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Frankfurt Skyliners „General“ Roller kommt ins Rollen

24.05.2009 ·  Spielmacher Pascal Roller verfügt bei den Frankfurt Skyliners über die größte Play-off-Erfahrung und wird in dieser Phase für die Mannschaft immer wichtiger. Er trifft nicht nur oft den Korb, sondern verfügt auch über Intuition und Improvisationstalent.

Von Jörg Daniels
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Pascal Roller verfügt bei den Frankfurt Skyliners über die größte Play-off-Erfahrung, auch wenn Sportdirektor Kamil Novak mit geschätzten „55 Teilnahmen“ des Kapitäns natürlich weit übertreibt. Aber eines ist auch für den 32 Jahre alten Basketball-Profi neu – die Rolle als junger Familienvater. Und deshalb gibt es im Hause Roller während der Viertelfinalspiele gegen Oldenburg eine klare Absprache. Sowohl in der Nacht vor einer Begegnung als auch am Spieltag selbst muss der 122-malige Nationalspieler nicht aus dem Bett und sich um seine kleine Tochter Delisa kümmern. Jetzt, wo sich der erfahrene Aufbauspieler Titus Ivory am Außenmeniskus verletzt hat, ist Roller noch wichtiger als Spielstratege in wichtigen Situationen. Pascal wisse jedes Mal, was er zu tun habe, sagt Trainer Murat Didin.

Im zweiten Aufeinandertreffen mit Oldenburg, in dem Frankfurt durch den 79:77-Heimerfolg zum 1:1 in der Serie ausglich, hielt der Point Guard sein Team mit fünf zum Teil famosen Dreipunktewürfen im Spiel. Ohne ihren nervenstarken Kapitän und dessen Streben nach den „Big Points“ hätten die Skyliners die umkämpfte Partie vermutlich nicht gewonnen.

In der heißen Saisonphase wird „General“ Roller wieder gebraucht

In der Bundesliga-Hauptrunde hatte Roller noch seinem fortgeschrittenen Sportleralter Tribut zollen müssen. Beim Regisseur ließ die Konstanz auf hohem Niveau ein wenig nach – Begegnungen, in denen er mit seiner Treffsicherheit und Dynamik überzeugte, folgten Auftritte, wo Roller mit magerer Ausbeute ziemlich abtauchte. Insgesamt ging seine Spielzeit im Vergleich zur Vorsaison um etwa fünf Minuten auf rund 29 Minuten zurück. Das lag auch daran, dass Adam Emmenecker ein besserer Roller-Stellvertreter ist als der durchsetzungsschwache Vorgänger Jimmie Hunt. Doch in der heißen Saisonphase ist offenbar wieder die Zeit von „General“ Roller gekommen. Während des Duells in Frankfurt gönnte Didin seinem Anführer in den 40 Minuten lediglich eine gut vierminütige Verschnaufpause. Nur die Dienste seines Mitspielers Derrick Allen, hinter Roller (18 Punkte) mit 16 Zählern zweitbester Werfer, wurden vom Headcoach annähernd so lange in Anspruch genommen. „Ich versuche, die Mannschaft mehr denn je zu führen“, sagt Roller. Dazu zählen nicht nur das Zutrauen in seine Würfe und die Fähigkeit, seine Mitspieler wie in der Ballsporthalle mit fünf Assists in Position zu bringen.

Play-off-Zeit bedeutet auch, dass sich die Gegner spätestens nach dem zweiten Kräftemessen taktisch fast in- und auswendig kennen. Dann sind neben dem Willen auch Intuition und Improvisation gefragt – Eigenschaften, über die Roller dank seiner großen Spielerfahrung verfügt. Dennoch wird interessant sein, welchen Spieler die Skyliners, die an diesem Sonntag (19.30 Uhr) wieder in Oldenburg antreten müssen, ihrem Aushängeschild in der kommenden Saison an die Seite stellen. Der junge Amerikaner Emmenecker ist ein guter Passgeber und ein passabler Verteidiger, aber eben kein Werfer. Gut möglich daher, dass Roller, der einen Vertrag bis 2011 hat, als Spielmacher stärkere Konkurrenz erhält. Dieser Herausforderung würde sich der Bundesliga-Routinier allerdings wie immer stellen – mit großer Gelassenheit und der festen Absicht, seine zentrale Position in der Mannschaft zu behaupten.

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