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Ironman Germany Absage von Hellriegel

28.06.2005 ·  Nach dem Kanadier Peter Reid, der an den Folgen einer bakteriellen Infektion leidet, hat ein zweiter prominenter Triathlet seine Teilnahme am Ironman Germany am 10.Juli in Frankfurt absagen müssen: Thomas Hellriegel leidet am Pfeiiferschem Drüsenfieber.

Von Michael Eder
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Nach dem Kanadier Peter Reid, der an den Folgen einer bakteriellen Infektion leidet, hat ein zweiter prominenter Triathlet seine Teilnahme am Ironman Germany am 10.Juli in Frankfurt absagen müssen. Thomas Hellriegel, der 1997 als erster Deutscher den Ironman auf Hawaii gewann, erklärte am Dienstag seinen Verzicht. Er ist am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt, die Virusinfektion, sagt er, lasse ihm keine andere Wahl. "Ich muß die Krankheit erst vollständig auskurieren." Für den Frankfurter Ironman, die wichtigste Langstreckenveranstaltung nach Hawaii, ist das Fehlen von Hellriegel ein ähnlich schwerer Verlust wie die Absage von Reid.

Hellriegel hatte die Absage über Wochen hinausgezögert, immer in der Hoffnung, daß sich seine Blutwerte soweit besern würden, daß er in Frankfurt starten könnte. Ein Trainingsversuch in der vergangenen Woche hat dann aber für Gewißheit gesorgt. "Es macht keinen Sinn." Im normalen körperlichen Zustand, sagt Hellriegel, der als äußerst trainingsfleißig gilt, laufe er den Kilometer in vier Minuten bei einem Puls von 130 bis 135 Schlägen, "soviel habe ich jetzt beim Treppensteigen." Im Rückblick, sagt er, habe es erste Anzeichen der Krankheit schon im April gegeben. Mal habe er Halsweh gehabt, mal Schlafprobleme, mal habe er nach dem Training ungewohnt lange geschwitzt. Aber alles nichts Dramatisches, bloß Kleinigkeiten, die man beiseite schieben und auf die hohen Belastungen in dieser Trainingsphase zurückführen könne. Klarheit gab es dann im Mai. Bei einem routinemäßigen Leistungstest an der Freiburger Universitätsklinik waren die Werte schlecht, weit schlechter als noch im März. "Kaum Belastung, aber Puls 150." Ausreden, falsche Erklärungen gab es von da an nicht mehr. "Da hast du alles schwarz auf weiß", sagt Hellriegel. "Der Ergometer lügt nicht."

Die Blutwerte bestätigten das alarmierende Ergebnis. Immunstatus im Keller, Hämatokritwert ebenso, Protein im Blut, "das ganze System unten", wie Hellriegel sagt. Aber immer noch die vage Hoffnung, alles könne sich rechtzeitig vor dem Frankfurter Ironman wieder normalisieren. Hellriegel informierte sich über das Krankheitsbild und lernte, daß es keine gesicherte Prognose über den Verlauf gibt. "Es kann drei Wochen dauern, aber auch ein halbes Jahr und länger."

Seit Dienstag nun ist Hellriegel fest entschlossen, sich Zeit zu nehmen. Hat er sonst bis zu acht Stunden pro Tag trainiert, so geht er jetzt nur noch ein wenig schwimmen und läuft höchstens ein paar Meter ganz locker - "Bewegungstherapie" nennt er das. Und wie anstrengend das Nichtstun ist: "Ich gehe die Wand hoch", sagt er. "Ich fange schon an, den Rasen zu mähen, im Garten zu arbeiten." Wie es weiter geht, weiß er beim besten Willen nicht zu sagen. Ob er wenigstens als Zuschauer zum Ironman nach Frankfurt kommt? Eher nicht, sagt er. Nicht nur, weil ihm das Herz bluten würde, "wenn die Jungs unterwegs sind", sondern weil er nicht unerkannt an der Strecke stehen könnte, weil er keine Lust hat, seine Krankengeschichte wieder und wieder zu erzählen. "Man sieht mir ja nichts an", sagt er. "Ich sehe aus wie immer. Vielleicht sollte ich mir den Arm eingipsen lassen." Immerhin: Seine Humorwerte sind noch ganz in Ordnung.

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Jahrgang 1957, Sportredakteur.

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