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Fraport Skyliners : „Ohne Wöbke wäre ich kein Trainer mehr“

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In seinem Element: Gordon Herbert, Cheftrainer der Fraport Skylineres, bei einem Meisterschaftsspiel in der Max-Schmeling-Halle in Berlin. Bild: dpa

Gordon Herbert, Cheftrainer der Frankfurter Basketballer, über seine besondere Beziehung zum Skyliners-Chef, die Tücken dieser Saisonvorbereitung und den Verlust des Startplatzes in der Champions League.

          Wer hat den schwierigeren Job bei den Skyliners? Geschäftsführer Gunnar Wöbke oder Sie?

          Gunnar hat immer den schwierigsten Job. Er muss sich mit vielen verschiedenen Themen befassen – dem Team, den Sponsoren oder der Arbeit auf der Geschäftsstelle.

          Aber das Endprodukt auf dem Feld formen Sie. Und Sie müssen in Frankfurt aus einem bescheidenen Etat viel machen und Talente zu gestandenen Bundesliga-Spielern ausbilden. Einen Sportdirektor gibt es qua Funktion auch nicht. Sind Sie immer einer Meinung mit Gunnar Wöbke?

          Nein. Wir diskutieren auch miteinander. Es wäre nicht gut, wenn zwei Menschen immer die gleiche Meinung hätten. Zum Schluss kommen wir aber zu einem von beiden mitgetragenen Ergebnis.

          Wer ist der Boss?

          Gunnar. Ich habe großen Respekt vor ihm. Ich hatte Rückenprobleme. Und er hat mich unterstützt, wie es sonst keiner tun würde. Das vergesse ich ihm nie. Ich schulde Gunnar viel, für mich ist er eine großartige Person. Er ist einer der wichtigsten Personen in meinem Leben für meiner Trainerkarriere. Ohne Gunnar wäre ich heute nicht Trainer in Frankfurt. Ich wäre überhaupt kein Trainer mehr.

          Sind Sie befreundet?

          Ja. Wir haben großen Respekt voreinander. Er ist der beste Mensch, für den ich bisher gearbeitet habe. Das bringt mir fast ein bisschen die Tränen in die Augen.

          Sie sind 58. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, wann Sie Ihre Trainerkarriere beenden werden?

          Vielleicht in zwei Jahren, ich habe noch einen Zweijahresvertrag. Ich muss abwarten, wie es mir dann gesundheitlich geht. Auf jeden Fall werde ich dem Basketball später in irgendeiner Funktion verbunden bleiben – vielleicht auch in Frankfurt.

          Oder als Trainer einer Nationalmannschaft?

          Ich habe darüber nachgedacht. Seit 2010 habe ich vier Angebote als Nationaltrainer abgelehnt, eines in diesem Sommer. Es war sehr interessant für mich. Ich habe dann mit Gunnar darüber gesprochen. Aber Gunnar hatte absolut Recht: Aufgrund meines Rückens kann ich es nicht machen. Ich kann nicht das ganze Jahr über arbeiten. Zwischen den Spielzeiten brauche ich eine Auszeit, um den Stress aus meinem Rücken zu bekommen. Klare Priorität haben für mich die Skyliners. Ich will hier die bestmögliche Arbeit machen. Es gibt drei Dinge in meinem Leben, auf die ich mich konzentriere: Meine Gesundheit, meine Familie und meinen Job bei den Skyliners. Alles andere tritt dahinter zurück.

          Hinter Ihnen liegt die Saisonvorbereitung. Ist die Mannschaft gewappnet für den Liga-Start an diesem Freitag in Jena?

          Teilweise war es schon hart. Wir hatten ein paar verletzte Spieler. Und der eine oder andere Spieler stieß erst relativ spät zum Team. Aber wir sind bereit, ich bin sehr zuversichtlich. Wir haben uns erst einmal auf die wichtigsten Dinge konzentriert. Ein paar Dinge wollen wir sehr gut machen. Wir können nicht beides sein – ein großes Defense-Team und ein großes Offense-Team. Im Moment wollen wir sehr gut verteidigen.

          Wie schätzen Sie Ihr Team ein?

          Ich bin sehr zufrieden. Wir haben eine der interessantesten Mannschaften, die ich je betreut habe. Wir haben sehr gute, junge deutsche Spieler, wir hoffen, dass sie gute Schritte nach vorne machen. Mit dem 24 Jahre alten Phil Scrubb und dem 22 Jahre alten Tai Webster sind außerdem ein kanadischer und ein neuseeländischen Nationalspieler in unseren Reihen. Beide sind viel erfahrener als es ihr Alter aussagt. Das ist für mich ein großes Plus. Und mit Quantez Robertson, Shawn Huff und Mike Morrison haben wir eine ältere Spielergruppe, die für die Jungen ein sehr gutes Beispiel an Professionalität sind. An ihrer Seite können die Talente wachsen. Wir haben einen sehr guten Mannschaftsmix mit einer sehr guten Teamchemie.

          Robertson und Morrison waren zum Start der Vorbereitung aber keine Vorbilder.

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