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Kommentar Fußball-Wunderland

13.08.2007 ·  Vier Siege, zehn Tore, zwölf Punkte am ersten Spieltag in der ersten und zweiten Liga - sind wir im Fußball-Wunderland? Wer schon jetzt Schönspieler sehen will, sollte später noch einmal hinschauen - wenn die Mannschaften sich eingespielt haben, meint Uwe Marx.

Von Uwe Marx
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Das kann ja heiter werden mit den Profiklubs der Region. Vier Siege, zehn Tore, zwölf Punkte am ersten Spieltag in der ersten und zweiten Liga – ja sind wir denn im Fußball-Wunderland? Dass der gerade erst abgestiegene FSV Mainz 05 gegen Koblenz gewinnt, ist keine Überraschung. Anders sieht es mit den Erfolgen von Kickers Offenbach in Paderborn und des SV Wehen Wiesbaden bei seiner Zweitligapremiere in Hoffenheim aus. Es war, als hätte sich das siegreiche Terzett den klassenhöheren Nachbarn Eintracht Frankfurt zum Vorbild genommen, der tags zuvor in die neue Spielzeit gestartet war – zwar nicht mit maximaler Attraktivität, dafür aber ebenfalls mit maximalem Erfolg. Dieser ist das einzige Kriterium in dieser Frühphase der Saison.

Wer schon jetzt Schönspieler sehen will, sollte später noch einmal hinschauen – dann nämlich, wenn die Mannschaften sich eingespielt und die Spieler ihre Form gefunden haben. Umso wichtiger, schon jetzt fleißig Punkte zu sammeln. Den Gipfel der Unterhaltsamkeit haben dabei die Wehener erreicht. Erst schmeißt der Präsidentensohn Hankammer unmittelbar vor dem ersten Saisonspiel Manager Hübner raus, dann gewinnt die Mannschaft nach einem 0:2-Rückstand noch in letzter Minute. Turbulenter geht’s kaum. Bei einem solchen sportlichen Finale war zumindest kurz vergessen, dass die so bemerkenswerten Wehener vor dem Wochenende wie ein Dorfverein wirkten, gefangen von ihrer provinziellen Entlassungsposse. Mit ihrem Auftakterfolg haben sie jetzt erst einmal Werbung für das Heimspiel gegen Osnabrück gemacht – am Freitag in der Commerzbank-Arena in Frankfurt, die schwerer zu füllen sein wird als das noch nicht bezugsfertige neue Stadion in Wiesbaden.

Die Siegreichen ziehen weiter

Die Eintracht hat in ihrer Heimstätte bereits früh gute Erfahrungen gemacht. Sie hat einen neuen Kapitän, der schon im ersten Saisonspiel trifft. Sie hat – Beleg für die gelungene Einkaufspolitik – zwei von drei Neuzugängen in der Startaufstellung und, nach einer mitunter quälend erfolglosen Vorsaison, endlich wieder ein Heimspiel gewonnen. Außerdem ist sie ohne Gegentreffer geblieben – auch das kein Selbstläufer, wenn man bedenkt, dass in der Spielzeit 2006/2007 nur eine Mannschaft der Bundesliga, Absteiger Alemannia Aachen, mehr Treffer hinnehmen musste als die chronisch defensivschwache Eintracht. Das ist sehr viel Positives für eine einzige Partie, auch wenn das bloße Ergebnis – 1:0 – vordergründig nach fußballerischem Minimalismus aussieht.

Die Wehener in Frankfurt gegen Osnabrück, die Eintracht in Bielefeld, die Mainzer in Fürth, die Offenbacher zu Hause gegen Aue – die Siegreichen ziehen weiter. Im nächsten Spiel sind die Erfolge von gestern schon wieder weit weg. Momente des Erfolgs kann man auch im Fußball nicht festhalten – man kann sie allerdings wiederholen.

Im nächsten Spiel sind die Erfolge von gestern schon wieder weit weg.

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Jahrgang 1964, Sportredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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