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Frankfurt Skyliners In der Defensive - sportlich und wirtschaftlich

27.05.2011 ·  Die Frankfurt Skyliners stehen gegen Alba Berlin vor dem Aus in den Play-offs der Basketball-Bundesliga. Und sie schwächeln bei der Sponsorensuche. So will Fraport nicht Hauptsponsor werden.

Von Leonhard Kazda
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Die Schlusssirene wirkte diesmal fast wie eine Erlösung. Als das scheppernde Hupen in der Frankfurter Ballsporthalle am Mittwochabend die Basketball-Bundesligapartie zwischen den Frankfurt Skyliners und Alba Berlin beendete, hatten sich viele der 5000 Fans schon auf den Heimweg gemacht. Denn es gab nichts mehr zu gewinnen für die Hessen. Der ehemalige Frankfurter Derrick Allen hatte den Ball zum 54:28 in den Korb der Skyliners gelegt - neun Minuten waren da noch zu spielen in dieser Halbfinalpartie der Play-offs, die den Skyliners noch in unangenehmer Erinnerung bleiben dürften.

Das 52:68, das die Profis von Cheftrainer Gordon Herbert hinnehmen mussten, war ein herber Rückschlag in der Serie „best of five“. Am Sonntag hatten die Frankfurter in Berlin zum Zwischenstand von 1:1 ausgeglichen. Die Chancen, Alba im dritten Spiel ein zumindest ebenbürtiger Gegner zu sein, schienen ausgezeichnet. Doch die Skyliners waren alles andere als das. Fast die ganze Partie über chancenlos, ohne Biss und Selbstbewusstsein, ohne Wurfglück - nur jeder vierte Wurf aus dem Feld traf -, ruderten sie durch die hohen Wogen, die von den stürmischen Berlinern aufgetürmt wurden. Das rettende Ufer liegt nun in weiter Ferne. Denn Alba kann an diesem Sonntag in der Arena am Berliner Ostbahnhof mit einem dritten Sieg ins Finale einziehen.

„Wir hatten von Anfang an nicht die nötige Intensität“

Stumm und mit hängenden Köpfen waren die Skyliners nach der Niederlage in die Kabine geschlichen. Die sonst übliche lockere Autogrammrunde mit den Fans musste diesmal warten. Es gab Gesprächsbedarf. Als nach einer Weile die ersten Frankfurter zurück in die Halle kamen, waren nur noch wenige ihrer Anhänger da. Pascal Roller schrieb mit ernstem Gesicht ein paar Unterschriften auf T-Shirts und Hallenhefte und sagte: „Wir hatten von Anfang an nicht die Intensität, die nötig ist, um eine Mannschaft wie Berlin zu schlagen.“ Für Roller war es auch persönlich ein bitterer Abend. So ein Spiel zum Ausklang der Karriere wünscht sich niemand. Sechs Würfe aus dem Feld hatte der Spielmacher versucht, nur einer traf in den Korb. Und bei seinen vier Versuchen von jenseits der Dreipunktelinie blieb der Kapitän gänzlich ohne Treffer.

Das Schlimme für Frankfurt: Roller war keine Ausnahme. Selbst dem von den Berlinern so gefürchteten DaShaun Wood gelang kaum etwas. Mit zehn Punkten war er genauso mäßig erfolgreich wie Marius Nolte. Für den wacker, aber glücklos kämpfenden Center war im Kampf mit den groß gewachsenen Stars wie Yassin Idbihi, mit 14 Punkten Berliner Topscorer, wenig zu holen. Die Berliner Defensive wirbelte leichtfüßig und kraftvoll den Frankfurter Angriff durcheinander. Auch offensiv bestimmte das Team von Trainer Muli Katzurin das Tempo und machte die Partie zeitweise gezielt langsam. „Wille und Energie“ der Berliner, so sagte der Frankfurter Headcoach Gordon Herbert hinterher, „waren heute deutlich höher als bei uns. Berlin hat das Spiel dominiert, das muss man anerkennen.“

Ganz sicher wird eine Leistung wie diese am Sonntag, wenn das Rückspiel in Berlin ansteht (18 Uhr), nicht reichen, um eine fünfte und entscheidende Partie in Frankfurt zu erzwingen. Den Heimvorteil haben die Frankfurter wie schon im ersten Spiel nicht genutzt - jetzt ist Alba im Vorteil. „Wir müssen in der Defensive einen deutlich besseren Start erwischen“, sagte Roller mit Blick auf das vielleicht entscheidende Spiel am Sonntag. Dominik Bahiense de Mello versuchte indes zaghaft so etwas wie Zuversicht zu verbreiten. „Es war nur eine Niederlage, genau wie das Spiel am Sonntag eben nur ein Sieg war. Es ist noch nichts verloren.“ Eine vage Hoffnung angesichts dieses auf der ganzen Linie enttäuschenden Frankfurter Auftrittes.

Fraport zeigt Basketballern die kalte Schulter

Eine Enttäuschung steht dem Klub wohl auch auf einem anderen Schauplatz bevor. Im Kampf um einen Hauptsponsor scheint der aussichtsreichste Kandidat, der Flughafenbetreiber Fraport, den Skyliners die kalte Schulter zu zeigen. Man habe sich „klar für die Eintracht entschieden“, sagte Fraport-Chef Stefan Schulte am Mittwochabend der „Frankfurter Neuen Presse“. Im Sponsoring-Etat sei vermutlich kein Platz für die Skyliners, da man neben der Eintracht, dem Absteiger aus der Bundesliga, auch noch zahlreiche andere regionale Fußballklubs unterstütze. Das werde sonst „ein bisschen viel“, sagte Schulte.

Ähnlich äußerte sich Fraport-Sprecher Thomas Uber: „Wir haben ja derzeit andere, ziemlich kostenintensive Projekte laufen.“ Und da schaue der eine oder andere im Konzern schon genauer hin, wenn Geld ausgegeben wird. Die Zukunft der Skyliners steht also auf wackeligen Beinen - sportlich und wirtschaftlich. Dass das Ringen um einen neuen Sponsor existentiell für die Frankfurter sein kann, hat Geschäftsführer Gunnar Wöbke schon mehrmals betont. Ein Rückzug in die zweite Bundesliga Pro A ist wohl immer noch ein Thema. Für Überraschungen waren die Skyliners aber schon öfter gut. Eine solche werden sie am Sonntag in Berlin dringend benötigen.

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Jahrgang 1956, Sportredakteur.

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