Home
http://www.faz.net/-gzo-6m5fr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Eintracht Frankfurt Verhaltenskodex gegen „Lust am Untergang“

19.07.2011 ·  Eintracht-Vorstandschef Bruchhagen sieht bei einigen überwiegend jugendlichen Anhängern gebe es „eine Lust am Untergang“. Dagegen wendet sich der Verein nun mit einem Verhaltenskodex, der acht Vorgaben umfasst.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Mit einem Verhaltenskodex für seine Anhänger will Fußball-Zweitligaverein Eintracht Frankfurt verhindern, dass Teile der Fans auch in dieser Saison mit Ausschreitungen für negative Schlagzeilen sorgen. Der Club präsentierte am Dienstag einen acht Punkte umfassenden Katalog mit Benimmregeln. Vor allem der Gewalt und der Pyrotechnik im Stadion haben die Hessen nun den Kampf angesagt.

Bei einigen überwiegend jugendlichen Anhängern gebe es „eine Lust am Untergang“, erklärte Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen. Dieser Tendenz wolle der Verein mit aller Macht entgegentreten. Die Eintracht reagiert damit auch auf Kritik des DFB-Sicherheitsbeauftragten Helmut Spahn, der einen zu laschen Umgang mit den Problemfans kritisiert hatte.

„Nicht jede Partie in einem Hochsicherheitstrakt austragen“

Aussagen, die Bruchhagen nicht so stehen lassen will. „Ich lasse mir von Herrn Spahn nicht vorwerfen, dass wir zu lasch auftreten. Das habe ich ihm in einem persönlichen Gespräch auch ganz deutlich gesagt.“

Gleichwohl weiß der Frankfurter Vorstandsboss, dass die Eintracht Probleme mit Teilen seiner Anhängerschaft hat. Inzwischen kann der Club in der näheren Umgebung kaum noch Testspiele absolvieren, aus Angst vor Randale. Selbst beim Freundschaftsspiel in Bern vor einigen Wochen fielen die Eintracht-Anhänger aus der Reihe. „Ich kann doch nicht jede Partie in einem Hochsicherheitstrakt austragen“, sagte Bruchhagen ein wenig resigniert.

Mehrheit der Anhänger friedlich gesinnt

Dass Teilen der Fans die zunehmende Kommerzialisierung ein Dorn im Auge ist, hat Bruchhagen verstanden. Er hält es trotzdem für ein Unding. „Wir wollen den Profifußball und dazu gehört der Kommerz, sonst sind wir nicht konkurrenzfähig“, stellte Bruchhagen klar. „Wer das nicht mittragen kann, der muss nicht mehr unser Gast sein.“ Er setzt auf den Großteil der Fans, der friedlich ins Stadion kommt. „Ich glaube, dass es gelingt, dass das Verantwortungsbewusstsein größer ist als die Lust am Untergang.“

Bruchhagens Vorstandskollege Klaus Lötzbeier will weiter den Kontakt zu den Anhängern suchen. „Zum Dialog mit den Fans gibt es keine Alternative. Ich bin für eine härtere Bestrafung von Tätern, aber nicht für generelle Strafen für alle“, brachte Lötzbeier die Haltung der Eintracht auf den Punkt.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Das streift das Absurde

Von Peter Lückemeier

Die Landesregierung behält Ergebnisse von Meinungsumfragen für sich. Es lassen sich viele gute Gründe finden, warum das Unbehagen darüber nicht auf die SPD beschränkt bleiben muss. Mehr