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Im Gespräch: Sead Mehic „Man denkt, das ist ein schlechter Witz“

„Man kann es erst gar nicht glauben. Man denkt, das ist ein schlechter Witz“, sagt Sead Mehic angesichts des Rücktritts von Trainer Tomas Oral. Im Interview äußert sich der Kapitän des FSV Frankfurt über und das Ende einer Ära bei den Schwarz-Blauen.

© AP Vergrößern „Man kann es erst gar nicht glauben. Man denkt, das ist ein schlechter Witz”, sagt Sead Mehic (rechts)

Der Kapitän des FSV Frankfurt, Sead Mehic, äußert sich im Interview über den Rücktritt des Trainers Tomas Oral und das Ende einer Ära.

Tomas Oral ist zurückgetreten. Muss sich die Mannschaft den Vorwurf machen, den Trainer bei seiner Arbeit nicht genug unterstützt zu haben?

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Wenn man aus acht Spielen zwei Punkte holt, muss sich jeder Gedanken machen und sich hinterfragen. Da darf man wirklich nicht blauäugig sein. Wir sind alle an der Situation schuld. Der Trainer hat persönliche Gründe für seinen Schritt genannt. Um so mehr tut es mir leid. Die Arbeit von Tomas Oral mit der Mannschaft war intakt.

Was haben Sie gedacht, als Oral die Mannschaft in der Kabine von seiner Entscheidung in Kenntnis setzte?

Man kann es erst gar nicht glauben. Man denkt, das ist ein schlechter Witz. Denn die Mannschaft hat gegen Kaiserslautern Moral gezeigt und nicht gegen den Trainer gespielt. In dem Moment ist man sprachlos. Der Kopf ist leer.

Hat Oral mit seinem Entschluss Stärke oder Schwäche gezeigt?

Wenn der Verein dem Trainer den Rücken stärkt und er dennoch zurücktritt, kann man von Stärke sprechen.

Haben Sie Respekt vor der Entscheidung von Oral?

Der Coach hat gesagt, dass er sich das lange genug überlegt hat. Wenn Tommy das so sieht, denke ich, ist das für ihn die richtige Entscheidung.

Gab es in der Kabine Spieler, die versucht haben, den Trainer umzustimmen?

In so einem Moment ist das schwer. Ich traue Tommy nicht zu, dass er seine Entscheidung aus der Emotion heraus in einer Kurzschlussreaktion getroffen hat. Dafür kenne ich ihn zu lange. Er ist ein ehrlicher Mensch. Tommy muss triftige Gründe gehabt haben. Im Vorfeld hätte ich versucht, ihn umzustimmen.

Können Sie sich einen Grund vorstellen?

Im Moment, nein.

Gab es ein Gespräch des Mannschaftsrats mit Oral, in dem die Spielervertreter Änderungen angemahnt haben?

Wir haben immer Gespräche, aber mit der ganzen Mannschaft. Eine Krisensitzung gab es nicht.

Gab es eine Opposition innerhalb der Mannschaft?

Ich weiß von nichts. Wenn es sie gäbe, täte es mir für die Leute leid.

Was geht dem FSV jetzt verloren?

Seine Qualitäten als Trainer. Seine unermüdliche Kampfansage. Er hat nie aufgegeben und die Mannschaft infiziert.

Um so unverständlicher ist es, dass er jetzt zurückgetreten ist, oder?

Ja, natürlich. Aber er sagt, dass die Gründe nicht im Verhältnis Trainer zur Mannschaft liegen. Daher muss man seine Entscheidung respektieren.

Ist beim FSV mit dem Rücktritt von Oral eine Ära zu Ende gegangen?

Natürlich. Das, was man hier sieht, ist ein großer, großer Anteil von Tommy.

Wann wird man Oral wieder auf der Trainerbank sehen?

Ich hoffe, so schnell wie möglich.

Die Fragen stellte Jörg Daniels.

Quelle: F.A.Z.

 
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