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Eintracht Frankfurt Wechselstimmung bei der Eintracht

 ·  Neue Spieler und neues taktisches System: Beim HSV brauchen die Frankfurter und Trainer Skibbe die Bereitschaft zur Veränderung.

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Es bleibt das Dauerthema bei der Eintracht – auch in dieser Woche: Mit Chris, Marco Russ, Maik Franz, Aleksandar Vasoski, Giorgios Tzavellas und Pirmin Schwegler werden den Frankfurten beim Bundesligaspiel am Freitagabend (20.30 Uhr) beim Hamburger SV gleich sechs defensivstarke Spieler fehlen. Ohne dieses halbe Dutzend ist Trainer Michael Skibbe gezwungen, „zu experimentieren und zu improvisieren“. Dabei bleiben ihm kaum noch personelle Möglichkeiten. Deshalb sagt er: „Ich muss natürlich auch über die taktische Einstellung nachdenken.“ Im Laufe der Vorrunde hat sich ein taktisches System 4-2-3-1 als das passende für diese Mannschaft herausgestellt – also eine Vierer-Abwehrkette mit zwei defensiven Mittelfeldspielern davor, drei offensiven und vorne einer Spitze, normalerweise Theofanis Gekas. Auch bei dieser taktischen Vorgabe gilt: belassen oder ändern?

Nur einmal hat die Eintracht es anders versucht, zum Auftakt in Hannover. Damals standen zwei Stürmer in der Anfangself, Ioannis Amanatidis und Gekas. Allerdings harmonierten die beiden nicht besonders gut. Eine Woche darauf, beim Heimspiel gegen den HSV, verlor Gekas für eine Partie seinen Stammplatz, holte ihn sich in Mönchengladbach allerdings mit zwei Treffern wieder zurück. Skibbe bieten sich in Hamburg nun zwei Möglichkeiten: das alte System beibehalten und die vielen Ausfälle „eins zu eins“ zu ersetzen oder eine neue Spielordnung zu wählen. Zuletzt, beim 0:3 gegen Hannover, ließ er das System unverändert und wählte mit Ricardo Clark und Kevin Kraus eine komplett neue Innenverteidigung. Nun aber hat sich die Personalknappheit noch einmal verschärft. Mit Verteidiger Tzavellas und Spielmacher Schwegler werden zwei weitere Spieler fehlen. Bei Kraus besteht – immerhin – Hoffnung: Als wäre die ganze Misere nicht schon schlimm genug, meldete sich der Jungprofi am Mittwoch mit einer Erkältung und Fieber vom Training ab. Er wird weiter untersucht – Ende offen. „Defensiv habe ich nicht wirklich viele Möglichkeiten“, sagt Skibbe vorsichtig. Die Innenverteidiger Clark und Kraus wird er wohl zusammenlassen – Gesundheit vorausgesetzt. Linker Verteidiger könnte Benjamin Köhler spielen, aber, so Skibbe, „den brauche ich im Grunde auch im Mittelfeld“. Nikola Petkovic, bisher chancenlos, wäre eine zweite Möglichkeit auf der linken Seite der Viererkette. Womöglich wird der Serbe sein Saisondebüt feiern, „weil ich vieles der Not gehorchend machen muss“.

Für Tzavellas und Schwegler müssen zwangsläufig neue Spieler ins Team kommen

Wahrscheinlich wird er die taktische Aufstellung so oder so verändern. Aus 4-2-3-1 dürfte ein klassisches 4-4-2 werden, mit Viererkette, Vierermittelfeld und zwei Stürmern. „Ich überlege den Systemwechsel“, sagt Skibbe. Eine Mittelfeldraute mit einem defensiven Spieler, einem offensiven und zwei Außen wird wohl nicht dabei herauskommen. „Der HSV hat mit Elia und Pitroipa ganz schnelle Außen“, erklärt Skibbe, „da müssen wir möglichst oft doppeln.“ Die Außenbahnen will er also weitgehend versperren, ohne dabei das Zentrum zu sehr zu öffnen. Eine schwierige Aufgabe, wenn für fast alle Aufgaben die Spieler fehlen, die eigentlich erste Wahl wären.

Für Tzavellas und Schwegler müssen zwangsläufig neue Spieler ins Team kommen. So darf Sebastian Rode auf sein Bundesligadebüt freuen. Der ehemalige Offenbacher, zu Beginn der Saison von einer schweren Knieverletzung zurückgeworfen, hat sich an die Mannschaft herangekämpft und wird nun wohl von den Ausfällen der Kollegen profitieren. „Gut möglich, dass er spielt“, sagt der Trainer, „Sebastian ist ja ein gelernter defensiver Mittelfeldspieler.“ Rode ist also ein Kandidat für die Anfangself, Martin Fenin ein anderer. Der tschechische Nationalspieler wartet schon lange ungeduldig auf eine Chance von Beginn an, nachdem er zuletzt als Joker meist gute Leistungen gezeigt hatte. Die Grundaufstellung der Eintracht wäre beim 4-4-2 also defensiver, der Angriff aber durch einen zweiten Mann an der Seite von Gekas dennoch gestärkt. Egal, wie Skibbe entscheidet: Es wird eine neue Eintracht sein – wieder einmal.

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Von Matthias Alexander

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