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Training in Portugal Eintracht flieht vor dem Winter

07.01.2009 ·  Friedhelm Funkel und Portugal - das ist eine Art Liebesbeziehung. Zum fünften Mal bereitet sich der Trainer mit den Frankfurter Fußballprofis an der Algarve auf die Bundesliga-Rückrunde vor. Auch diesmal hofft er auf eine baldige Verlängerung seines Vertrags.

Von Ralf Weitbrecht, Vale do Lobo
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Portugal. Immer wieder Portugal. Spätestens jetzt dürfte Friedhelm Funkel, der dienstälteste Fußballtrainer der Bundesliga, auch in dieser Kategorie Rekordhalter sein. Schließlich ist der Coach der Frankfurter Eintracht am Mittwoch zum fünfzehnten Mal schon an die Algarve aufgebrochen, um mit einer von ihm angeleiteten Mannschaft am Südwestzipfel Europas dem deutschen Winter zu entfliehen. „Das Klima dort unten ist einfach einmalig“, schwärmt Funkel. „Ein einziges Mal nur hatte ich Dauerregen. Es ist einfach traumhaft in Portugal, und ich verstehe nicht, warum so viele Vereine in die Türkei fliegen.“

Funkel und Portugal – das ist eine Art Liebesbeziehung, und die Eintracht soll nun schon zum fünften Mal in Folge davon profitieren. Längst hat sich der Klub mit den Annehmlichkeiten in Vale do Lobo, dem Wolfstal, arrangiert und jeweils für eine Woche eine zumeist sonnige Zuflucht gefunden. Touristen gibt es nur wenige, die dort im Januar vornehmlich den Golfschläger schwingen wollen. Und so kann Funkel mit seinen 25 Profis – Nachwuchsmann Timothy Chandler musste kurzfristig passen – in relativer Abgeschiedenheit seine Mannschaft für den Rückrundenstart in Wallung bringen.

Letzte Ehre für „Don Alfredo“ Alfred Pfaff

Große Überraschungen wird es auch 2009 nicht geben; dafür ist und bleibt Funkel zu berechenbar. „Wir machen alles so wie immer. Viel mit dem Ball, viele Spielformen.“ In dem Maße, in dem im Sommer im Zillertal konditionelle Grundlagen gelegt werden, liegt der Fokus in Portugal, wo am Mittwoch moderate Temperaturen von zehn Grad herrschten, auf technischen und taktischen Finessen.

Unterstützung bei den zwei täglichen Übungseinheiten auf dem gefälligen Rasenplatz des Ria-Park-Mannschaftshotels erfährt Funkel wie in den Vorjahren auch von seinem Assistenten Armin Reutershahn sowie Torwarttrainer Andreas Menger. Verzichten muss er allerdings auf die Dienste von Michael Fabacher. Der Fitmacher, der als Spezialist für Rehabilitationsmaßnahmen gilt, wird in der Heimat gebraucht. In Frankfurt soll sich der Pfälzer um die weitere Genesung von Ioannis Amanatidis, Christoph Spycher und Ümit Korkmaz kümmern. Um nicht auf die Annehmlichkeiten eines in jeder Beziehung gut organisierten Trainings verzichten zu müssen, haben die Eintracht-Verantwortlichen auch diesmal wieder Rainer Lorch auf große Reise geschickt.

Der Busfahrer hat sich schon am Montag mit einem Kleinbus auf den langen Weg an die Algarve gemacht, um Fuß- und Medizinbälle, Trikots und Trainingsanzüge sowie sonstiges Gerät zu transportieren. Von Frankfurt über Barcelona und Sevilla nach Vale do Lobo – 2760 Kilometer in 32 Stunden. Ein Schlauch für Lorch, aber ein Segen für die Eintracht. Als Nachzügler wird Heribert Bruchhagen an diesem Freitag im Winterquartier erwartet. Der Vorstandschef musste am Mittwoch traurigen Pflichten nachkommen. Er war einer der vielen, die in Amorbach den Trauerfeierlichkeiten von „Don Alfredo“ Alfred Pfaff beiwohnten und dem großen Frankfurter Spielmacher die letzte Ehre erwiesen.

FC Augsburg kommt nach Vale do Lobo

Wenn Bruchhagen in Vale do Lobo ist, könnte Bewegung in eine Personalie kommen, die für die weitere Zukunft der Eintracht von elementarer Bedeutung ist. So könnte es danach wie in den Vorjahren auch zu einer vorzeitigen Vertragsverlängerung mit Trainer Friedhelm Funkel kommen. 2008, als die Eintracht mit 23 Punkten in die Winterpause gegangen war, war das eine Sache von genau 22 Sekunden, wie beide Seiten erzählten.

Ob diesmal ähnlich schnell gehandelt wird? Bruchhagen hält als verantwortlicher Vorstand und Manager, der er zugleich in Personalunion ist, die Fäden des Handelns in der Hand und ist an keine Weisungen gebunden. Gleichwohl betont er auch, „dass man die Frage auch anders stellen kann: Will Herr Funkel überhaupt verlängern?“

Der 55 Jahre alte Trainer hält sich aktuell zwar bedeckt, hat unlängst aber mehrmals betont, „dass ich mir sehr gut vorstellen kann, noch viele Jahre bei der Eintracht zu bleiben. Denn hier gefällt es mir mit den handelnden Personen im operativen Geschäft.“ Im spielerischen Geschäft bekommt es die Eintracht während ihres einwöchigen Trainingsaufenthalts mit zweitklassigen Gegnern zu tun. An diesem Sonntag messen sich die Hessen in Albufeira mit Rot-Weiß Oberhausen, am nächsten Dienstag kommt der FC Augsburg nach Vale do Lobo. Vielleicht hat Portugal-Liebhaber Funkel bis dahin schon einen neuen Jahresvertrag in der Tasche.

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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