Am Ende hielt es keinen der Frankfurter Fans mehr auf dem Platz. Jubelnd, schreiend, klatschend sprangen sie in die Luft und feierten einen Sieg, der spektakulärer nicht hätte sein können. 59:58 gewannen die Frankfurt Skyliners im fünften und entscheidenden Play-off-Spiel des Viertelfinales in der Basketball-Bundesliga. An diesem Dienstag erwarten sie nun in eigener Halle im ersten Halbfinalspiel die Bonn Baskets (18.30 Uhr). Es war ein packender, atemraubender Kampf, den sie sich am Samstagnachmittag mit den sich großartig wehrenden Giants aus Leverkusen geliefert hatten - „ein unglaubliches Spiel“, sagte Murat Didin, der über das ganze Gesicht strahlende Cheftrainer der Skyliners, der berechtigte Komplimente an die Gegner verteilte. „Sie haben toll gekämpft, und mein Herz ist bei den Leverkusener Fans.“ Die Giants verabschiedeten sich mit einer famosen Leistung von ihren Fans in Leverkusen. Der Verein zieht um und sucht seine Zukunft nun in Düsseldorf.
14 Sekunden vor Schluss hatte die Mannschaft von Trainer Achim Kuczmann noch 58:57 geführt und hätte mit einer soliden Verteidigung ins Halbfinale einziehen können. Doch ein Foul von Matthias Goddeck brachte Pascal Roller für die Skyliners noch einmal an die Freiwurflinie. Der Kapitän beendete die Partie fehlerlos und traf zum 59:58-Endstand. Rund 600 mitgereiste Fans aus Hessen waren völlig aus dem Häuschen, als sie endlich von der Schlusssirene erlöst wurden: Die Skyliners waren im Halbfinale. „Es kann sein, dass die Erfahrungen aus diesem knappen Spiel ein Vorteil im Halbfinale gegen Bonn sind“, sagte Kamil Novak, der Sportdirektor der Skyliners. Den Stabilitätstest haben die Hessen tatsächlich glänzend bestanden.
Ein bisschen mehr Glück gehabt
Vor der Partie herrschte Ungewissheit: Halten die Nerven? Fängt sich Derrick Allen? Allen steckt offenbar weiter in einer Formkrise. Null Treffer aus dem Feld, seine insgesamt fünf Punkte machte er von der Freiwurflinie aus. Beste Schützen der Skyliners waren Roller (16 Punkte) und Jimmy McKinney (14). Koko Archibong hatte nach dem Pausensignal wieder drei Fouls auf seinem Konto, am Ende musste er mit fünf Fouls genau wie Ilian Ewtimow vom Feld. Alles wie gehabt bei den Skyliners in den Play-offs? Nicht ganz, denn die Hessen spielten gut. Von Anfang an bestimmten sie die Partie und trafen glänzend. Als Ewtimow das 19:13 erzielt hatte, führten sie mit sechs Punkten. Es kostete fühlbar Mühe, den Vorsprung zu verteidigen.
Aber das 26:21 zum Ende des ersten Viertels zeigte: Mit den Skyliners ist zu rechnen. Zwar schmolz das Punktepolster im zweiten Viertel nach einem Korb von Beckham Wyrick zum 26:28 auf zwei Zähler, aber die Giganten wankten. Zur Halbzeit hatten die Skyliners ihren Vorsprung auf 36:29 ausgebaut und schienen auf bestem Weg ins Halbfinale zu sein. Doch es blieb spannend bis zum Ende. Immer wieder kämpften sich die Giants heran. Und schließlich, so räumte Dominik Bahiense de Mello ein, „waren wir es, die ein bisschen mehr Glück hatten“.

