Home
http://www.faz.net/-gzo-u9gk
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Samstag, 18. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Kommentar Signalwirkung?

19.03.2007 ·  Man muss neun Jahre zurückblicken, um sich des letzten Heimsieges der Frankfurter Eintracht gegen Bayern München zu erinnern. Damals reichte der knappe Erfolg, um über das Saisonende hinaus erstklassig zu bleiben. Wenn das kein Zeichen ist, meint Ralf Weitbrecht.

Von Ralf Weitbrecht
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Wenn das kein Zeichen ist! Man muss schon neun lange Jahre zurückblicken, um sich des letzten Heimsieges der Frankfurter Eintracht gegen die Münchner Bayern zu erinnern. Damals glückte den Hessen ein 1:0, herausgeschossen durch Thomas Sobotzik. Auch diesmal hieß es 1:0 – dank des kunstvollen Fallrückziehers von Christoph Preuß. Zweimal 1:0, verknüpft mit einer Botschaft: Vor neun Jahren reichte der Eintracht der knappe Erfolg, um über das Saisonende hinaus erstklassig zu bleiben. Ob dies auch 2007 zutreffen wird?

Hinterher ist man immer schlauer, aber man sollte schon bei der Wahrheit bleiben. Kaum jemand in Frankfurt hatte ernsthaft mit einem Sieg der Eintracht gegen den Meister gerechnet. Zu übermächtig, zu stark schien das vor Wochen ins Rollen gekommene Starensemble. Trainer Ottmar Hitzfeld, sichtlich beeindruckt von diesem Zwischenhoch, ließ sich sogar überreden und in die Pflicht nehmen, den Klub bis ins nächste Jahr zu betreuen. Ein Signal vor der Partie in Frankfurt, das seine Spieler irgendwie nicht verstanden hatten. Sie zeigten – mit Wohlwollen – Dienst nach Vorschrift.

Tugenden, die selbstverständlich sein sollten

Anders die Eintracht. Die Frankfurter wussten um ihre Chance, gerade gegen die scheinbar übermächtigen Bayern Werbung in eigener Sache betreiben zu können. Und sie enttäuschten nicht. Geschickt von Friedhelm Funkel in den Vortagen taktisch auf den Titelverteidiger eingestimmt, überzeugten sie durch Lauffreude und Kampfkraft. Tugenden also, die für einen Bundesligaprofi eine Selbstverständlichkeit sein sollten.

Trainer Funkel hatte sich besonders darüber gefreut, „dass bei uns die Null hinten steht“. Hinten die Null, vorne die Drei. Dies ist die eigentliche Nachricht des Wochenendes, denn mit aktuell 30 Zählern hat sich die Eintracht im spannenden Klassenkampf ein kleines Polster verschafft. „Nach dem Auswärtssieg von Cottbus in Berlin waren wir schon gewarnt“, sagte Funkel, der die rechte Antwort fand. Dann punkten, wenn auch die Konkurrenz punktet. Nicht immer gelingt dieses Vorhaben, wohl aber gegen den Lieblingsheimspielgegner Bayern. Schön, wenn die Geschichte erstklassiger 1:0-Siege wirklich zu einem Happyend führen würde.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Das Passivhaus ist überholt

Von Rainer Schulze

Über mangelnden Ehrgeiz der öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften, wenn es um umweltfreundliches Bauen geht, kann sich in Frankfurt niemand beschweren. Mehr 2