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Im Gespräch: Patrick Ochs „Die Stimmung bei uns ist angespannter“

 ·  Der stellvertretende Kapitän der Eintracht spürt Veränderungen in seiner Mannschaft aufgrund der größeren Konkurrenz nach – und sagt, was von den Frankfurtern in dieser Saison zu erwarten ist.

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Die Saisonvorbereitung neigt sich langsam, aber sicher dem Ende entgegen. Welche Perspektiven sehen Sie für sich und die Eintracht?

Zwei Wochen müssen wir noch überstehen, erst dann geht es ja in der Bundesliga los. Momentan sind wir alle ein bisschen müde, aber das Potential, das in der Mannschaft steckt, ist sehr gut. Wir gehören sicher nicht zu den Topfavoriten auf den Titel und sollten auch nicht gleich von der Europa League sprechen. Doch verglichen mit der Vergangenheit ist ein Qualitätsunterschied spürbar.

Welche Ziele sind mit diesem Kader realistisch?

Fakt ist, wir haben uns gut verstärkt. Wir sollten jedoch nicht ignorieren, dass auch die anderen aufgerüstet haben. Ein Selbstläufer wird es nicht. Wenn wir Pech haben, verlieren wir die ersten drei Spiele und hängen erst mal unten fest. Gelingen uns dagegen gleich sieben Punkte in Hannover, gegen den HSV und in Gladbach, werden wir von diesem Schwung langfristig profitieren. Wir müssen uns vor niemandem verstecken.

Wie sehen Ihre persönlichen Ziele vor dem siebten Profijahr in Frankfurt aus?

Ich denke, ich werde wieder rechts im Mittelfeld vor der Abwehr spielen. Das Zusammenspiel hat in den ganzen Vorbereitungspartien mit Sebastian Jung ausgezeichnet funktioniert. Im letzten Jahr hat es zu einem Tor und acht Vorlagen gereicht – das lässt sich steigern. Ich möchte vor allem meinen Beitrag dazu leisten, dass wir als Mannschaft stabiler werden, nicht mehr zwischendurch immer wieder so hohe Niederlagen kassieren und anders als zuletzt regelmäßiger gegen Teams gewinnen, die unter uns stehen.

Amanatidis, Gekas, Altintop, Fenin – die Namen der Stürmer klingen so vielversprechend wie lange nicht. Besteht die Gefahr, dass die Eintracht zu offensiv ausgerichtet sein könnte und die Mannschaft an Stabilität einbüßt?

Nein. Bislang hat man gegen allen Testgegner gesehen, dass die Angreifer gut nach hinten arbeiten und die Räume eng machen. Ich bin froh, dass wir vier so gute Spieler bei uns haben, das spricht für mehr Tore und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass wir Erfolg haben.

Wie beurteilen Sie es, dass einige Offensivspieler sich auch verbal positioniert und mehr oder weniger deutlich einen Platz in der Startformation beansprucht haben?

Man spürt schon einen anderen Konkurrenzkampf bei uns. Das gab es so früher nicht unbedingt. Letztes Jahr zum Beispiel hatten wir lange nur Nikos Liberopoulos als Spitze, weil die anderen verletzt waren. Heute kann einer ausfallen, und es sind immer noch drei Kandidaten da. Die Stimmung ist angespannter, und es gibt auch im Training Feuer. Aber das sollte niemand überbewerten. Es ist doch nur normal, dass jeder von den Stürmern von Anfang an dabei sein möchte und dass sie es auch öffentlich aussprechen. Es wäre für mich schlimmer, wenn es nicht so wäre.

In Ihrer Rolle als Ersatz-Kapitän waren Sie noch nicht schlichtend gefordert?

Absolut nicht. Noch gab es keine ernsthaften Vorfälle, und es hat bislang keiner an meiner Tür geklopft. Aber es kann jeder kommen, gerade auch die jungen Spieler. Ich stehe als Gesprächspartner immer gerne zur Verfügung.

Hat sich durch Ihre Berufung von Trainer Skibbe als Stellvertreter für Chris etwas geändert? Und glauben Sie, dass Ihnen die herausgehobene Position bei den Schiedsrichtern, mit denen Sie ja öfter Schwierigkeiten hatten, hilft?

Schwer zu sagen. Es ist sicherlich eine Wertschätzung vom Trainer für meine Leistung, die ich seit langem in Frankfurt zeige, das ist mir bewusst. Auf mein Spiel sollen sich solche Äußerlichkeiten nicht auswirken.

Das heißt, die Zuschauer sehen weiter den Heißsporn Patrick Ochs?

Eigentlich will ich so bleiben, wie ich bin. Und die anderen dürfen ruhig von mir denken, was sie wollen. Fakt ist jedoch auch: Früher, als ich noch hinten rechts gespielt habe, musste ich einfach mehr riskieren. Wenn da einer an mir vorbei wollte, gab es hinter mir keine Absicherung mehr, die hätte helfen können, das Gegentor zu verhindern. Heute habe ich noch zwei defensive Mittelfeldspieler und die Viererabwehrkette in meinem Rücken, da ist es unnötig, wenn ich mir wegen Trikotziehens eine Gelbe Karte einhandele.

Die Weltmeisterschaft ist erst wenige Wochen vorbei. Ist eine Berufung in die Nationalelf für Sie eigentlich immer noch der ganz große Anreiz?

Das Thema ist ganz weit weg.

Die Fragen stellte Marc Heinrich.

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Von Matthias Alexander

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