05.08.2009 · Mindereinnahmen von 1,1 Millionen aus den Medienverträgen sowie weniger Erlöse aus dem Verkauf von Logen reißen ein Loch in den Etat von Eintracht Frankfurt. Finanzchef Pröckl prognostiziert einen Verlust „im ordentlichen einstelligen Millionenbereich“.
Eintracht Frankfurt rechnet in der am Samstag mit dem Auswärtsspiel bei Werder Bremen beginnenden Saison mit einem deutlichen finanziellen Verlust. Man gehe von einem negativen Ergebnis „im ordentlichen einstelligen Millionenbereich“ aus, sagte Thomas Pröckl, Finanzvorstand des Fußball-Bundesligisten, am Mittwoch. Allerdings könne der Verein die Mindereinnahmen durch Gewinne aus den vergangenen Jahren auffangen, erklärte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende. Das Eigenkapital der Eintracht Frankfurt Fußball AG belief sich zum Dezember vergangenen Jahres auf 18,79 Millionen Euro und lag damit rund zwei Millionen höher als im Jahr zuvor.
„Wir sind nicht die Pessimisten, die alles schwarz malen wollen“, wies Pröckl Kritik an dem Kurs von Vorstandsboss Heribert Bruchhagen und ihm zurück. „Allerdings tun wir uns bei realistischen Erwartungen schwer, großen Optimismus zu verbreiten.“ Der Umsatz wird aller Voraussicht nach um gut 2,5 Millionen Euro von 66,5 auf 64 Millionen Euro sinken. Grund dafür sind Mindereinnahmen von rund 1,1 Millionen aus den Medienverträgen sowie weniger Erlöse aus dem Verkauf von Logen. Auch die umstrittene Ausschüttung von rund 1,2 Millionen Euro an den Gesamtverein hatte dafür gesorgt, dass Bruchhagen die Mannschaft nicht wie gewollt verstärken konnte.
Spiele gegen FCN, BVB und HSV ausverkauft
Mit Blick auf die Vermarktung Logen sieht Pröckl den Club aber auf einem guten Weg. Hieß es vor rund einem Monat noch, die Eintracht erwarte rund 30 weniger verkaufte Logen, gehen die Verantwortlichen nun davon aus, dass in der fünften Saison nach dem Wiederaufstieg rund 70 der 82 teuersten Plätze besetzt sein werden. „Hier hat sich in den vergangenen Wochen noch einiges getan“, sagte Pröckl erfreut.
Auf zusätzliches Geld hoffen die Frankfurter zudem aus dem Erlös der Zuschauereinnahmen. Der Club kalkuliert im Schnitt mit 45.500 Besuchern pro Heimspiel, nach durchschnittlich 47.205 Fans in der vergangenen Saison. Die ersten Auftritte gegen den 1. FC Nürnberg, Borussia Dortmund und den Hamburger SV werden aller Voraussicht nach aber mit 51.500 bereits ausverkauft sein, so dass Pröckl und seine Vorstandskollegen bei positiven Saisonverlauf damit rechnen, hier zusätzliche Einnahmen generieren zu können.
Große Sprünge wird sich die Eintracht in naher Zukunft aber nicht leisten können und auch nicht wollen. „Wir denken, dass der Weg der kleinen Schritte aber mit einer kontinuierlichen Verbesserung der richtige Weg ist. Wir wollen den Drang nach oben mit einer realistischen Einschätzung kombinieren“, sagte Pröckl.