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Im Gespräch: Patrick Ochs „Mehr Ordnung im Spiel für eine rosige Zukunft“

 ·  Der Kapitän der Frankfurter Eintracht sieht eine positive Entwicklung seiner Mannschaft. Bei seinen Vertragsverhandlungen gibt es noch ungeklärte Fragen, aber der Alltag hat dem Mittelfeldspieler mehr Ruhe und Selbstbewusstsein gebracht.

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War 2010 ein gutes Jahr für die Frankfurter Eintracht?

Ganz sicher, wir haben geschafft, was wir uns vorgenommen haben, sowohl in der letzten Saison als auch in der Vorrunde dieser Saison. Die Mannschaft hat sich peu à peu weiterentwickelt, das ist gar nicht zu übersehen.

Das Ausscheiden im Pokal . . .

. . . das war ein Rückschlag, klar. Aber jeder hat gesehen, dass wir alles gegeben haben in Aachen und in diesem Spiel alles gegen uns gelaufen ist. Wir hätten ja auch mit zehn Mann gewinnen können. Aber es hilft nicht, dieser verpassten Chance nachzutrauern. Wir müssen den Blick nach vorne richten.

Geht dieser Blick in Richtung internationale Plätze, schließlich sind es ja nur drei Punkte Rückstand?

Es müsste alles optimal laufen, damit wir eine realistische Chance haben. Und wir haben ja in den letzten Wochen gesehen, dass es in Bezug auf Verletzungen nicht optimal gelaufen ist. Natürlich haben wir Hoffnung. Wenn der Start in die Rückrunde glückt, haben wir ja vielleicht wirklich eine Chance. Da können wir gegenüber unserem schlechten Start aus der Vorrunde Punkte gutmachen.

Am Anfang werden die drei Abwehrspieler Chris, Franz und Russ sicher noch fehlen. Der Verein will nun trotzdem keinen neuen Abwehrspieler verpflichten. Wie beurteilen Sie dies als Kapitän?

Das ist völlig in Ordnung. Wir haben ja bewiesen, dass wir auch mit Pirmin Schwegler oder Ricardo Clark in der Abwehr gut spielen können. Wir haben Dortmund geschlagen und in Aachen sicher nicht wegen einer Abwehrschwäche verloren. Außerdem gibt es ja positive Tendenzen, dass Maik Franz relativ schnell zurückkehren kann.

Was macht die Stärke der Eintracht aus? Und in welchen Bereichen kann sich die Mannschaft noch verbessern?

Wir sind technisch viel besser geworden, sind deshalb in der Lage, von hinten heraus schon gut zu kombinieren. In der Vorrunde haben wir gezeigt, dass wir nur schwer zu schlagen sind, wenn wir unsere Topleistung auf den Platz bringen. Das ist uns oft gelungen, nur in München und in der zweiten Halbzeit gegen Hoffenheim waren wir deutlich unterlegen. Taktisch müssen wir uns noch weiterentwickeln. Damit meine ich, dass wir es schaffen müssen, noch länger und konstanter die Ordnung im Spiel zu behalten. Wenn das gelingt, dann steht die Eintracht vor einer rosigen Zukunft.

Das Training unter Michael Skibbe ist völlig anders als unter seinem Vorgänger Friedhelm Funkel. Manchmal wirken die täglich wiederkehrenden Passübungen eintönig. Wird es den Spielern da nicht langweilig?

Gar nicht; alles, was mit dem Ball gemacht wird, macht Spaß. Und wir sehen ja alle, was diese Übungen bewirken. Wir sind am Ball eindeutig besser geworden, da greifen durch die häufigen Wiederholungen wichtige Automatismen. So gelingt es uns im Spiel immer öfter, ganz automatisch Dreiecke aufzubauen, die dem ballführenden Spieler dann immer zwei Abspielmöglichkeiten bieten.

Da würde es auch helfen, wenn der Trainer und Pirmin Schwegler ihre Verträge verlängern?

Na klar, das wäre super und wäre auch ein Zeichen nach außen, dass es hier weiter aufwärts geht.

In beiden Fällen soll es ja gut aussehen. Hätte das auch Auswirkungen auf Ihre Vertragsgespräche?

Mein Vertrag läuft ja noch bis 2012, aber es gibt eine Klausel, dass ich für drei Millionen Euro Ablöse schon im nächsten Sommer gehen könnte. Warten wir mal ab, was da noch passiert, Gespräche hat es jedenfalls bisher noch nicht gegeben.

Offiziell ist Chris der Kapitän, doch durch dessen Verletzung sind Sie de facto der Spielführer. Was bedeutet Ihnen dieser Posten?

Ich mache es gerne, und es macht auch Spaß. Aber es ist sicher nicht das Wichtigste. Wenn Chris zurückkehrt, ist er selbstverständlich der Kapitän. Und ich hoffe, er kehrt bald zurück, wir können ihn gut gebrauchen auf dem Platz.

Sie haben sich für diese Saison vorgenommen, weniger Gelbe Karten zu kriegen und mehr Tore zu schießen. War es in diesem Zusammenhang eigentlich auch ein gutes Jahr für Sie?

Ich denke schon, drei Gelbe Karten, einmal war es Gelb-Rot, sind vertretbar. Ich bin ein bisschen ruhiger geworden, und als Kapitän kann man auf dem Platz auch mal ein Wort mehr sagen, ohne gleich verwarnt zu werden. Zwei Tore habe ich geschossen, das ist noch nicht das, was ich mir erhoffe, aber es sind schon doppelt so viele wie in der letzten Saison. Ich komme öfter zum Abschluss, aber zum Torerfolg braucht man halt auch eine Portion Glück.

Das Gespräch führte Josef Schmitt.

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