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Frankfurt Galaxy Kurze Nächte, große Erwartungen

14.06.2007 ·  Am Samstag spielt Frankfurt Galaxy gegen die Köln Centurions. Es ist ein sogenanntes „Do it or die“-Spiel, ein überlebenswichtiges, wenn man das Teilnahmerecht am Finale um die World Bowl als existentiell betrachtet.

Von Leonhard Kazda
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Schlaflos in Frankfurt – die Nächte sind kurz für einige Männer des Footballprofiklubs Frankfurt Galaxy. Daniel Benetka beispielsweise kann seit Tagen nicht mehr richtig schlafen. Des Nachts schreibt er SMS-Nachrichten an einen anderen Kurzschläfer: Tilman Engel. Der Galaxy-Manager quält sich genau wie der wuchtige Verteidiger Benetka mit Einschlafproblemen.

Der gemeinsame Grund: das am Samstag bevorstehende Spiel gegen die Köln Centurions (Commerzbank-Arena, 19 Uhr). Es ist ein sogenanntes „Do it or die“-Spiel, ein überlebenswichtiges, wenn man das Teilnahmerecht am Finale um die World Bowl als existentiell betrachtet. Benetka und Engel tun dies. Freilich aus unterschiedlichen Gründen.

Benetka verabschiedet sich vom Football

Für den einstigen Diskuswerfer aus Chemnitz wäre es der letzte Auftritt mit dem Klub, für den er seit 2001 spielt. Nach dieser Saison soll für Benetka Schluss sein mit dem Profifootball. Und deshalb hat es sich der 133 Kilogramm schwere Defensive Tackle in den Kopf gesetzt, das Finale auf jeden Fall zu erreichen. Dazu müssen Benetka und Galaxy am Samstag im Spiel gegen Köln nur eines tun: gewinnen. Der Sieger dieser Partie zieht ins Finale um die World Bowl ein.

Die Trophäe, eine große Weltkugel aus Kristallglas, wurde gerade werbewirksam in der Frankfurter Filiale einer amerikanischen Bank eingeschlossen. Für Benetka, dem der Abschied vom American Football spürbar schwerfällt, wäre der Gewinn der Kugel ein akzeptables Trostpflaster. Und deshalb gilt für diesen Samstag: bloß nicht verlieren. Mit einer Niederlage die Karriere zu beenden, „das wäre eine Katastrophe“, sagt Benetka.

Auch Engel ist als Manager des Profiklubs auf Erfolge angewiesen – gerade in Zeiten, in denen die Liga neue Wege beschreiten will, grundlegende Reformen wie die schon sehr oft angekündigte Expansion auf acht oder gar zehn Teams aber noch nicht in Sichtweite sind. Und was wäre für den Frankfurter Manager besser, als auf eine Mannschaft bauen zu können, die als Titelverteidiger wieder den Sieg holt? Deshalb setzt Engel im Spiel gegen Köln auf die sportliche Stärke der Galaxy, die nun die Chance hat, erstmals seit Bestehen des Klubs eine Spielzeit ohne Heimniederlage abzuschließen.

30.000 Fans sollen den „Lärmpegel erhöhen“

Allerdings bekommt es die Mannschaft von Trainer Mike Jones, welche bislang das beste Heimteam der Liga ist, mit dem besten Auswärtsteam zu tun. Engel setzt daher auch auf eine andere Stärke: auf die der Fans. Den „Lärmpegel erhöhen“ sollen die Frankfurter Anhänger, um dem Gegner das Leben auf dem Frankfurter Rasen möglichst schwerzumachen. 30.000, so schätzt Engel, werden am Samstag in die Frankfurter Arena kommen, um das letzte Heimspiel der „Galaktischen“ zu sehen. Den Druck der Erwartung spürt auch Trainer Jones. „Man kann es an den Gesichtern der Spieler sehen, wie wichtig dieses Spiel für sie ist“, sagt Jones, der den erhöhten Druck aber als durchaus förderlich empfindet.

„Ich finde es ganz normal, dass die Spieler derzeit nicht gut schlafen. Das zeigt doch, wie wichtig dieses Spiel für sie ist.“ Auch für den Headcoach selbst sind die Nächte eher kurz – wenn man ihm Glauben schenkt, aber schon die gesamte Saison über. Arbeiten bis Mitternacht, Aufstehen um fünf Uhr in der Frühe, so beschreibt Jones seinen Arbeitsalltag. Geschlafen wird später, wenn das Footballwerk in Frankfurt vollendet ist. Und das soll möglichst spät sein. Nämlich erst am Samstag in einer Woche, wenn das Finale der NFL Europa zu Ende ist.

Zunächst geht es aber um die Frage: Wer schafft den Sprung ins Endspiel? Die Hamburg Sea Devils, bei denen Frankfurt am vergangenen Samstag 31:36 verlor. Die Mannschaft aus dem Norden steht schon „mit eineinhalb Füßen“ im Finale, wie sich Sea-Devils-Managerin Kathrin Platz ausdrückt. Tatsächlich kann sich das Team am letzten Spieltag bei Rhein Fire Düsseldorf sogar eine Niederlage erlauben und steht dennoch im Endspiel. Nur Galaxy und Köln können dies noch verhindern – indem sie unentschieden spielen. Was aber alles andere als wahrscheinlich ist. In den 15 Jahren, in denen die Liga besteht, sind lediglich zwei Spiele remis ausgegangen.

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Jahrgang 1956, Sportredakteur.

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