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Friedhelm Funkel im Interview „Und wer schützt Ioannis Amanatidis?“

28.08.2007 ·  Vor dem Spiel gegen Werder Bremen fliegt Friedhelm Funkel nach Zagreb, um die Mannschaft unter die Lupe zu nehmen. Im Interview spricht der Eintracht-Trainer über den Saisonstart, neue Spieler und Bayern-Manager Hoeneß.

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Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel über den Saisonstart, neue Spieler und Bayern-Manager Hoeneß.

Herr Funkel, Wie finden Sie die Bezeichnung „Bayern-Jäger“?

Da muss ich einfach nur schmunzeln. Unser Tabellenstand ist eine Momentaufnahme, die nach zehn Spielen sicher korrigiert sein wird. Dann stehen die Mannschaften oben, die allgemein auch oben erwartet werden. Trotzdem freue ich mich, dass unser Start so geglückt ist, wie wir es uns erhofft haben.

War das nach der schwierigen Vorbereitung zu erwarten?

Vorbereitungen müssen sein, um körperliche Grundlagen zu legen. Aber aus den Ergebnissen ist nichts, aber auch gar nichts zu schließen. Das habe ich vorher gesagt, und das hat sich wieder einmal bestätigt.

War die schwächere zweite Halbzeit beim 1:0 gegen Hansa Rostock auf konditionelle Probleme zurückzuführen?

Das ist lächerlich. Eine Woche zuvor haben wir in Bielefeld in den letzten drei Minuten zwei Tore geschossen. Hat sich die Kondition in der einen Woche etwa verschlechtert? Nein, das ist Blödsinn. Unsere Spieler sind fit, dies sehe ich im Training und das wird auch von den Laktatwerten bestätigt.

Heribert Bruchhagen hat am Montag die Suche nach einen zusätzlichen Angreifer für beendet erklärt. Können Sie das akzeptieren, oder drängen Sie auf eine weitere Verstärkung?

Natürlich akzeptiere ich das. Ich habe keine Probleme damit, wie wir aufgestellt sind. Aber Überraschungen soll man ja nie ausschließen.

Hat die Eintracht neben den Kroaten Rukavina und Kalinic noch weitere Eisen im Feuer, und wird es eine Neuverpflichtung bis zum Freitag geben, wenn die Transferliste schließt?

Nein, nicht wirklich heiße Eisen. Aber vielleicht fallen ja plötzlich die Preise, und es ist doch noch etwas möglich. Beide Spieler, Rukavina und Kalinic, wären durchaus interessant.

Wären Sie angesichts der Sparsamkeit der Eintracht lieber Trainer in Hoffenheim, wo jetzt für mehrere Millionen Euro ein jungener Nigerianer verpflichtet worden ist?

Ich bin froh, dass ich Trainer in Frankfurt bin und mit der Eintracht vor 45.000 Zuschauern Heimspiele und manchmal vor 80.000 Zuschauern Auswärtsspiele bestreiten darf. Ich würde sicher nicht nach Hoffenheim gehen und der Kollege Rangnick nicht nach Frankfurt. In Hoffenheim will man sich etwas erkaufen und setzt das Geld auch sinnvoll ein. Dennoch werden sie nie die Tradition erreichen wie andere Vereine.

Sie fliegen am Mittwoch mit Ihrem Assistenten Armin Reutershahn nach Zagreb, um Werder Bremen noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Eine ungewöhnliche Reise unter der Woche, oder?

Bremen ist unser nächster Gegner, da bietet sich das an. Es ist ein kurzer Flug und deshalb kein Problem. Wir freuen uns auf diese Kurzreise und werden letzte Eindrücke von Werder sammeln.

Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß hat gefordert, seine Spieler müssten von den Schiedsrichtern mehr geschützt werden. Können Sie das nachvollziehen?

Gegenfrage: Wer schützt eigentlich unsere Spieler, beispielsweise Ioannis Amanatidis, vor Demichelis und van Bommel, wenn die wie Kamikaze-Flieger auf sie zukommen?

Ihr Verständnis hält sich in Grenzen?

Alle Spieler müssen geschützt werden. Natürlich bin auch ich gegen blödes Reingrätschen von hinten. Aber was die Bayern versuchen, ist eine Beeinflussung der Schiedsrichter. Demnächst wird es nach Fouls an Ribery schneller Gelb und Gelb-Rot geben. Das kann nicht richtig sein.

DFB-Chefscout Urs Siegenthaler hat die negativen Reaktionen von einigen Bundesliga-Trainern, darunter ihre, auf Kritik von Bundestrainer Joachim Löw am Zweikampfverhalten der Bundesligaspieler als „das Verhalten von Kleinkindern, die weinen und stampfen, weil sie nicht recht bekommen“ bezeichnet. Was sagen Sie dazu?

Bei einer solchen Wortwahl braucht man darauf eigentlich nicht mehr zu reagieren. Nur eines: Ich werde auch in Zukunft meine Meinung sagen.

Aufgezeichnet von Josef Schmitt.

Quelle: F.A.Z.
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