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Eintracht Frankfurt : Einsatz für Robert Kovac

Gefragter Mann: Robert Kovac hat den Reportern Spannendes zu erzählen. Bild: Heiko Rhode

Der Frankfurter Assistenztrainer stellt während eines Spaziergangs einen flüchtenden Räuber. Er bleibt unverletzt - anders sieht es da nach dem Training für zwei Eintracht-Spieler aus.

          Normalerweise steht Robert Kovac im Schatten seines Bruders Niko. An diesem Dienstag waren die Kameras neben dem Übungsgelände jedoch nicht für den Cheftrainer der Frankfurter Eintracht aufgebaut, sondern für dessen Assistenten. Nein, Robert ist nicht dabei, seinen Bruder aus der Verantwortung zu drängen. Aber er hat für einen Tag dessen Heldenrolle übernommen.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Robert Kovac war der „couragierte Fußgänger“, wie der Frankfurter Polizeibericht den Mann nannte, der am Montagabend einen Räuber fasste. Ein 28 Jahre alter Wohnsitzloser hatte einen 72 Jahre alten Rentner überfallen, kurz nachdem jener an einem Geldautomaten 40 Euro abgehoben hatte.

          Räuber im Schwitzkasten

          Robert Kovac präsentierte die Details des Vorfalls bereitwillig, aber ohne groß Aufhebens darum zu machen. Beim Abendspaziergang mit seinem Hund Benny sei ihm der junge Mann aufgefallen, der hinter einer Parkbank auf dem Boden gelegen habe. „Ich dachte zuerst, er braucht Hilfe.“ Der Mann sei aber schnell aufgesprungen, als sich ein Rentner der Parkbank näherte. „Ich fand das komisch und beobachtete die beiden.“ Kovac sah, dass der Rentner in eine Bank ging und der jüngere Mann ihm folgte.

          „Für mich war auch seltsam, dass er ganz in Schwarz gekleidet war und schwarze Handschuhe trug.“ Nachdem der Rentner die Bank wieder verlassen hatte, heftete sich der Mann in Schwarz weiter an dessen Fersen. „Ich bin ihnen gefolgt, verlor sie aber kurz aus den Augen. Dann hörte ich aus einer Seitengasse Hilfeschreie und den Ruf ,Überfall‘. Gleich danach sah ich den Mann auf mich zurennen, den ich sofort wiedererkannte.

          Ich versuchte ihn aufzuhalten, er rannte jedoch an mir vorbei. Ich bin ihm hinterher, nach 50 Metern hatte ich ihn eingeholt.“ Seinen Hund Benny trug Kovac dabei unter dem Arm. Dann setzte er ihn auf den Boden und nahm dafür den Mann in den Schwitzkasten, und zerrte ihn in ein Restaurant, von wo aus dann die Polizei gerufen wurde. Drei Minuten später nahm sie den Täter in Empfang.

          Aufblitzende Kombinationsfreude

          Was wäre, wenn der Täter ein Messer bei sich geführt hätte? „Dann hätte das Ganze ganz anders ausgehen können. Wenn ich an diese Möglichkeit gedacht hätte, hätte ich vielleicht anders gehandelt. Aber ich habe nicht nachgedacht, ich habe einfach reagiert. Zivilcourage ist wichtig.“

          Die Sprint- und Zweikampfstärke des 43 Jahre alten Assistenztrainers könnten die Eintrachtprofis am kommenden Samstag gegen Mainz 05 gut gebrauchen. Ein Punktgewinn wäre wichtig für die Stimmung und das Selbstbewusstsein nach der 0:2-Niederlage am Samstag gegen den VfL Wolfsburg. In dieser Form fährt es sich schlecht zum Pokalfinale nach Berlin. Über zwei Stunden lang ließ Niko Kovac seine Spieler am Dienstag trainieren. Dabei schienen sie Fortschritte zu machen. Vor allem im intensiven Trainingsspiel auf einem Kleinfeld ging es richtig zur Sache. Dabei blitzte in manchen Momenten sogar etwas von Kombinationsfreude auf. Und das Vielversprechendste: Am Schluss traf auch Mittelstürmer Branimir Hrgota ein paarmal, nachdem er zu Beginn der Einheit an seine Abschlussschwäche in den Spielen angeknüpft hatte.

          Beschwerden bei Stendera

          Ob es die Fans wollen oder nicht: Die Eintracht ist im Moment auf Hrgota angewiesen. Alex Meier macht leichte Fortschritte, konnte aber noch nicht am Mannschaftstraining teilnehmen. Und ob Ersatzstürmer Haris Seferovic am Samstag dabei sein kann, steht auch noch nicht fest. Kurz vor Ende des Trainings setzte sich der Schweizer selbst außer Gefecht. Bei einem Dribbelversuch trat er auf den Ball, rutschte weg und verdrehte sich das Knie. Mit einem lauten Schrei ging er zu Boden und musste das Training beenden. Eine Diagnose wurde noch nicht veröffentlicht, aber um eine Bänderdehnung handelt es sich zumindest.

          Schwerer könnte es noch Marc Stendera erwischt haben. Der Junioren-Nationalspieler, der nach seinem zweiten Kreuzbandriss gerade zwei Startelf-Einsätze hinter sich hat, klagt wieder über Beschwerden an seinem operierten Knie. Niko Kovac wirkte bei der Frage nicht sehr optimistisch, ob der Mittelfeldspieler demnächst im Saison-Endspurt wieder mitmischen könne. Er sagte nur: „Abwarten.“

          Quelle: F.A.Z.

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