17.05.2007 · Patrick Ochs hat noch viel vor sich, wie Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel meint. Deshalb haben die Frankfurter den Verteidiger ebenso weiter verpflichtet wie Mittelfeldmann Weissenberger und Abwehrrecke Vasoski.
Von Ralf WeitbrechtHeribert Bruchhagen gibt offen zu, „dass mir dieser Passus nicht gefallen hat“. Unterschrieben aber hat er den neuen Arbeitsvertrag von Patrick Ochs am Morgen des Himmelfahrtstages trotzdem. Schließlich ist Ochs, der am Montag 23 Jahre alt gewordene quirlige Außenverteidiger der Frankfurter Eintracht, einer der verlässlichen Bausteine des erstklassigen Fußballklubs. Bruchhagen, Vorstandschef und Manager der Eintracht, hätte es gerne gesehen, wenn Ochs' neuer, nun bis zum 30. Juni 2010 laufender Kontrakt auch für die zweite Liga Gültigkeit hätte. „Schließlich haben wir das klare Ziel, mit allen Eintracht-Spielern für beide Ligen abzuschließen.“ Doch nach zähen Verhandlungsrunden mit Ochs und seinem Vater, der als Berater für seinen Sohn tätig ist, musste Bruchhagen klein beigeben.
Anders gestalteten sich die Unterredungen, die Bruchhagen in zwei anderen Fällen geführt hatte. Danach gab es keine Differenzen, auf Vorschlag von Trainer Friedhelm Funkel die Verträge mit Markus Weissenberger und Aleksandar Vasoski gleichfalls zu verlängern. Der 32 Jahre alte Österreicher Weissenberger, Mitglied im Mannschaftsrat und immer wieder mal Kapitän, bleibt bis zum 30. Juni 2008 bei der Eintracht. Der 27 Jahre alte Mazedonier Vasoski, wiedererstarkter Innenverteidiger, kann in diesem Trio auf die längste Vereinbarung blicken. Er hat sich bis zum 30. Juni 2011 an den Klub gebunden.
„Ochs hat noch viel vor sich“
Allen drei Eintracht-Profis ist eines gemein: Sie sind, wie es Funkel ausdrückt, „Spieler der ersten Stunde“. Seitdem nämlich Funkel vor drei Jahren anfing, Aufbau-, Aufstiegs- und Stabilisierungsarbeit am Standort Frankfurt zu betreiben, waren auch Weissenberger, Vasoski und Ochs mit an Bord. „Ochs hat eine richtig gute Entwicklung genommen“, sagte am Donnerstag Funkel über den gebürtigen Frankfurter. Das für den Trainer Gute: „Ochs ist noch längst nicht am Ende dieser Entwicklung. Er hat noch viel vor sich. Hier bei uns hat er sich schon einen gewissen Status erarbeitet.“ Ochs selbst, der „froh“ ist, „dass ich hierbleibe, schließlich ist Frankfurt meine Heimat“, will es mit seinem Ehrgeiz zu etwas bringen. „Die Eintracht ist für höhere Aufgaben gewappnet“, glaubt er. „Ich bin jetzt langsam zu einem Führungsspieler herangewachsen und will mich auch zukünftig einbringen.“
Auch Markus Weissenberger, der kleine Mittelfeldmann aus Vorarlberg, gehört bei der Eintracht zur Riege der sogenannten Führungsspieler. Nicht immer kann der Österreicher dies auf dem Platz zeigen, weil er nicht zum Kreis der Stammkräfte gehört. Doch Weissenberger hat menschliche Qualitäten, ist umgänglich, wirkt als Moderator zwischen Mannschaft und Trainerstab. Funkel sagt über einen seiner erfahrensten Profis: „Weissenberger ist auch neben dem Platz sehr wichtig. Bei seinem Trainer in Österreich genießt er einen hohen Stellenwert.“ Josef Hickersberger, Coach der im Weltfußball nicht sonderlich starken Alpenkicker, will Weissenberger mit zur Europameisterschaft im kommenden Jahr nehmen - entsprechend gute Leistungen vorausgesetzt. Funkel ist sicher, dass der von ihm geschätzte Weissenberger „gute Chancen hat, in den EM-Kader zu kommen.“
Drei bis fünf Neue
Aus dem aktuellen Personalbestand gilt es nun noch, über die Zukunft von Marko Rehmer zu entscheiden. Für dessen Weiterbeschäftigung hat sich Funkel gleichfalls stark gemacht. Eine verbindliche Aussage wird aller Voraussicht nach vor dem letzten Saisonspiel an diesem Samstag gegen Hertha BSC Berlin erwartet. Funkel wie Bruchhagen setzen auf Kontinuität, und neben Weissenberger, Vasoski und Ochs soll auch der 35 Jahre alte Rehmer eine erstklassige Zukunft bei der Eintracht haben. „Wir wollen nicht zehn neue Spieler holen und dafür zehn andere nach Hause schicken“, sagt Funkel. Dies widerstrebe seinen Vorstellungen vom behutsamen Aufbau einer Mannschaft.
Dass drei bis fünf neue Spieler die Eintracht verstärken sollen, hat Funkel am Himmelfahrtstag nicht bestritten. Gleichwohl aber war er nicht bereit, zu sagen, für welche Positionen er Ergänzungen holen will. „Wir halten Augen und Ohren offen und sind in Gesprächen. Wir werden im nächsten Jahr eine sehr gute Mannschaft haben.“ Die Entwicklung der Eintracht soll vorangetrieben werden - Rückschläge inbegriffen. Bruchhagen sagte dazu: „Man kommt auch mal weiter voran, wenn man sich im Tabellenbild rückwärts entwickelt.“