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Eintracht Frankfurt Skibbes beständiger Wunsch

19.03.2010 ·  Ein Sieg über die Bayern ist dem Eintracht-Trainer in seiner Laufbahn als Fußballlehrer bislang noch nicht geglückt. Auch am Samstag dürfte der Traum vom großen Triumph nur schwer zu erfüllen sein.

Von Ralf Weitbrecht, Frankfurt
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Die Bilanz ist ernüchternd. Michael Skibbe hat noch niemals gegen den FC Bayern gewonnen. Weder als Trainer von Borussia Dortmund, noch als Coach von Bayer 04 Leverkusen. Und auch als verantwortlichem Fußballlehrer der Frankfurter Eintracht ist es ihm bislang vergönnt geblieben, den deutschen Rekordmeister zu schlagen. Gelingt überraschenderweise an diesem Samstag die Wende, wenn sich die Münchner von 15.30 Uhr an in der ausverkauften Arena präsentieren?

Skibbe, eigentlich von unerschütterlichem Optimismus angetrieben, ist diesmal vorsichtiger geworden. Er weiß: „Bei uns muss alles passen. Die Bayern gehören zu den besten Mannschaften in Europa, und sie können auch in der Champions League weit kommen, wenn sie Barcelona umschiffen.“ Zunächst aber wollen diese Bayern ihre Spitzenposition festigen. Sie kommen als Tabellenführer nach Frankfurt – und sie wollen die Heimat der Eintracht auch als Branchenprimus verlassen. „Angst ist für uns ein schlechter Ratgeber“, sagt Skibbe. „Aber es ist eine ganz tolle Herausforderung, gegen die tollen Leute spielen zu dürfen.“ Arjen Robben, Franck Ribéry, Mark van Bommel, Bastian Schweinsteiger – die Liste lässt sich beliebig verlängern, das Ergebnis ist stets das gleiche: Die Bayern sind im Prinzip auf jeder Position besser besetzt als die Eintracht. „Trotzdem“, verspricht Skibbe, „werden wir alles versuchen.“

Freude auf die Herausforderung

In der Vorbereitung auf die seit Monaten ausverkaufte Partie, für die 51500 glückliche Fußballfans Tickets besitzen, kann der Frankfurter Trainer seit Donnerstagnachmittag endlich wieder auch auf Christoph Spycher und Marco Russ zählen. Beide in den Vortagen angeschlagenen Verteidiger haben sich im Mannschaftskreis zurückgemeldet, und beide haben die Zuversicht geäußert, dass es mit einem Einsatz am Samstag schon klappen wird. Gerade Kapitän Spycher dürfte gegen die Bayern gefordert sein, bekommt er es doch auf der linken Seite im Verbund mit Mitspieler Benjamin Köhler mit dem dribbelstarken und torgefährlichen Holländer Robben zu tun. „Ich habe zwar oberhalb des rechten Knies einen kleinen Riss im Bandapparat“, so der Schweizer. „Und es schmerzt auch. Aber gegen Robben will ich schon spielen.“

Auch sein Landsmann Pirmin Schwegler freut sich auf die Herausforderung gegen den Titelaspiranten. „Zuletzt haben wir es ja nicht geschafft, neunzig Minuten lang unsere Leistung abzurufen“, sagt der Mittelfeldmann selbstkritisch. „Aber gegen die Bayern haben wir überhaupt nur eine Chance, wenn wir dies tun. In acht von zehn Spielen ist es doch so, dass man gegen sie verliert. Ein Sieg gegen die Bayern“, sagt Schwegler, „das kann man nicht garantieren.“ Im Ligaalltag ist dieser Glücksmoment der Eintracht bei der 1:2-Hinrundenniederlage vergönnt geblieben, im Pokal auch. Binnen Wochenfrist gab es dort für die überforderten Frankfurter eine Lehrvorführung – und nach dem 0:4 das Aus aller Berliner Reiseträume. Schon nach 29 Minuten waren die Bayern damals uneinholbar 3:0 in Führung gegangen. Für das dritte Kräftemessen binnen Jahresfrist erhofft sich Skibbe die rechte Mischung zwischen „Balance von Offensive und Defensive und der persönlichen Form der Spieler“.

Einer, der in dieser Saison bislang über zwei Minieinsätze (drei Minuten gegen Mönchengladbach, fünf Minuten gegen Stuttgart) nicht hinausgekommen ist, könnte ausgerechnet gegen die Bayern seine ganz persönliche Sternstunde erleben. So ist durchaus denkbar, dass Stürmer Marcel Heller bei der Eintracht eine Chance erhält. „Er ist eine gute Option“, sagt Skibbe. Das große Plus des bisherigen Hinterbänklers: Heller ist neben Patrick Ochs der schnellste Eintracht-Profi. Da Ochs nach der in Hannover erhaltenen fünften Gelben Karte gesperrt ist, muss Skibbe auf rechts für Ersatz sorgen. Heller ist eine Alternative, „Caio aber auch“, schiebt der Trainer nach. Egal, wer die elf auserwählten Frankfurter auch sein mögen: Es dürfte schwer sein, Skibbes jahrelangen Wunsch nach dem ersten Sieg gegen die Bayern zu erfüllen.

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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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