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Eintracht Frankfurt Versteckspiele und Vorfreude

16.03.2007 ·  Eintracht-Stürmer Albert Streit fällt wegen einer Grippe im Spiel gegen Bayern München aus, und Marco Russ freut sich auf ein Duell mit seinem Idol Lucio. - Abgeschirmt von der Öffentlichkeit hat sich die Eintracht auf den Klassiker gegen die Bayern eingestimmt.

Von Ralf Weitbrecht
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Geheimtraining vor dem Klassiker gegen die Bayern? Etwas überraschend war es schon, dass die Fußballprofis der Frankfurter Eintracht, bestens abgeschirmt von der Öffentlichkeit, am Freitag letztmalig spielend Witterung aufgenommen haben, um sich auf den Vergleich mit dem Meister einzustimmen. Der Platz an der Wintersporthalle war rundherum mit Sichtblenden verhängt.

Es war aber nicht Trainer Friedhelm Funkel, der diese seltsame Anordnung erteilt hatte. Der geographische Eintracht-Nachbar Deutscher Fußball-Bund hatte schon einmal Vorsorgearbeit geleistet, damit niemand Unerlaubtes die Übungen der Nationalspieler verfolgen kann, die sich in der kommenden Woche auf dem Trainingsareal an der Frankfurter Arena auf das Länderspiel am 24. März in Prag vorbereiten.

Russ: „Höhepunkt der Saison“

Funkel hat vordergründig nichts zu verbergen. Seine am Vortag geäußerte Vorahnung, dass Albert Streit wegen einer Grippe auszufallen drohe, bestätigte sich am Freitag. Zwar ging es dem 26 Jahre alten Angreifer schon besser; an einen Einsatz gegen die Bayern an diesem Samstag (15.30 Uhr) jedoch war aus medizinischer Sicht nicht zu denken. Funkel muss also auf einen seiner gefährlichsten Stürmer verzichten, der sich gerade bei der Ausführung von Standardsituationen in der Bundesliga einen guten Ruf erworben hat. Marco Russ hingegen, der fünf Jahre jüngere Innenverteidiger, darf gegen die Bayern in der mit 51.500 Zuschauern ausverkauften Arena dabei sein.

Damit geht für den in Hanau geborenen Jungspund zugleich ein Wunschtraum in Erfüllung. „Das ist für mich der absolute Höhepunkt der Saison“, sagt er. „Bayern ist der größte Verein in Deutschland. Da freut man sich riesig.“ Anders als für so manchen Frankfurter Mitstreiter kommen für Russ die Bayern „zum richtigen Moment. Die sind im Kommen. Wir als kleiner Gegner aus Frankfurt können da zeigen, was wir können. Die Bayern hatten vor kurzem erst gegen Madrid und Bremen gespielt. Und nun gegen uns. Vielleicht ist das unsere Chance.“ Die Augen von Russ, dem soliden Manndecker in der Innenverteidigung, beginnen zu glänzen, als er die Aufstellung der Münchner durchgeht. Beim Namen Lucio wird sein Strahlen noch größer.

Keine Angst, aber Respekt

„Alles Topstars“, sagt er. „Und Lucio, das ist der beste Innenverteidiger.“ Für Russ eine Art Bruder im Geiste, spielt der Brasilianer doch auf seiner Position. Ob er Angst vor Lucio und den Bayern habe, wird Russ gefragt. „Nein, nein“, wiegelt er ab. „Auf keinen Fall. Aber Respekt, den habe ich schon. Wir haben eine Chance, auch gegen die Bayern.“ Russ, der aufstrebende, ständig an sich arbeitende Eintracht-Profi, freut sich auf das Duell mit seinem Idol Lucio. Und es wäre durchaus möglich, dass er nach dem Schlusspfiff zu dem von ihm verehrten Bayern-Profi geht und diesen um dessen Trikot bittet. Ob dann eine neuerliche Niederlage der Eintracht gegen einen der sogenannten Großen der Liga zu Buche steht?

Die Bilanz seit dem Aufstieg ist mehr als ernüchternd, und auch in dieser Saison gab es heftig Prügel. 1:3 gegen Schalke, 2:6 gegen Bremen, 0:4 gegen Stuttgart – eine Niederlage gegen den Tabellenvierten Bayern wäre „normal“. Doch Trainer Friedhelm Funkel und Vorstandschef Heribert Bruchhagen geben sich kämpferisch. Schon in Nürnberg, nach dem unglücklichen 2:2, hatten sie den dringlichen Wunsch geäußert, „dass wir jetzt unbedingt eine Heimstärke entwickeln müssen, um unser Ziel zu erreichen“. Das Ziel Klassenverbleib ist bekannt, und die Anzahl der noch ausstehenden Etappen ist es auch. Neun Spiele nur bis Ultimo sind es für den Tabellendrittletzten. Da sind Überraschungen für die heimschwächste Mannschaft der Liga höchstwillkommen. Aber gleich gegen die wiedererstarkten Bayern?

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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