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Veröffentlicht: 12.05.2017, 08:02 Uhr

Marc Stendera Schnelles Ende eines Comebacks

Kurz nach seiner sehr erfolgreichen Rückkehr ins Team ist Marc Stendera schon wieder verletzt. Sein Ausfall schmerzt die Frankfurter. Yanni Regäsel wartet auf seine Einsatzorder.

von , Frankfurt
© Jan Huebner Hoffen und Bangen: Stendera (rechts) ist schon wieder verletzt - und Regäsel kämpft weiter um Spieleinsätze.

Wieder einer weniger. Bei der Eintracht nimmt die Verletztenmisere kein Ende. Und diesmal trifft es jemanden, der wie kaum ein Zweiter in seiner noch jungen Karriere von Rückschlägen geplagt ist: Marc Stendera. Der 21 Jahre alte Frankfurter Fußballprofi, vor zwei Wochen noch stolzer und starker Rückkehrer in der Auswärtspartie bei der TSG Hoffenheim (0:1), leidet wieder unter Knieproblemen. „Er hat sich verletzt“, hieß es am Donnerstag von Seiten der Eintracht. „Aufgrund des Kreuzbandrisses im vergangenen Jahr ist das natürlich schwierig. Wir müssen schauen, wie lange er ausfallen wird, und alle Möglichkeiten ausloten.“ Erste konkrete Folge: Für das Nachbarschaftsduell beim Rhein-Main-Rivalen Mainz 05 an diesem Samstag fällt Stendera aus.

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Dies ist in doppelter Hinsicht bitter: Stendera, der sich vor ziemlich genau einem Jahr im Relegations-Rückspiel in Nürnberg den schon zweiten Kreuzbandriss seiner hoffnungsvollen Laufbahn zugezogen hatte, ist als Offensivkraft variabel einsetzbar – so auch auf der sogenannten Sechser-Position vor der Abwehr. Genau dort hakt es bei der Eintracht gewaltig. Der längerfristige Ausfall von Makoto Hasebe ist einer von mehreren Gründen, warum die Mannschaft von Trainer Niko Kovac tabellarisch und leistungsmäßig mehr und mehr abgerutscht ist. Die jüngste Heimniederlage gegen den VfL Wolfsburg hat dabei nur den Trend bestätigt: Die Eintracht ist die schlechteste Rückrundenmannschaft der Fußball-Bundesliga. Zwölf Punkte nur hat die Kovac-Truppe in den zurückliegenden fünfzehn Spielen gewonnen.

„Ich erwarte, dass der Trainer zu mir kommt“

Selbst Absteiger Darmstadt 98 (15) ist besser als die Eintracht, die sich am Samstag (15.30 Uhr) beim zweitschlechtesten Rückrundenteam behaupten will: Mainz 05. Die Spieler von Trainer Martin Schmidt haben 13 Punkte geholt. Ausgerechnet Stendera. Am 30. April, als der längst in Frankfurt heimisch gewordene Nordhesse ein formidables Comeback in der Sinsheimer Arena gab, waren seine Vorgesetzten voll des Lobes. „So etwas habe ich in dieser Form noch nicht erlebt“, sagte Trainer Kovac. Auch Stendera selbst hatte mit einem solchen Auftritt nicht gerechnet. „Dass es gleich so gut läuft, hatte ich nicht erwartet.“ Stenderas Ethos hinterließ bleibende Spuren bei Kovac. „Dass er jetzt so lange nach seinem letzten Spiel eine derart kämpferische und leidenschaftliche Leistung zeigt, ist einzigartig.“ 79 Minuten lang hielt Stendera durch, und als er sich auf den Weg Richtung Auswechselbank machte, vernahm er voller Zuversicht auch die lauten „Marc Stendera“-Rufe von den Rängen.

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„Ich habe noch Ziele in dieser Saison“, sagte Stendera später. „Gegen Wolfsburg wollen wir das Spiel positiv bestreiten.“ Ein Wunsch, der nicht in Erfüllung ging. So wie auch andere Wünsche bei der Eintracht nicht in Erfüllung gegangen sind. Yanni Regäsel beispielsweise, im Februar 2016 von der Berliner Hertha nach Frankfurt gekommen, hatte sich schon erhofft, mehr Einsätze als die bisherigen elf zu erhalten (in dieser Saison nur ein Spiel im Pokal). Dass er sie verdient hätte, steht für den 21-Jährigen außer Frage. „Ich bin früher beim Training, ich gebe immer Vollgas, und ich gehe später nach Hause. Mehr kann ich nicht machen“, sagte der Berliner am Donnerstag. Er kann nur abwarten und hoffen, dass Chefcoach Kovac oder ein anderer aus dem Trainerteam auf ihn zukommt und das Gespräch mit ihm sucht und mitteilt, woran es Regäsel mangelt. „Ich erwarte, dass der Trainer zu mir kommt“, sagte der selbstbewusste Rechtsverteidiger.

Regäsel bleibt optimistisch

„Ich trainiere stark“, behauptete er. „Der Trainer sagt nichts, ich kann nur abwarten.“ Und schon jetzt den Fokus auf den Sommer richten. Regäsel will alle Kraft in die Vorbereitungsphase legen. „Ich will es wissen. Über den Status quo bin ich enttäuscht.“ Vertraglich ist Regäsel noch bis Ende Juni 2019 an die Eintracht gebunden. Und dass er nur rechter Verteidiger spielen kann, ist für ihn nicht in Stein gemeißelt. „Ich könnte überall spielen. Sechser habe ich auch schon gespielt.“ Nicht bei der Eintracht, bei der er sich wegen seiner Hüftoperation im November überhaupt schon freuen dürfte, wieder mal zum engeren Kader zu gehören.

„Keiner hätte gedacht, dass ich nach dem Eingriff jetzt schon wieder fit bin“, sagte er. Fit genug für erstklassige Einsätze? Optimist Regäsel hat die Hoffnung nicht aufgegeben. Ende Mai, beim Saisonhöhepunkt der Eintracht, wird er beim Pokalfinale gegen Dortmund in jedem Fall dabei sein – und sei es nur auf der Tribüne. „Eigentlich müsste ich 500 Karten für dieses Spiel bekommen“, sagte der gebürtige Berliner. Erhalten und selbst bezahlt hat er 15.

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