24.10.2008 · Personell gebeutelt wie selten zuvor geht Eintracht Frankfurt in das Kellerduell bei Energie Cottbus. Nach Kapitän Amanatidis gesellen sich auch noch Chris und Köhler zu den fünf anderen Langzeitverletzten. „So etwas habe ich in 17 Jahren als Trainer nicht erlebt“, sagt Trainer Funkel.
Personell gebeutelt wie selten zuvor geht Fußball-Bundesligaverein Eintracht Frankfurt in das Kellerduell bei Energie Cottbus. „So etwas habe ich in 17 Jahren als Trainer nicht erlebt“, sagte Trainer Friedhelm Funkel vor der Partie am Samstag zu der Serie der Ausfälle, kündigte aber mit grimmiger Miene an: „Die Mannschaft wird dagegen ankämpfen - wie sie in den letzten Wochen gegen alles angekämpft hat.“ Nach Kapitän Ioannis Amanatidis fehlen nun auch noch Chris und Benjamin Köhler mehrere Wochen.
Angesichts seines radikal reduzierten Kaders bat Funkel darum, die Erwartungen an seine Mannschaft herunterzuschrauben. „Man kann jetzt nicht dieselben Ansprüche haben, wie wenn alle Spieler zu hundert Prozent gesund sind“, sagte der 54-Jährige und versprach: „Aber egal, wer aufläuft: Die Spieler werden sich zerreißen.“
„Das ist ein harter Schlag“
Vor allem der erneute Ausfall von Amanatidis, dem Matchwinner beim 2:1 gegen den Karlsruher SC, schmerzt die Eintracht. Der griechische Nationalstürmer wird nächste Woche in Augsburg am Meniskus des rechten Knies operiert. „Das ist ein harter Schlag“, meinte Funkel. Schließlich hatte der Angreifer in dieser Saison bereits wochenlang wegen eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel aussetzen müssen.
Der brasilianische Abwehrchef Chris war im Nachholspiel gegen den KSC am Mittwoch auf die Schulter gefallen und muss wegen einer Kapselbandverletzung nächste Woche unters Messer. Dabei hatte er gerade erst eine dreiwöchige Rot-Sperre abgesessen. Köhler hatte einen Schlag aufs Knie bekommen, was sich als Außenbandverletzung herausstellte. Um eine Operation kommt der Mittelfeldspieler jedoch nach Vereinsangaben herum.
Zudem leidet Faton Toski unter einer „weichen Leiste“. Der angeschlagene Aaron Galindo (Bluterguss am Schienbein) kann hingegen voraussichtlich spielen. Es fehlen aber auch noch die Langzeitverletzten Alexander Meier, Zlatan Bajramovic, Aleksandar Vasoski, Christoph Preuß und Alexander Krük.
„Die werden um ihr Leben kämpfen und rennen“
Da auch der Franzose Habib Bellaid (Adduktorenverletzung) nicht zur Verfügung steht, hat Funkel in Marco Russ nur noch einen einsatzfähigen Innenverteidiger. Deshalb ist Amateur Jürgen Mössmer in den Profikader aufgerückt. Kein Wunder, dass der Eintracht-Coach trotz des so wichtigen Sieges gegen den KSC, der ihm wohl den Job gerettet hatte, derzeit „keine Purzelbäume“ schlägt. Zumal er den zu Hause noch sieglosen Tabellenvorletzten Energie Cottbus in einer ähnlichen Situation sieht wie vor ein paar Tagen noch die eigene Mannschaft: „Die werden um ihr Leben kämpfen und rennen.“