04.06.2010 · Nach der Verpflichtung von Linksverteidiger Tzavellas aus Athen und Perspektivspieler Rode aus Offenbach sieht Manager Bruchhagen die Frankfurter Eintracht am Ende ihrer Einkaufstour angekommen. Hinter Altintop stehen noch Fragezeichen.
Von Josef SchmittDie Frankfurter Eintracht hat den Wettlauf um Sebastian Rode gewonnen. Der 19 Jahre alte Mittelfeldspieler der Offenbacher Kickers wechselt zum erstklassigen Nachbarn und hat am Donnerstag einen Vierjahresvertrag unterschrieben. Angeblich zahlt die Eintracht für den auch von anderen Bundesligavereinen umworbenen Rode eine Ablösesumme von 250.000 Euro an die Kickers. „Sebastian ist ein großes Talent und hat Charakter, er kann den Sprung in die Bundesliga schaffen“, sagte der Offenbacher Präsident Dieter Müller entspannt. „Sebastian Rode gilt bei allen Fachleuten als der junge Spieler in Hessen mit der größten Perspektive“, sagte Heribert Bruchhagen, der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Eintracht.
Neben eigenen Beobachtungen auf dem Bieberer Berg durch Chefscout Bernd Hölzenbein und Cheftrainer Michael Skibbe hatten die Frankfurter unter anderem auch die Meinung von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer eingeholt, der Rode aus den Spielen der verschiedenen DFB-Jugendnationalmannschaften kennt. Sechsmal hat Rode bisher insgesamt für die U 18, die U 19 und die U 20 des Deutschen Fußball-Bundes gespielt und dabei ein Tor erzielt. In der abgelaufenen Saison der dritten Liga absolvierte Rode, der 2005 aus der fußballerischen Nachbarschaft vom SV Darmstadt 98 zum OFC gewechselt war, nur dreizehn Spiele. Grund dafür war ein Kreuzbandriss, den er sich im vergangenen September zugezogen hatte. Erst zum Ende der Spielzeit war er mit voller Kraft auf den Platz zurückgekehrt. Die Verletzung scheint inzwischen vollständig ausgeheilt. Trainer Skibbe beschreibt den Neuen als „schnell, zweikampfstark und mutig im Spiel nach vorne“.
Aus WM-Aufgebot gestrichen
Auch der seit Tagen im Raum stehende Transfer des griechischen Verteidigers Georgios Tzavellas ist am Donnerstag vollzogen worden. Der 22 Jahre alte Profi von Panionios Athen wurde von Griechenlands Nationaltrainer Otto Rehhagel nach Ende eines Trainingslagers in der Schweiz aus dem Aufgebot gestrichen und nicht für die Weltmeisterschaft in Südafrika nominiert. So konnte der umworbene Hellene am Feiertag nach Frankfurt kommen, die obligatorische sportmedizinische Untersuchung absolvieren und einen Vertrag unterzeichnen, der ihn bis zum 30. Juni 2013 an die Eintracht bindet.
Der ablösepflichtige Tzavellas (zirka 1,3 Millionen Euro), der bei Panionios eine überzeugende Saison spielte und mit elf Torvorlagen zum besten Vorbereiter avancierte, soll auf der linken Abwehrseite den zu Young Boys Bern gewechselten Kapitän Christoph Spycher ersetzen. Neben Rode und dem griechischen Stürmer Theofanis Gekas, den die Eintracht für die Ablösesumme von einer Million Euro von Bayer Leverkusen geholt hat, ist Tzavellas der dritte Neuzugang für die kommende Spielzeit.
Fragezeichen hinter Halil Altintop
Mit diesen Transfers sei die Personalpolitik für die neue Saison „in weiten Teilen beendet“, sagte Bruchhagen. Offene Fragen gibt es nur noch bei der Besetzung des Angriffs. Noch immer hat sich Halil Altintop nicht geäußert, ob er ein Angebot der Eintracht annehmen wird. „Und natürlich werden wir die gesundheitliche Entwicklung bei Ioannis Amanatidis weiter genau beobachten“, sagte der Eintracht-Chef. Der ehemalige Spielführer Amanatidis konnte im vergangenen halben Jahr nach einer zweiten Knieoperation wegen eines Knorpelschadens nicht trainieren und spielen, will aber beim Trainingsauftakt am 5. Juli wieder voll ins Mannschaftstraining einsteigen.