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Im Gespräch: Andreas Chuc, „Green Lions“ Prügeln Polizisten? „Gelegentlich“

12.03.2010 ·  Die „Green Lions“ haben gerade zum dritten Mal die deutsche Meisterschaft im Polizei-Eishockey gewonnen. Der Klub besteht aus hessischen Polizisten, Beamten der Bundespolizei und des Bundeskriminalamtes. Auch bei ihnen fliegen bisweilen die Fäuste, wie ihr Chef Andreas Chuc gesteht.

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Der Eishockeyklub „Green Lions“ besteht aus Schutz-, Wasserschutz-, und Bereitschaftspolizisten des Landes Hessen, Beamten der Bundespolizei und des Bundeskriminalamtes. Auch bei ihnen fliegen bisweilen die Fäuste, wie ihr Chef Andreas Chuc im Interview gesteht.

Sie haben mit den „Green Lions“ gerade zum dritten Mal nach 1993 und 2003 die deutsche Meisterschaft im Polizei-Eishockey gewonnen. Was macht die Frankfurter Ordnungshüter so stark?

Was unsere Mannschaft auszeichnet, ist der Zusammenhalt. Die meisten haben früher in Nachwuchsmannschaften gespielt, in Frankfurt, Limburg oder wie ich in Bad Nauheim. Nach der Gründung der Green Lions 1987 sind wir nach und nach zur Mannschaft gestoßen, trainieren zweimal die Woche morgens um halb acht in der Eissporthalle. Viele von uns spielen außerdem in anderen Klubs. Wir haben auch welche, die früher Profis waren; einer hat sogar in der DEL bei Wolfsburg gespielt, und unser Kapitän war beim EC Bad Nauheim in der zweiten Bundesliga aktiv. Die Polizei-Meisterschaft in München war auch kein Larifari-Turnier, sondern da ging's hart zur Sache.

Heißt das, dass sich die Polizei auch mal Faustkämpfe liefert auf dem Eis ?

Das sollte nicht vorkommen, ist aber in der Vergangenheit gelegentlich passiert. Eishockey ist eben ein harter Sport, da kann es schon mal vorkommen, dass ein härterer Zweikampf ohne Schläger ausgetragen wird. Aber die Feindschaft ist nicht von Dauer. Danach trinken wir ein Bier zusammen.

Und wie reagieren Polizisten, die normalerweise selbst für Recht und Ordnung sorgen, wenn sie von einem Schiedsrichter zurechtgewiesen werden?

Man braucht auch im Eishockey einen, der die Polizei spielt. Wenn ich gefoult werde, kann ich den Gegner ja nicht zurechtweisen, das muss dann eben der Schiedsrichter für mich machen.

Woher kommt die Namensgleichheit mit dem Profiklub Frankfurt Lions?

Zur Gründungszeit waren wir ein Teil der Lions-Familie, sind dann aber herausgewachsen und eigenständig geworden.

Die Farbe der Polizei in Hessen ist nicht mehr Grün, sondern Blau. Müssten Sie sich nicht in „Blue Lions“ umbenennen?

Sie werden lachen, aber ich habe schon mit dem Team darüber gesprochen. Aber wir haben entschieden, dass wir unsere Farben und unseren Namen behalten.

Haben Sie eigentlich auch „Legionäre“ im Team?

Alle unsere Spieler kommen aus dem Frankfurter Raum oder vom Bundeskriminalamt in Wiesbaden. Für ein Turnier eingekauft wird keiner.

Dass Sie Eishockeyspieler aus Kanada holen, kann ja bei der deutschen Polizei auch nicht sein.

Nein, das geht nicht. Es sind nur Polizeibeamte erlaubt, die einem Innenministerium unterstellt sind. Zollbeamte dürften bei uns auch nicht mitspielen, weil der Zoll dem Finanzministerium untersteht. Wir könnten also keinen Kanadier holen, ihm einen Ausweis der Wachpolizei ausstellen und ihn aufs Eis schicken.

Die Fragen stellte Thomas Klemm.

Quelle: F.A.Z.
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