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Frankfurt-Marathon 2010 Größer, schöner, schneller

27.10.2009 ·  Der Jahrgang 2009 des Frankfurt-Marathons war ein großer Erfolg. Aber kaum sind alle Läufer im Ziel, wird schon an die Zukunft gedacht – und an der Fortsetzung gearbeitet.

Von Leonhard Kazda
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Marathon ist ein harter Sport. Ausdauernd, schmerzresistent, ehrgeizig und hartnäckig müssen die Athleten sein, die die 42,195 Kilometer erfolgreich hinter sich bringen wollen. Mit dem Tag danach ist es dann so eine Sache. Wie fast immer nach einem exzessiven Ereignis, was ein Marathon für jeden Läufer fraglos ist, folgt ein Kater – in diesem Fall ein Muskelkater. Vielleicht war das am Montag der einzige Unterschied zwischen den Teilnehmern am 28. Frankfurt Marathon und deren Machern. Denn die Veranstalter der Agentur Motion Events waren am Tag nach dem Rekordlauf um und durch die Frankfurter City glänzender Laune – von Kater keine Spur.

Renndirektor Jo Schindler genoss das Lob, das von allen Seiten kam. „Ein Top-Event mit einer Top-Organisation“, schwärmte Rudolf Schulz, der stellvertretende Leiter des Frankfurter Sportamtes, über den Marathon, bei dem gleich drei Athleten unter der Bestzeit des vergangenen Jahres (2:07:21 Stunden) geblieben waren. Der Kenianer Gilbert Kirwa hatte die klassische Langstreckendistanz in der famosen Zeit von 2:06:14 Stunden absolviert. Und auch seine Landsmänner Robert Kiprono Cheruiyot und William Kiplagat waren als Zweiter und Dritter deutlich unter der alten Frankfurter Bestmarke geblieben.

Bestzeit unterboten

Neben den zählbaren Dingen überzeugten auch andere Elemente, die dem ältesten deutschen Stadtmarathon sein ganz spezielles Gesicht verleihen. „Die Atmosphäre war unglaublich, das war wirklich eine tolle Sache“, schwärmte einer, der viele internationale Läufe im Jahr sieht und es eigentlich wissen muss: Jos Hermens, der Manager des Zweiten und Vorjahressiegers Cheruiyot. „Von mir gibt es nur Komplimente.“

Männer wie Hermens, deren Beruf es auch ist, aus unbekannten Athleten gewinnbringende Läufer zu machen, haben sicherlich ein großes Herz für Läufe wie den Frankfurter. Hier kommen jene Athleten zum Zuge, die den Sprung in die internationale Spitzenklasse noch nicht ganz geschafft haben, aber durchaus das Zeug dazu haben. So wie der Frankfurt-Sieger Kirwa eben. Seine alte Bestzeit hat der Kenianer am Sonntag um mehr als zwei Minuten unterboten. „Klar“, sagt dessen Manager Gerard van de Veen, „das steigert seinen Wert schon erheblich.“

Begehrte Auszeichnung

Um Wertsteigerung geht es auch für die Macher des Frankfurt Marathon. Und deshalb müssen die Männer im Hintergrund wie Renndirektor Schindler und der Sportliche Leiter Christof Kopp die Qualitäten eines Marathonläufers haben – Ausdauer, Hartnäckigkeit und Ehrgeiz. Bei Schindler und Kopp war das alles bereits am Montag deutlich zu spüren. Keine 24 Stunden nach dem Ende des Marathons richtete sich der Blick schon wieder nach vorne. „Größer, schöner und bunter“, skizzierte Schindler die Erwartungshaltung – die eigene und die aus dem den Lauf bestimmenden Umfeld. „Schneller“, hätte der Sportliche Leiter Kopp noch hinzufügen können. Aber auch ohne dass er es aussprach, war klar, dass dies sein Ziel ist.

Schon gleich am frühen Montagmorgen hatte Schindler den Antrag an den Internationalen Leichtathletik-Verband auf abermalige Verleihung des „Gold Labels“ gestellt. Nur elf von 4.000 Marathon-Veranstaltungen weltweit tragen diese begehrte Auszeichnung. Im kommenden Jahr würden den Sprung auf diese Ebene wohl nur zwei Läufe schaffen, sagte Schindler: „Berlin und Frankfurt“. Das Rennen am Main ist inzwischen in direkte Konkurrenz mit dem deutschen Branchenführer aus der Hauptstadt getreten.

Überzeugungskraft nötig

Die Hoffnungen, noch näher an den größten deutschen Lauf heranzurücken, sind deutlich spürbar. Auch seitens der Stadt. „Solide Finanzen“, erwarte man, sagte Sportamts-Mann Schulz, „das Alleinstellungsmerkmal“ mit dem Einlauf in der Festhalle, die Kombination aus Spitzen- und Breitensport – und natürlich Spitzenleistungen. Darüber hinaus, so klang es bei Schulz deutlich an, erwarte man, dass Schindlers Agentur Motion Events, die in diesem Jahr erstmals auch als Veranstalter auftrat, sich noch mehr engagiere als ohnehin schon. „Ich denke, dass die Kraft da ist, das eine oder andere noch zu stemmen.“ Im Gegenzug wolle die Stadt ihr Engagement von derzeit rund 300.000 Euro „leicht aufstocken“, sagte Schulz. Marathon-Mann Schindler reagierte mit spürbarer Skepsis. Schon in diesem Jahr habe seine Agentur Zusatzaufgaben übernommen, die teilweise „richtig weh“ getan hätten. „Klar, wir haben es geschafft, aber das ist nicht endlos ausbaubar.“ Ein Marathon auf Expansionskurs fordere auch auf der finanziellen Seite verstärktes Engagement. Und die entscheidende Frage sei: „Wie sammelt man das Geld für das nächste Jahr ein?“

Es wird also noch einiges an Überzeugungskraft nötig sein – gegenüber der Stadt und gegenüber den Sponsoren. Marathon ist eben nicht nur ein harter Sport, sondern auch ein hartes Geschäft.

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