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Fußball im Fernsehen Das Kreuz mit dem Ball

25.11.2006 ·  „Jeden Tag Fußball im Fernsehen, ich bin völlig genervt, wann hört das endlich auf?“ Auch diese Frage beantwortet die Frankfurter Sportberatung wie gewohnt zuverlässig.

Von Uwe Martin
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„Jeden Tag Fußball im Fernsehen, ich bin völlig genervt, wann hört das endlich auf?“

Zugegeben, hinter uns liegt eine extreme Woche. Am Montag Zweite Bundesliga, am Dienstag und Mittwoch Champions League, am Donnerstag Uefa-Pokal, immer freitags erste Liga, die heute und am Sonntag fortgesetzt wird, am Montag wieder zweite Liga ... Es ist schon ein Kreuz mit dem Ball. Das einzige, was Ihnen hilft, ist Medienkompetenz. Anders ausgedrückt: Sie müssen das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden lernen. Und da helfen wir gerne weiter.

Ein Beispiel: Die samstägliche ARD-Sportschau ist Kult seit Ernst Huberty, zudem sieht die Moderatorin Monica Lierhaus noch viel besser aus. Dranbleiben! Halten sich aktuelle Informationslücken, bitte auf das Aktuelle Sportstudio (ZDF) zurückgreifen. Sie sollten die Sendung jedoch boykottieren, wenn Gottschalk ewiglich überzieht, es später als 23 Uhr wird. Grundsätzlich gilt: Der Fußball wird nicht besser, nur weil er immer und überallhin versendet wird. Geschüttelt und gerührt mit schier endlosen Werbepausen und dämlichen Gewinnspielen. Womit wir bereits bei der Kategorie Sinnlos-Fernsehen wären.

Keine Hoffnung auf Besserung

Beispielsweise die Free-TV-Premiere der Champions League am Dienstag im DSF mit dem Kracher Arsenal London vs. Hamburger SV. Schwülstige Musik gaukelte Großes vor im sogenannten Champions TV, dabei war Hamburg schon vor dem Anpfiff raus. Diese privaten Fußballverkäufer wollen grundsätzlich nur eines, Ihr Bestes, Ihr Geld. Der Sport ist lediglich das Vehikel. Noch eine Versicherung gefällig? Vielleicht einen zweiten Flachbildfernseher fürs Kinderzimmer? Spätestens bei der x-ten Einblendung des anspruchsfreien Zuseherrätsels (Wer ist Kapitän des HSV: Rafael van der Vaart oder Frank Rijkaard?) hätte Ihnen klar sein müssen, daß dies mitnichten Ihrem Bildungsniveau entspricht. Ganz zu schweigen von der Präsenz des geläuterten Stinkefinger-Macho-Experten Stefan Effenberg.

Doch zurück zu Ihrer Eingangsfrage. Leider gibt es keine Hoffnung auf Besserung. Wie es nicht in jedem Hollywood-Film ein Happy-End gibt. Soll ja vorkommen. Wenn Sie kein TV-Fußball-Junkie werden wollen, der irgendwann nicht mehr weiß, welches Spiel er gerade sieht, dafür aber sämtliche Sportreporter an der Stimme erkennt, müssen Sie Vernunft annehmen, quasi einen ganz persönlichen TV-Fußball-Spamfilter entwickeln. Streichen Sie zunächst alles Unrealistische, also alle Partien, in denen ein Klub 7:0 gewinnen müßte, um die nächste Runde zu erreichen. Meiden Sie den fünften Nachbericht, dafür ist in dieser hektischen Globalisierungszeit kein Platz. Ignorieren Sie Sendungen mit alternden Profis, die mit ihren Einlassungen zwischen zwei Golfrunden ihre Rente aufbessern.

Schon etwas bemerkt? Stimmt, dann bleibt nicht mehr viel übrig. Und wenn Sie jetzt noch eine vernünftige Tageszeitung aufschlagen, haben Sie sogar ein aktualisiertes Fernsehprogramm zur Hand und können gezielt wählen. Selbstverständlich nachdem Sie zuvor die Sportseiten gelesen haben. Sie haben die Macht. Machen Sie etwas draus!

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