28.04.2010 · Bei der Frankfurter Eintracht laufen zum Saisonende zahlreiche Verträge aus. Der Trainer wünscht sich rasche Klarheit. In einigen Fällen scheinen die Zeichen auf Wechsel zu stehen.
Von Josef SchmittMichael Skibbe dringt auf schnelle Entscheidungen, doch Heribert Bruchhagen kann ihm diesen Wunsch nicht erfüllen. Der Trainer der Frankfurter Eintracht möchte, dass die Vertragsverlängerungen der beiden Stammkräfte Christoph Spycher und Halil Altintop so bald wie möglich unter Dach und Fach gebracht werden – „weil es bei unseren eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten schwer wird, andere gestanden Spieler zu verpflichten“. Skibbe rechnet zumindest bei Altintop damit, „dass Ende dieser Woche eine Entscheidung fällt“.
Dies ist aber eher unwahrscheinlich, denn sein Chef spielt auf Zeit. Am 15. Mai muss der Fernsehsender Sky, der 225 Millionen Euro der insgesamt 390 Millionen Euro der Fernseheinnahmen der Liga finanziert, über die Royal Bank of Scotland eine Bürgschaftsgarantie für die nächste Saison vorlegen. Erst wenn diese erfolgt ist, können die Vereine seriös planen. „Die neue Saison beginnt am 20. August, wir haben also ausreichend Zeit“, sagt Bruchhagen ausweichend.
Skibbe: Altintop soll bleiben
Seit Wochen ist die Zukunft Spychers eine Hängepartie. Die Eintracht hat dem 32 Jahre alten Kapitän einen neuen Einjahresvertrag angeboten, der sich automatisch um ein Jahr verlängert, wenn der Schweizer eine bestimmte Anzahl von Pflichtspielen bestreitet. Bisher hat Spycher abgelehnt. Ihm liegt ein Angebot über einen Vierjahresvertrag bei Young Boys Bern vor. Tendenz: Spycher wird gehen.
Halil Altintop, im Winter vom FC Schalke gekommen, gehört zu den Großverdienern im Kader, konnte bisher aber nicht restlos überzeugen. Zwei Tore in fünfzehn Spielen sind keine besonders eindrucksvolle Bilanz. Der Trainer will ihn dennoch behalten, gibt allerdings zu, dass Altintops Leistungskurve zuletzt deutlich nach unten gezeigt hat. „Vielleicht hat das etwas mit der noch nicht entschiedenen Vertragssituation zu tun“, sagt Skibbe. Naheliegender aber scheint, dass Altintop sich noch nicht mit den Gehaltseinbußen angefreundet hat, die er bei der Eintracht hinnehmen muss. Wie bei Spycher wird die Eintracht auch bei Altintop das Angebot nicht nachbessern. Tendenz: Er geht.
Noch länger will Bruchhagen bei Ricardo Clark warten. Der Amerikaner, im Winter aus Houston gekommen und am Samstag in Mainz zum ersten Mal eingesetzt, soll sich weiter bewähren. „Nach einem Spiel fälle ich kein Urteil“, sagt Bruchhagen, der von Clark in Mainz „positiv überrascht“ war. Er glaubt, dass Clark auch gegen Hoffenheim und Wolfsburg eingesetzt wird. „Danach haben wir noch die Chance, ihn bei der WM zu beobachten, wenn er nominiert wird.“ Dass die für Mitte Mai ausgehandelte Option dann abgelaufen ist und Clark auch für andere Vereine frei wäre, nimmt er in kauf. Clark würde keine Ablöse kosten, wäre also bezahlbar. Tendenz: Er bleibt, wenn er seine Leistung bestätigt.
Zimmermann und Pröll gehen
Neben all dem ist die dritte Torhüterposition noch nicht besetzt, weil Jan Zimmermann und Markus Pröll den Verein verlassen. Bruchhagen würde die Nummer zwei, Ralf Fährmann, gerne noch einmal in der Bundesliga sehen, um leichter entscheiden zu können, ob die Nummer drei ein weiterer Nachwuchsmann sein kann. Als Kandidat gilt U-23-Torwart Andreas Rössl. Tendenz: Die Eintracht geht mit Nikolov, Fährmann und Rössl in die nächste Saison.
Die Verträge von Nikos Liberopoulos, Marcel Heller, Juvhel Tsoumou und Faton Toski laufen aus. Nikola Petkovic hat noch einen, aber keine Perspektive mehr. Mit Alexander Krük (Osnabrück), Markus Steinhöfer (Kaiserslautern) und Habib Bellaid (Boulogne) kehren Leihspieler zurück. Tendenz: Heller soll bleiben, die anderen nicht.