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Sebastien Haller im Interview : „Hier gibt es eine globale Fußball-Vision“

Die Golden Gate Bridge kennt er nun, die Bundesliga noch nicht: Eintracht-Neuzugang Sebastien Haller Bild: Jan Huebner

Eintracht-Rekordtransfer Sebastien Haller spricht im Interview über die Überzeugungskraft des Trainers, die Qualität des Kaders und seine Uneigennützigkeit beim Torabschluss.

          Können Sie auch Torwart spielen?

          (Lacht.) Es geht. Ich will natürlich nicht behaupten, dass ich es besser könnte als Lukas Hradecky. Aber ein Tolpatsch bin ich nicht. Um ein zuverlässiger Keeper zu sein, der seiner Mannschaft mit Paraden weiterhilft, muss man viele spezielle Dinge gut können und im positiven Sinne auch ein bisschen verrückt sein, um sich den Stürmern vor die Füße zu werfen. Ich bin froh, dass wir dafür Fachmänner im Team haben.

          Spüren Sie Druck vor dem Saisonstart?

          Ich kann es kaum abwarten und liebe den Wettbewerb über alles. Jetzt zählt es. Erst Pokal, danach der Bundesligastart in Freiburg, dann die Heimpremiere gegen Wolfsburg – ich habe große Lust und brenne darauf, dass es endlich losgeht.

          Auf wen oder was freuen Sie sich als neuer Spieler in Deutschland am meisten?

          Ich betrachte die Saison langfristig. Mir stehen viele neue Erfahrungen bevor. Ich habe jetzt bei der Eintracht nach und nach das Umfeld kennengelernt, den Trainer, die Mitspieler, die Betreuer, die Fans. Ich bewege mich auf einem neuen Niveau, das steht fest. Spiele gegen Bayern oder Dortmund werden sicher Highlights, doch ich bin gespannt auf jede einzelne der kommenden Partien, weil ich sicherlich Dinge lernen werde, die mir bisher noch unbekannt sind, die mich aber als Spieler reifen lassen.

          Wie weit ist das Team?

          Ich glaube, wir werden erst im Verlauf der Saison wissen, was wirklich in dieser Mannschaft steckt. Und auf dem Platz, den wir am Ende belegen, werden wir zu Recht stehen. So einfach ist das im Fußball. Ich habe jedoch das Gefühl, dass wir sehr gut und mit der nötigen Cleverness arbeiten. Trainer Niko Kovac bringt uns viel bei: Der Kader passt, wir sind auch charakterlich eine gute Truppe. Aber was für Ergebnisse dabei herausspringen, muss sich jetzt erst noch zeigen.

          Bundesliga-Tippspiel 2017/2018
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          Ihnen wurden, als Sie im Frühling noch in Utrecht spielten, mehrere Angebote unterbreitet. Was gab den Ausschlag für Frankfurt?

          Da ist vieles zusammengekommen, um mich mit einem guten Gefühl für die Eintracht zu entscheiden: Der Verein hat sich sehr bemüht, und der Kontakt mit Niko Kovac war intensiv. Er hat mir aufgezeigt, welche Aufgaben er für mich sieht, das klang von Anfang an sehr überzeugend. Des Weiteren gefallen mir die Stadt sowie das Stadion. Und die Fans sind famos.

          Sie waren schon mit 18 Jahren Fußballprofi. Wann realisiert man als Teenager, dass man das Zeug dazu hat, dass der Traum vom Dasein als Fußballprofi in Erfüllung geht?

          Nein: Ich war damals noch jünger. Es war kurz vor meinen 17. Geburtstag, als ich meinen ersten Vertrag unterschrieben habe, der dann zur folgenden Saison in Kraft trat. Vorher hatte ich in meiner Jugend bei Vigneux und Brétigny Foot gespielt, bevor ich in die Jugendabteilung von AJ Auxerre gewechselt war. Im System des dortigen Nachwuchsleistungszentrums, in dem ich ausgebildet wurde, habe ich früh gelernt, immer nur Schritt für Schritt zu denken und sich auf nichts zu verlassen, was man schon erreicht hat. Es geht immer mehr. Daher habe ich auch sportlich alles investiert, was mir möglich war. Und als man mir das Angebot machte, wusste ich, dass es funktionieren kann, dass ich tatsächlich mal in der ersten Liga auflaufen werde – alles, was seitdem passiert ist, inklusive meines Wechsels nach Frankfurt, war natürlich nicht vorhersehbar. Umso schöner, dass es geklappt hat.

          Wie sehen Sie als von den Fans bezeichneter „Top-Star“ die personelle Situation im Angriff? Die Offensive war in der vergangenen Rückrunde nicht sehr erfolgreich – wie wollen Sie helfen, dass es besser wird?

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