06.09.2011 · Bis zu seiner schweren Knieverletzung galt Außenverteidiger Georgios Tzavellas bei der Eintracht als unverzichtbar. Unter Trainer Veh spielt der Grieche in dieser Saison kaum noch eine Rolle.
Von Josef SchmittIn der vergangenen Saison war Georgios Tzavellas bei der Frankfurter Eintracht unumstrittener Stammspieler. Unter Trainer Michael Skibbe und dessen Nachfolger Christoph Daum absolvierte der griechische Nationalspieler insgesamt 25 Bundesligaspiele. Bis zu der Knieverletzung, die sich Tzavellas am 8. April im Heimspiel gegen Bremen zuzog und die als Kreuzbandanriss im linken Knie diagnostiziert wurde, galt der 23 Jahre alte Grieche als unverzichtbar – auch weil es keine Alternative auf der linken Außenverteidigerposition gab.
Der neue Trainer Armin Veh aber hatte Tzavellas von Anfang an nicht in seinen Planungen berücksichtigt, holte stattdessen für die linke Seite den ivorischen Nationalspieler Constant Djakpa von Hannover 96. Zu Trainingsbeginn Anfang Juni war Tzavellas noch zur Erholung in Griechenland. Als er Anfang August ins Eintracht-Training zurückkehrte, entwickelte sich dies nur zu einem kurzen Intermezzo. Nach ein paar Tagen schickte Veh den Spieler wieder in die Reha zurück und gab ihm deutliche Worte mit auf den Weg: „Er soll wiederkommen, wenn er beim Training nicht mehr so grandios abfällt“, sagte Veh am 11. August, „er muss ein paar Kilo leichter und erst einmal fit werden.“ Der Coach war offensichtlich mit dem Verlauf der Rehamaßnahmen und mit dem körperlichen Zustand des Spielers nicht zufrieden.
„Für Griechenland reicht es, für die Eintracht nicht“
Der griechische Nationaltrainer Fernando Manuel Santos war ganz anderer Meinung und berief den Verteidiger in den Kader für die Europameisterschafts-Qualifikationsspiele in Israel und Lettland. Beim 1:0 in Israel stand Tzavellas zwar nicht im Aufgebot, aber, so sein Berater Paul Koutsoliakos, „er hat alle Trainingseinheiten ohne Probleme mitgemacht“. An diesem Dienstag in Lettland soll sein Klient möglicherweise zum Einsatz kommen. „Für Griechenland reicht es, für die Eintracht nicht“, sagt Koutsoliakos spitz. Der Gesundheitszustand des Spielers ist allerdings nicht der einzige Grund, dass Tzavellas bei Veh einen schweren Stand hat. Es ist kein Geheimnis, dass der Coach die Spielweise des selbstbewussten jungen Mannes wenig schätzt. Die Eintracht hätte Tzavellas, der vor einem Jahr für 1,2 Millionen Euro von Panionios Athen geholt worden war und dessen Vertrag noch bis 2013 läuft, gerne in der sommerlichen Transferperiode abgegeben. Daraus wurde aber nichts. „Bis zum Winter bleibt er auf jeden Fall“, sagt Koutsoliakos nun. Dies gelte auch für seinen anderen Eintracht-Mandanten, Theofanis Gekas.
Tzavellas will nach der Rückkehr von der Nationalmannschaft am Mittwoch wieder das Mannschaftstraining in Frankfurt aufnehmen. Bei Pirmin Schwegler ist das unwahrscheinlich. Der Kapitän plagt sich weiter mit einer Rückenverletzung, die als „Irritation der unteren Lendenwirbelsäule“ behandelt wird. Der Einsatz beim 0:0 der Eintracht gegen Paderborn verstärkte die Schmerzen, seitdem kann sich Schwegler nur dezent bewegen. „Es wird von Tag zu Tag besser“, sagte Schwegler am Montag. Die Chancen aber, dass er am Samstag in Cottbus dabei sein kann, sind eher gering. „Das wird eng“, prognostiziert auch der Trainer.