten Willen zu zeigen“, sagt Danny Blum

Das ging schnell: Ministerpräsident Volker Bouffier verleiht Robert Kovac für sein engagiertes Einschreiten, einen flüchtigen Dieb zu stellen, die Hessische Medaille für Zivilcourage. Immerhin also auch mal wieder gute, ermutigende Nachrichten in Verbindung mit der Frankfurter Eintracht – in sportlich allerdings ernüchternden Zeiten. In einer langen Kette unerfreulicher Fußballspiele war der Heimsieg am 22. April gegen den FC Augsburg der einzige Frühjahrs-Lichtblick im Kerngeschäft Bundesliga. Vor allem die enttäuschende Leistung beim 0:2 zuletzt gegen den VfL Wolfsburg bremste die große Vorfreude der Fans auf das Pokalfinale doch arg. Der Saisonhöhepunkt in Berlin Ende Mai gegen den großen Favoriten Borussia Dortmund aber lässt noch auf sich warten. Was derzeit zur Stimmungsaufhellung nur zählt, sind die letzten beiden Auftritte in der Liga. Und dort warten zwei Prüfungen, die es in sich haben.

Ralf Weitbrecht Folgen:

Die kommende Partie am Samstag in Mainz ist nicht nur ein Derby und schon allein deshalb immer brisant – der FSV braucht auch noch dringend einen Sieg gegen die Eintracht, um im Fernduell mit dem derzeitigen Tabellensechzehnten Hamburger SV Abstand zum gefährlichen Relegationsplatz zu wahren. Und RB Leipzig, letzter Heimspielgegner der Eintracht am 20. Mai in der Frankfurter Arena vor dem Showdown im Pokalfinale, dürfte als bejubelter Tabellenzweiter und zukünftiger Champions-League-Teilnehmer bestrebt sein, die famose Saison auch noch mit einem letzten Erfolg abzurunden.

„Wir versuchen immer, absoluten Willen zu zeigen“

Auf nach Mainz also erst einmal. Zu den Nullfünfern, bei denen sich die Eintracht allerdings gar nicht gerne blicken lässt. Für Freunde der Statistik ist es sogar ein Grausen, denn Siege der Frankfurter bei den Rheinhessen – es gibt sie einfach nicht. Weder im alten Bruchwegstadion noch in der neuen Arena vor den Toren der Stadt. Nicht nur die Kovac-Brüder wollen, dass sich dies jetzt ändert. Auch Danny Blum wird die kurze Dienstfahrt von Frankfurt nach Mainz mit einer gehörigen Portion Ehrgeiz im Gepäck antreten. „Wir versuchen immer, absoluten Willen zu zeigen. In Mainz sind wir bereit, den Bock umzustoßen“, sagte Blum am Mittwoch. „Mainz als Fünfzehnter hat den Druck, wir können befreit aufspielen.“

Blum ist von der zweiten in die erste Liga gekommen, wechselte von Nürnberg nach Frankfurt und gehörte so am Ende zu den wenigen Gewinnern der in der Relegation der Eintracht unterlegenen „Clubberer“. Doch zum ganz großen Durchbruch hat es in der Bundesliga bislang noch nicht gereicht. Der offensive Mittelfeldspieler, 26 Jahre alt, hat es bislang auf ganze 13 Einsätze gebracht. Dreimal nur stand er in der Startelf. Stammspieler wollte Blum irgendwann im Verlauf der Saison werden, doch zwei Verletzungen, sagte er am Mittwoch, hätten ihn immer wieder zurückgeworfen. „Die haben mich ausgebremst.“

Kurz nach dem Berlin-Spiel in der Hinrunde riss ihm das Innenband im Knie an. Vier Wochen später kam er in der 85. Minute wieder zum Einsatz und hatte die Verletzung offenbar doch noch nicht ganz auskuriert. Bei seiner ersten Aktion, als er den Ball von der Mittellinie ins leere Tor schießen wollte, trat er in den Rasen – mit einer bitteren Folge: Das Innenband riss ganz ab. Drei Monate hat Blum dadurch verloren.

Mehr zum Thema

Trotzdem fühlt er sich nicht als Verlierer. Sein erstes Bundesligajahr versteht er als Lehrjahr. „Ich will lernen, ich will sehen, was hier alles passiert.“ Aus der Zusammenarbeit mit den neuen Spielern und vor allem mit Trainer Niko Kovac, sagt er, habe er viel mitgenommen. „Ich weiß, was es bedeutet, mehr zu investieren. Ich bin schlauer geworden und dankbar für jede Minute in der Bundesliga.“ Dass die Eintracht Anfang Februar den Vertrag vorzeitig bis 2020 verlängert hat, empfindet er als „sehr großen Vertrauensbeweis“. Blum will dieses Vertrauen mit Leistung zurückzahlen. „Ich bin bereit, alles zu geben.“ Am Samstag in Mainz, in der darauffolgenden Woche gegen Leipzig. Und Ende Mai dann natürlich auch und vor allem im Pokalfinale gegen Dortmund. Kovac muss ihn nur spielen lassen.

Vernunft und Traum

Von Michael Hierholzer

Wie sieht die Zukunft der Städtischen Bühnen aus? Folgt eine Sanierung oder gar ein Abriss und Neubau der Theaterdoppelanlage? Die Ansichten darüber gehen auseinander. Mehr 4 10

Zur Homepage