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Löwen Frankfurt : Chernomaz muss gehen

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Entlassen: Rich Chernomaz hat bei den Löwen keine Zukunft. Bild: dpa

Die Zeit von Rich Chernomaz bei den Löwen Frankfurt ist abgelaufen. Der Sportdirektor muss den Eishockey-Klub verlassen. Bei der Verabschiedung soll es emotionale Szenen gegeben haben.

          Rund um die Weihnachtsfeiertage herrscht bei den Eishockey-Cracks der Löwen Frankfurt traditionell Hochbetrieb. Alle zwei bis drei Tage müssen die Spieler aufs Eis. Das nächste Mal schon an diesem Freitag, wenn von 19.30 Uhr an die Dresdner Eislöwen in der Eissporthalle am Ratsweg auflaufen. Ein Platz wird dann nicht mehr besetzt sein: der von Sportdirektor Rich Chernomaz. Die Klubführung entschied, den am 30. April auslaufenden Vertrag mit dem Kanadier nicht zu verlängern und ihn mit sofortiger Wirkung freizustellen. Am Donnerstag unterrichtete der geschäftsführende Gesellschafter der Löwen, Stefan Krämer, die Öffentlichkeit von dem Schritt, der sich seit geraumer Zeit angedeutet hatte. Gleichzeitig präsentierten die Hessen einen Nachfolger für den einstigen Meistermacher: Franz-David Fritzmeier.

          Chernomaz reagierte professionell auf den Beschluss und verabschiedete sich noch am Vormittag von den Mitarbeitern der Geschäftsstelle und den Spielern in der Kabine. Dabei soll es emotionale Szenen gegeben haben. Chernomaz war knapp zwölf Jahre für die Frankfurter tätig, mit denen er 2004 als Chefcoach der Lions den Titel in der erstklassigen Deutschen Eishockey Liga gewann. In der vergangenen Saison wiederholte er das Kunststück mit den Löwen in der DEL2. „Sportlich ziehen wir ein positives Resümee“, sagte Krämer. Gegen den Kanadier hätten andere Punkte gesprochen, die nichts mit seinem sportlichen Knowhow zu tun gehabt hätten. Den Vorwurf, er hat in all den Jahren zu viel Geld ausgegeben und den Etat nicht nur einmal überzogen, ließ der 54 Jahre alte Chernomaz nicht unkommentiert. Er habe auf die Situation mit „vielen Verletzten“ reagieren müssen. Chernomaz sprach von „Extrageld für neue Spieler“, um „wettbewerbsfähig“ bleiben zu können.

          Zur Last gelegt wurde dem Geschassten auch die mangelhafte Zusammenarbeit mit der Jugendabteilung. Mit Fritzmeier haben die Löwen einen Manager engagiert, der in seiner Vita noch nicht allzu viele Erfolge vorzuweisen hat. Er gilt jedoch als Fachmann und akribischer Arbeiter, der für sich in Anspruch nimmt, über ein großes Netzwerk zu Spielern zu verfügen. „Es ist eine tolle Herausforderung. Ich freue mich sehr auf meine Aufgabe. Ich werde mich als Erstes mit Trainer Paul Gardner abstimmen, um die nächsten Schritte in Sachen Kaderplanung einzuleiten.“ Im Gegensatz zu Chernomaz, der auch einsprang, wenn hinter der Bande Bedarf herrschte, kündigte Fritzmeier an, sich zu jeder Zeit auf seine Aufgaben als Sportdirektor zu konzentrieren.

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