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Im Gespräch: Kurt Denk : „Frankfurt ist genauso wertig wie Hawaii“

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Strahlender Eisenmann: Der Vorjahressieger Chris McCormack ist auch am Sonntag wieder am Start Bild: Wonge Bergmann

In der Szene der Dreikämpfer ist allerhand los: Neue Rennen soll es bald geben und ein neues Doping-Kontollsystem; Denk, der Frankfurter Triathlon-Macher, sitzt dabei an den Schalthebeln.

          In der Szene der Dreikämpfer ist allerhand los: Neue Rennen soll es bald geben und ein neues Doping-Kontollsystem; Denk, der Frankfurter Triathlon-Macher, sitzt dabei an den Schalthebeln.

          Herr Denk, Sie haben Ihre Firma Xdream an den Ironman-Eigentümer, die World Triathlon Corporation (WTC), verkauft und firmieren jetzt als Europa-Geschäftsführer der WTC. Wie kam es dazu?

          Wir hatten im Januar, während der ISPO in München, um einen Gesprächstermin gebeten, um neue Rennen für Europa zu besprechen, die wir im Auftrag der WTC organisieren sollten. Providence hat die WTC im April 2008 gekauft. Providence ist eine Private Equity, nicht zu verwechseln mit einem Hedge Fonds. In München hat man uns gefragt, ob wir uns vorstellen könnten, ein Konzept für Gesamt-Europa langfristig zu leiten und das unter dem Dach der WTC zu machen. Wir sollten ein Angebot abgeben. Das haben wir getan. Mitte April war das Ganze abgewickelt. Xdream ist seither eine hundertprozentige Tochter der WTC.

          Sie haben Entscheidungsbefugnisse?

          Bis April 2009 waren wir Lizenznehmer, da mussten wir alles anfragen, was wir an Ideen hatten, jetzt sind wir ein Teil der Firma und haben für Europa gewisse Freiheiten, Handlungsspielräume – und die Verantwortung. Wir können das Regelwerk ändern.

          Was wollen Sie ändern?

          Sehr konkret ist zum Beispiel, dass wir Staffelwettbewerbe auf der Langdistanz einführen werden. Und es wird höchstwahrscheinlich ein zweiter Ironman in Deutschland kommen. 2010, spätestens 2011, und dieser Ironman wird einen Staffelwettbewerb bekommen.

          Unter dem Ironman-Label waren Staffeln bisher verpönt.

          Dogmen müssen fallen. Man kann sich mit ihnen nicht mehr vorwärtsbewegen. Für uns ist der Verzicht auf Staffeln kein Dogma mehr, wir werden künftig auch den Massenstart nicht mehr als Dogma sehen. Es kann in Zukunft auch verschiedene Startzeiten geben. Wir müssen kreativ in die Zukunft sehen.

          Waren diese Neuerungen Bedingungen, die Sie für Ihren Einstieg in die WTC genannt haben?

          Nein, ich habe die Leute von der WTC gefragt, und sie haben gesagt: Ja. Ein anderes Dogma, das fallen wird: Wir werden, obwohl wir Privatveranstalter sind, keine lebenslangen Sperren für unsere Rennen mehr verhängen. Auch bestrafte Doper werden bei uns wieder starten können, wenn die dafür vorgesehenen Zeiträume von zwei bis vier Jahren abgelaufen sind. Dies kann im Einzelfall anders sein, solange jemand beispielsweise uns oder unsere Helfer beleidigt oder gerichtlich gegen uns vorgeht. Wir werden den Kodex der Internationalen Anti-Doping-Agentur achten, und der sieht derzeit zumindest bei erstmalig überführten Dopern keine lebenslangen Sperren vor.

          Das heißt, auch Nina Kraft und Lothar Leder, der ja nie offiziell des Dopings überführt wurde, können in Frankfurt wieder antreten?

          Nina Kraft kann bei uns starten. Sie hat ihre Sperre abgesessen. Mit Lothar Leder sind die Rechtsstreitigkeiten beendet. Klagen sind nicht mehr anhängig. Der Vorgang ist für uns abgeschlossen. Auch Lothar Leder ist wieder startberechtigt.

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