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Nacktfotos Echte Tiefschläge

09.12.2006 ·  „Die Offenbacher Kickers werben dieser Tage mit nackten Spielern für ihr DFB-Pokalspiel gegen Burghausen. Haben die das nötig?“ Auch in Fragen des guten Geschmacks hilft die Frankfurter Sportberatung.

Von Steffen Gerth
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„Die Offenbacher Kickers werben dieser Tage mit nackten Spielern für ihr DFB-Pokalspiel gegen Burghausen. Haben die das nötig?“

Die Art der Aktion, lieber Leser, ist nicht neu, Wiesbadener Volleyballerspielerinnen hatten ja vor einiger Zeit auf vergleichbarem Wege Werbung in eigener Sache betrieben. Ob die Heimspiele deshalb besser besucht werden, läßt sich schwer belegen. Wenn doch, dann ist die Frage, ob das mit plötzlich erwachter Lust am Volleyball in der Landeshauptstadt zusammenhängt.

Und vor Olympischen Spielen sieht man regelmäßig im „Stern“ diese vorgeblich erotischen Bildchen von Stabhochspringern, Schwimmern - oder, schlimmstenfalls, vom kugelrunden Gewichtheber Manfred Nerlinger. Der Sportsoziologe Professor Gunter Gebauer hat einmal seine grundsätzliche Abneigung gegenüber Nackedeifotos von Sportlern bekundet, weil das a) albern sei und b) vom Eigentlichen ablenken würde.

Selbstauslöser unter der Dusche

Nun also die Kickers. Merkwürdig grimmig gucken sie, die Sportfreunde Türker, Dorn, Dundee und Müller. Wer spätabends durch private TV-Kanäle klickt, der stößt manchmal auf ähnliche Bilder von Männern wie aus Riefenstahl-Filmen, den Drachen besiegend, Stahlerotik. RUF-MICH-AN, sagen sie uns dann.

Wir rufen aber nicht an. Und das werden wir auch im Falle der württembergischen Bezirksligafußballspieler vom SV Dettingen nicht tun. Denn die haben sich für eine der vielen und gewohnt überragenden Aktionen der „Bild“-Zeitung nackt unter die Dusche ihres Vereinsheimes gestellt, neuralgische Stellen mit Schaum kaschiert - und auf den Selbstauslöser der digitalen Kamera gedrückt. „Bild“ zahlt 5000 Euro Prämie für diese „nackten (Fußball-)Kanonen“, wie es heißt. Vielleicht wären ja so solche Fotos noch zu ertragen, wenn nicht die Bildtexte dazu immer für echte Tiefschläge sorgten. Die Kickers „geben alles im Pokal“, natürlich.

Eigenartige Aufstellung

Bei den vier nackten Kickers-Kickern muß noch über deren eigenartige Aufstellung diskutiert werden. Vier Männer, nebeneinander. An anderer Stelle würde sich machtvoll die Formulierung „in Reih' und Glied“ aufdrängen, aber hier geht es seriös zu. Daher nur Reih'. Aber warum? Das Bild wirkt nämlich dadurch ein bißchen, als ob das Quartett Trainer Wolfgang Frank mit dem Rohrstock erwarten würde. Mindestens.

Oder wie eine Musterung beim Militär: „Alles auszieh'n - bis auf die Socken. Und dann vor der Bank aufstellen. Aber dalli, dalli.“ Was auf jeden Fall befremdlich ist, sind die weißen Socken bis zu den Knien, die als letztes Textil getragen werden dürfen. Auf den ersten Blick wirken diese wie hautenge Stiefel. In Korrespondenz mit dem großen nackten Rest der Männerkörper ist ein Ensemble entstanden, das gewiß in Liebhaberkreisen wohlige Gefühle verursacht.

Bitte wieder anziehen.

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