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Im Gespräch: Wilhelm Bender „Ich hoffe, Bruchhagen bleibt über 2012 hinaus“

30.06.2010 ·  Der frühere Fraport-Chef ist seit Dienstagabend neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats von Eintracht Frankfurt. Seine Ziele: Er will den positiven Trend in der Liga fortsetzen und mit dem Vorsitzenden des Vorstands verlängern.

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Bedeutet das neue Amt für Sie mehr Freude oder mehr Last?


Ich freue mich sehr darauf und bin stolz, dass es so gekommen ist. Ich bin seit Jahrzehnten mit der Eintracht verbunden, und für mich ist es nun eine Auszeichnung, dass mich viele für diese Aufgabe für geeignet halten.


Haben Sie schon eine genaue Vorstellung, was auf Sie zukommen wird?


Ich habe vielfältige Erfahrungen mit Aufsichtsräten, und dies von allen Seiten. Als Vorstandvorsitzender der Fraport AG hatte ich in der beruflichen Arbeit mit einem Aufsichtsrat zu tun, ich sitze selbst aktuell in weiteren Aufsichtsräten großer deutscher Unternehmen, und ich kenne auch die Seite der Aktionäre. Ich kann also viele Erfahrungen einbringen. In einem Unternehmen wie die Eintracht es ist, muss es klare Rollenverteilungen geben.


Der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen hat anklingen lassen, dass er es sich vorstellen könne, seinen bis 2012 laufenden Vertrag zu verlängern. Ist dies auch für Sie eine Option?


Heribert Bruchhagen hat in den vergangenen Jahren großartige Arbeit geleistet und Maßstäbe gesetzt. Ich hoffe sehr, dass es mit seiner Person bei der Eintracht weitergeht. Selbstverständlich muss das in den Gremien erörtert werden, aber ich sehe keinen Grund, der dagegen sprechen würde.


Sie sind für fünf Jahre gewählt, Ihr Vorgänger Herbert Becker hat acht Jahre als Aufsichtsratsvorsitzender hinter sich gebracht. Denken Sie in ähnlich großen Zeiträumen?


Natürlich konzentriere ich mich nun erst einmal auf meine erste Amtszeit. Aber ich war 17 Jahre lang Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, das zeigt, dass ich auch hartnäckig sein kann. Herbert Becker aber muss ich nicht unbedingt überholen.


Wie ist das Verhältnis zu Ihrem Vorgänger, der nun auch aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden ist?


Wir sind befreundet. Wir haben in der Vergangenheit immer über die Eintracht geredet, und das wird auch in Zukunft sicher oft vorkommen. Herbert Becker hat große Verdienste um die Eintracht. Eine seine größten Erfolge war, dass er Heribert Bruchhagen für den Klub gewonnen hat.


Wie gut kennen Sie die Mannschaft? Wann werden Sie die Spieler im einzelnen kennenlernen?


Ich war in der Vergangenheit oft eingeladen bei Veranstaltungen der Eintracht und habe da auch einzelne Spieler kennengelernt. Auch im VIP-Raum nach den Spielen hat man sich gesehen. Natürlich werde ich mich irgendwann offiziell vorstellen, damit die Spieler wissen, mit wem sie es zu tun haben.

Was würden Sie als Hauptaufgabe des neuen Aufsichtsrates bezeichnen?


Wir stehen in der Kontinuität, was hier in den letzten Jahren geleistet wurde. Axel Hellmann wurde vor kurzem zitiert, ein Gesetz des Aufsichtsrates sei es, nicht mehr Geld auszugeben, als eingenommen wird. Das ist für mich eine sehr beruhigende Aussage. Daran werde ich mich auch messen lassen. Wir werden weiter daran arbeiten, dass die Eintracht in der Bürgergesellschaft in der Stadt und der Region fest verankert ist. Wir werden aber auch nach anderen Klubs schauen, was die sportlich und finanziell anders oder besser machen.


Der Eintracht ist es gelungen, sich in den vergangenen Jahren in der Bundesliga zu etablieren. Der nächste Schritt, also in der Tabelle nach vorne zu kommen, scheint besonders schwierig. Wie schätzen Sie die Ausgangssituation ein?


Dieser nächste Schritt nach vorne ist unser Ziel, das wir aber ganz realistisch angehen werden. Die Eintracht hat sich in den letzten Jahren im Mittelfeld der Liga gefestigt und wir sind nicht mehr mit Abstiegsängsten konfrontiert, damit ist viel erreicht. Alle haben das Ziel, weiter voranzukommen.

Die Fragen stellte Josef Schmitt.

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