06.08.2011 · Im Tor der Eintracht bleibt Bewegung: Armin Veh hat sich noch nicht festgelegt, welcher Torhüter gegen Braunschweig auflaufen wird. Ein Transfer des ehemaligen Mainzer Stürmers Aristide Bancé ist offenbar kein Thema mehr.
Von Josef Schmitt, FrankfurtAuf eine Spielordnung hat sich Armin Veh festgelegt. Im 4-2-3-1-System wird die Frankfurter Eintracht beim Spitzenspiel der zweiten Liga am Sonntag in Braunschweig antreten. Auch um die Besetzung der Feldspielerpositionen macht der Trainer der Frankfurter Eintracht keinen Hehl. Nur wer im Tor spielt, wollte er auch am Freitag partout nicht verraten. „Das ist doch gar nicht so interessant“, glaubt Veh und macht die Auflösung dieses letzten Rätsels damit erst richtig interessant. Oka Nikolov schien am Donnerstag die Nase vorn zu haben, nachdem er das Trainingsspiel in der Stammformation bestritten hatte. Am Freitag spielte dann Thomas Kessler mit der A-Mannschaft. Veh macht sich also einen Spaß mit den Beobachtern und lässt auch die direkt Beteiligten im Ungewissen. „Warum sollte ich die Torhüter nicht öfter wechseln“, stellte er die rhetorische Frage, schließlich sei das bei den Feldspielern eine Selbstverständlichkeit.
Bei den Torhütern gelten normalerweise andere Regeln. Gerade bei einer neu zusammengestellten Abwehr wie bei der Eintracht könnte es durchaus für Sicherheit sorgen, wenn im Tor Klarheit herrscht. Diese Einstellung könne man durchaus vertreten, sagt auch Veh, „aber man kann auch sagen, es ist gut, wenn die Spannung hochgehalten wird.“ An diesem Samstag, wenn die Mannschaft per Zug nach Braunschweig reist, will der Trainer den beiden Torhütern seine Entscheidung bekanntgeben. Ob die dann von Dauer sein wird, ließ er offen. „Vielleicht ist der eine in dem einen Spiel besser und der andere in dem anderen“, sagt Veh, er sei jedenfalls froh, „dass ich zwei gute Torhüter habe“.
„Djakpa wird spielen“
Froh ist er auch, dass Constant Djakpa spielen kann. An Krücken hatte der neue Außenverteidiger das Stadion von Halle am letzten Samstag nach dem Pokalspiel verlassen. Eine schwere Knöchelstauchung war diagnostiziert worden, der Einsatz in Braunschweig schien ausgeschlossen. Doch die medizinische Abteilung hat gute Arbeit geleistet. Djakpa hat inzwischen schon zweimal wieder mit der Mannschaft trainiert. „Er hat gutes Heilfleisch und kann auf die Zähne beißen“, sagt Veh, „er wird spielen.“ Damit muss die gerade neu zusammengestellte Abwehr nicht abermals verändert werden. In den anderen Mannschaftsteilen gibt es Änderungen. Kapitän Pirmin Schwegler, im Pokal gesperrt, kehrt selbstverständlich zurück, und Benjamin Köhler wird im linken Mittelfeld spielen.
Hinter der einen Spitze, aktuell Theofanis Gekas, werden drei offensive Mittelfeldspieler, Sebastian Rode, Alex Meier und Köhler, und zwei defensive Mittelfeldspieler, Schwegler und Matthias Lehmann, spielen. Grundsätzlich erwartete der Trainer „mehr Laufleistung“ als zuletzt von der Mannschaft, dazu, „dass wir im Spiel rüberbringen, was wir uns im Training erarbeitet haben“. Neue Erfahrungen werden die Frankfurter rund ums Spiel beim Namensvetter in jedem Fall sammeln.
Bancé „überhaupt kein Thema“
Den Fußball zum Mittagessen mit dem Anstoß um 13.30 Uhr ist keiner gewohnt. „Am besten wäre gewesen, die Eintracht wäre nicht abgestiegen“, nimmt's Veh locker, „aber wenn wir Geld vom Fernsehen wollen, müssen wir halt Kompromisse eingehen.“ Sportdirektor Bruno Hübner, zuletzt mit dem MSV Duisburg Stammgast in der zweiten Liga, soll seine Erfahrungen bei der noch ungewohnten Vorbereitung einbringen. Frühes Wecken wird am Sonntagmorgen auf dem Programm stehen, der erwähnte Spaziergang und der Brunch. Das Mittagessen aber wird ausfallen.
Ach ja: Ein Transfer des ehemaligen Mainzer Stürmers Aristide Bancé, der zwei Tage lang zu Gesprächen in Frankfurt geweilt und am Donnerstag sogar im Eintracht-Trikot eine Laufeinheit absolviert hat, sei, so Veh und Hübner unisono, „überhaupt kein Thema“. Er habe die Wirkung der unabsichtlich in die Öffentlichkeit gekommenen Gespräche „unterschätzt“, gab Hübner zu, „aus dieser Sache habe ich gelernt“. Bancé ist inzwischen zu einem Länderspiel in seine Heimat Burkina Faso gereist. Ob er nach Frankfurt zurückkehrt, ist offen.