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Im Gespräch: Murat Didin „Wir können uns Berlin schnappen“

04.10.2008 ·  Murat Didin, Basketball-Trainer der Frankfurt Skyliners, spricht im Interview über Sponsoren, die Arbeit mit drei Assistenten, den großen Konkurrenten aus Berlin, über einen Kronprinzen und die Meisterschaft.

Von Jörg Daniels
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Murat Didin, Basketball-Trainer der Frankfurt Skyliners, spricht im Interview über Sponsoren, die Arbeit mit drei Assistenten, den großen Konkurrenten aus Berlin, über einen Kronprinzen und die Meisterschaft.

Ist die Partnerschaft der Skyliners mit der Deutschen Bank wegen der weltweiten Bankenkrise in Gefahr?

Diese Krise sensibilisiert jeden. Aber ich glaube nicht, dass es bei unserer Zusammenarbeit zu Veränderungen kommt. Unser Hauptsponsor ist stark genug und sehr geachtet in der Finanzwelt. Wir als Basketballverein müssen sehr sorgfältig sein und weiter darauf hinarbeiten, in der Bundesliga und in Europa Erfolg zu haben.

Wann verlängern Sie Ihren Vertrag?

Als ich ihn im vergangenen Jahr unterschrieben habe, hieß es, dass die Laufzeit drei Jahre plus eins betragen könne, wenn das die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Vereins erlauben würden. Nun, da es positiv aussieht, will sich unser Geschäftsführer Gunnar Wöbke daranmachen, den Vertrag mit mir bis 2010 zu verlängern mit der beiderseitigen Option für ein weiteres Jahr.

Bedeutet das, dass der Hauptsponsor dem Klub neue Planungssicherheit gibt?

Ich bin kein Hellseher oder Astrologe. Aber im Gefühl habe ich sehr gutes Wetter wie die Sonne in Antalya. Der große Titelanwärter Berlin verfügt über ein weitaus höheres Budget als Frankfurt.

Stehen die Skyliners am Saisonende vor dem deutschen Meister?

Wir werden ein starker Gegner für jedes Team sein, das von der Meisterschaft träumt. Und in zwei oder drei Jahren ist Frankfurt in der Bundesliga der stärkste Gegner für Berlin. Wir haben einige wichtige Siegertypen. Und wenn wir noch einen Center gefunden haben und unser Aufbauspieler Jimmy McKinney von seiner Verletzung zurückkehrt, können wir im Training mit 12 bis 14 Spielern arbeiten.

Wundern Sie sich, dass die Berliner finanziell viel bessere Voraussetzungen haben als die Skyliners aus der Bankenstadt Frankfurt?

In Berlin gibt es eine sehr traditionsreiche Basketballorganisation. Es ist das erste starke deutsche Team in Europa. Das heißt aber nicht, dass man mit weniger Geld nicht produktiver sein kann. Wir können uns Berlin schnappen.

Wünschen Sie sich, irgendwann Berlin zu trainieren?

Ich kann jedes Team trainieren. Und ich mag jeden Klub, bei dem Basketball einen großen Stellenwert hat und wo es eine wirkliche Vision gibt. Auf der Seite von Frankfurt zu sein gibt mir aber ein gutes Gefühl und Energie.

Wollen Sie Ihre Trainerkarriere in Frankfurt beenden?

Das Potential hier ist groß. Sobald ich merke, dass wir in jeder Saison einen Schritt nach vorne machen, will ich nicht woanders hingehen.

Aber ist es unter den augenblicklichen wirtschaftlichen Bedingungen nicht bloß ein Traum, mit den Skyliners sportlich eine größere Rolle in Europa zu spielen?

Es ist kein langer Weg. Es dauert jedoch noch ein bisschen.

Wie viel Geld bräuchten Sie denn für die Mannschaft, um mit dem Etat richtig glücklich zu sein?

Das ist kein verrückter Betrag. Wenn die Skyliners in der Lage sind, ihr Budget zu verdoppeln, dann ist es möglich, mit einigen weiteren erfahrenen Spielern größtenteils erfolgreich in Europa zu sein.

Und heute?

International können wir ein paar respektable Ergebnisse erzielen. Aber um ganz hohe Ziele zu haben, müssen wir die Bedingungen verbessern. Und das wiederum ist kein Traum. Wenn sich uns die Möglichkeit bietet, deutscher Meister zu werden und ein Teil der Basketball-Champions-League zu sein, dann, denke ich, ist unsere Organisation – dazu zähle ich den Klub, die Stadt und die Sponsoren - bereit, mehr Geld zu geben.

2011 endet der Langzeitvertrag von Pascal Roller in Frankfurt. Halten Sie eigentlich schon heute Ausschau nach seinem Nachfolger?

Den Kronprinzen von Pascal müssen wir kreieren. Das ist keine leichte Aufgabe. Wenn ich Pascal wäre, würde ich meine Karriere aber fortsetzen. Mit dann 34 Jahren ist er dazu in der Lage.

Warum hat Nationalspieler Konrad Wysocki Startschwierigkeiten in Frankfurt?

Wenn Konrad seinen Wurf ein bisschen verbessert, kann er ein sehr moderner Spieler für die Position drei werden. Ich denke, er braucht ein bisschen Zeit. Und alle Spieler müssen verstehen, dass sie in einem Team sind. Wenn du empfindlich bist, was dein eigenes Abschneiden angeht, machst du dir das Leben selbst schwer. Das gilt für alle – auch für mich. Das ist die Realität.

Sie haben zum ersten Mal drei Assistenztrainer in Frankfurt. Haben Sie jetzt ein schönes Leben als Chef?

Wenn es darum geht, perfekt arbeiten zu wollen, gibt es keine Grenzen, professionell zu sein. Die Konstellation mit drei Assistenten macht unseren Job besser.

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