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Eintracht Frankfurt will Spieler loswerden Kein Markt für Mitläufer

13.08.2009 ·  Die Frankfurter Eintracht will sich von Bellaid, Toski, Heller und Mahdavikia trennen. Das Vorhaben gestaltet sich allerdings schwierig, fehlt es doch an Interessenten

Von Ralf Weitbrecht
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Mehdi Mahdavikia in der Fußball-Regionalliga? Allein schon aus menschlichen und moralischen Gründen, so Eintracht-Vorstandschef Heribert Bruchhagen, habe man davon Abstand genommen, den verdienten langjährigen Kapitän der iranischen Fußball-Nationalmannschaft zum Talentschuppen von U-23-Trainer Frank Leicht zu schicken. Der Anstand gebietet es, den 32 Jahre alten Mahdavikia bei den Profis zu lassen - wenngleich er dort sportlich keine herausragende Rolle mehr spielen wird.

Mahdavikia gehört zu einem Quartett, das bei der Neuausrichtung unter Trainer Michael Skibbe keine erste Wahl mehr ist. Auch dem Franzosen Habib Bellaid sowie Faton Toski und Marcel Heller hat der Klub nahegelegt, sich nach neuen Arbeitgebern umzuschauen. Allein: Niemand interessiert sich für die Frankfurter Mitläufer. Und auch Skibbe ist skeptisch, dass sich bis zum Ende der sommerlichen Transferperiode am 31. August noch irgendwelche Klubs die Finger nach einem dieser vier lecken. „Die Chancen sind nach wie vor gering, dass sich der Markt noch auftut“, sagte der Eintracht-Coach am Mittwoch. „Die meisten anderen Mannschaften haben ähnliche Probleme wie wir.“ Die Krux: „Es handelt sich um Verträge, die in wirtschaftlich besseren Zeiten abgeschlossen wurden“, so Skibbe. „Man wird sie nicht zum gleichen Kurs bezahlen, wie sie bei ihren Vereinen im Moment verdienen. Der Markt ist ziemlich lau.“ Und so trainieren die Spieler fleißig mit all denen, die aktuell erste und zweite Wahl sind und dank der beiden Pflichtspielsiege in Offenbach und Bremen rund um die Eintracht für Hochgefühle gesorgt haben.

Wie lange hält das Stimmungshoch?

Es stimmt schon: Der atmosphärische Aufschwung, der mit dem Wechsel von Friedhelm Funkel zu Michael Skibbe einhergehen sollte, hat tatsächlich stattgefunden. Nach den Übungseinheiten am Frankfurter Stadtwald brauchen Spieler wie Trainer viel Zeit, um in die Kabine zu kommen. Autogrammjäger und Hobbyfotografen belagern all diejenigen, die in der Bundesliga auf dem zweiten Tabellenplatz stehen. Eine Momentaufnahme nur, doch für die vielen Fans werden Besuche bei der Eintracht in den Sommerferien zum Spektakel. Doch wie lange wird das Stimmungshoch halten?

Am Samstag kommt der ambitionierte Aufsteiger 1. FC Nürnberg in die ausverkaufte Frankfurter Arena. Es gibt das Wiedersehen mit dem langjährigen Assistenztrainer Armin Reutershahn. Gemeinsam mit Funkel hatte er unter anderen hoffnungsvolle Talente wie Sebastian Jung behutsam aufgebaut und Stück für Stück an die Mannschaft herangeführt. Manager Bruchhagen lobte nach dem erstklassigen Debüt im März in Bielefeld: „Sebastian Jung ist schnell und mutig. Er wird eine gute Entwicklung nehmen.“ Den Sprung vom Bäckerlehrling in den Profikader der Eintracht hat er vollzogen. Doch für den nächsten Schritt ist Geduld gefordert.

Lauter gestandene Profis vor der Nase

Auf seinen möglichen Einsatzpositionen in der Außenverteidigung sowie vor der Abwehr sieht sich der 19 Jahre alte Königsteiner großer interner Konkurrenz ausgesetzt. Patrick Ochs, Christoph Spycher, Chris, Selim Teber, Pirmin Schwegler - derzeit ist Jung chancenlos, an diesen gestandenen Profis vorbeizuziehen. „Wenn er besser als die ersten elf wäre, würde ich ihn ja auch spielen lassen“, sagte Skibbe und warb damit um Verständnis für die Nichtberücksichtigung. Und so hilft der junge Defensivmann, anders als der gestandene iranische Nationalspieler Mahdavikia, immer dann in der U 23 aus, wenn Not am Mann ist oder jemand aus dem übergroßen Profikader einfach nur spielerisch am Ball bleiben soll.

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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